BLKÖ:Roth, Johann

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Roth, Franz
Band: 27 (1874), ab Seite: 102. (Quelle)
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5. Johann Roth (Medailleur, Zeitgenoß). Ein Künstler, über dessen Lebens- und Bildungsgang nur wenig vorliegt. Er scheint seine Ausbildung an der Wiener Akademie der bildenden Künste erhalten zu haben. Er zog den Eintritt in den sicheren Staatsdienst der freien Ausübung seiner Kunst vor. Er trat nämlich bei dem k. k. Hauptmünzamte ein und arbeitete daselbst als k. k. Münzgraveur. Seine erste, in der Oeffentlichkeit bekannt gewordene Arbeit datirt aus dem Jahre 1826, es war sein in der Jahres-Ausstellung der k. k. Akademie der bildenden Künste in Wien ausgestelltes, in Stahl geschnittenes Medaillon: „Kaiser Karl V.“; erst die Ausstellung des Jahres 1830 brachte zwei neue Arbeiten seiner Hand: „Der Tag“, in Wachs modellirt nach Thorwaldsen, und „Herkules kämpft mit dem Stiere“, in Stahl geschnitten. Seit 1830 hat R. nicht mehr öffentlich ausgestellt. Sonst sind von seinen Arbeiten noch bekannt geworden, 1838: „Medaille auf die Erbhuldigung und Krönung Kaiser Ferdinand’s I. als König von Lombardei-Venedig“, wovon ein paar Exemplare in Gold (80 fl.) vorhanden sind; – 1842: „Die Denkmünze auf die Rückgabe Syriens an die Pforte“, ein geharnischter Ritter (Personification des Viermächtebundes) stellt der hohen Pforte Syrien (in der Gestalt eines demüthig gebückten Mannes dargestellt) zurück; – 1843: die „Denkmünze auf die Feier der silbernen Hochzeit des Kaisers Nikolaus von Rußland“, wofür R. mit der goldenen Ehren-Medaille für Kunst und Wissenschaft ausgezeichnet wurde; – im nämlichen Jahre die „Denkmünze auf den Wiederaufbau der Spitze des Stephansthurmes“, so wenig gelungen, wie der Aufbau von Dauer war; – 1845: [103] „Denkmünze auf die Eröffnung der Staatseisenbahn von Mürzzuschlag nach Gratz“, Exemplare in Gold (30 Ducaten), Silber und Bronze; – „Denkmünze auf die große österreichische Industrie-Ausstellung im Mai 1845“; – 1855: „Denkmünze auf die glückliche Rettung Sr. Majestät des Kaisers Franz Joseph aus Mördershand“. Den Erlös für diese Denkmünze im Betrage von 1200 fl. in 5percentigen Metalliques stiftete R. für drei bei Ausübung ihres Dienstes verwundete oder krüppelhaft gewordene Gensd’armen. deren Jeder alle Jahre mit den Interessen per 20 fl. betheilt werden soll. [Frankl (Ludw. Aug.), Sonntagsblätter (Wien, 84) 1842, S. 863: „Medaillen“; 1843, S. 463: Auszeichnung; S. 1177: „Medaille auf den Stephansthurm“; 1844, S. 1095: „Medaille“, und 1845, S. 24: „Medaillenkunde“; S. 951: „Roth“. – Wiener allgem. Theater-Zeitung, herausg. von Adolph Bäuerle (Wien, 4°.) 36. Jahrg. (1843), Nr. 266. – Humorist, herausg. von M. G. Saphir, 1855, Nr. 45.] –