BLKÖ:Salamon, Michael Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Salamon, Franz
Band: 28 (1874), ab Seite: 91. (Quelle)
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Salamon, Michael Freiherr (k. k. Rittmeister und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Alapp in Ungarn im Jahre 1766, gest. zu Duna Földvár im Tolnaer Comitate am 10. Mai 1840). Entstammt einer ungarischen Adelsfamilie, welche urkundlich bereits im Jahre 1405 erscheint, in welchem ein Dominik (Domokos) Salamon und seine Gattin Clara Zalogi die Stammeltern des heutigen Geschlechtes sind. Michael ist der zweitälteste Sohn des Alexander S. und der Katharina Szegedy; trat, 18 Jahre alt, bei Cavanagh-Kürassieren in die kaiserliche Armee als Cadet ein, focht in den Türkenkriegen bereits als Lieutenant und in den darauf folgenden französischen Feldzügen mit solcher Tapferkeit, daß ihm in Anerkennung derselben zuletzt das höchste militärische Ehrenzeichen, der Maria Theresien-Orden zuerkannt wurde. So zeichnete er sich im Treffen bei Templeuve am 13. September 1793 aus, bei Baudignies am 29. März 1794, wo er mit einer Schwadron seines Regiments dem Feinde mehrere Geschütze abnahm, aber auch verwundet wurde; in den Gefechten bei Gosliens und Marchiennes am 16. Juni d. J., in welchen den Franzosen 8 Geschütze weggenommen wurden und an deren siegreichem Ausgange S. den vornehmsten Antheil hatte; am glänzendsten aber im Treffen bei Renchen am 28. Juli 1796, in welchem er zuerst mit einer Abtheilung von kaum 100 Mann den linken Flügel des Feindes, von dem unsere Abtheilungen bereits geworfen worden, auf das Entschiedenste attakirte und zersprengte. Dadurch wurde die Ordnung und der Rückzug unserer in volle Deroute gerathenen, von dem General Sztaray befehligten Truppen ermöglicht, welche letzteren S. selbst deckte. Bei dieser Gelegenheit aber gerieth er in nicht geringe Gefahr, da er plötzlich vom Feinde umrungen war, der nun alle Anstalten traf, das Corps des Generals Sztaray anzugreifen und zu vernichten. Dabei standen noch unser Geschütz, die Munition und die ganze Bagage mit auf dem Spiele. S., die Gefahr überblickend, beschloß, um seine Schwäche zu verbergen, noch eine Attake zu versuchen, formirte rasch ein Häuflein Reiter auf einem durch [92] dichtes Gesträuch geborgenen Platze und mit dem Rufe: „Es lebe der Kaiser!“ fiel er der feindlichen Cavallerie plötzlich in den Rücken, warf sie zurück, eroberte alle den Unseren genommenen Geschütze zurück und machte überdieß 350 Gefangene. Mit diesem Erfolge nicht zufrieden, drang er noch in das bereits vom Feinde besetzte Dorf Renchen, jagte ihn aus demselben und befreite bei dieser Gelegenheit den Grafen Gundaker von Starhemberg aus Feindeshänden. Nun aber im letzten Augenblicke wurde S. selbst gefährlich verwundet und mußte sein Commando den Oberlieutenant Wolfart übergeben. Im März 1799 rückte S. zum Rittmeister vor, mußte aber als solcher noch vor Ausbruch des Krieges 1805 seiner vielen Blessuren wegen die Kriegsdienste verlassen. Da er nicht vermögenlos war, quittirte er mit Militär-Charakter. In der 66. Promotion (vom 18. August 1801) war er mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens decorirt und in Folge dessen in den Freiherrnstand erhoben worden.

Hirtenfeld (J. Dr.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, kl. 4°.) S. 594 u. 1743.