BLKÖ:Sardagna von Meanberg und Hohenstein, Johann Baptist Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Sárai, Andreas
Band: 28 (1874), ab Seite: 241. (Quelle)
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Sardagna von Meanberg und Hohenstein, Johann Baptist Freiherr (k. k. General-Major, geb. zu Nevis in Tirol im J. 1760, gest. 17. April 1841). Einer alten Tiroler Adelsfamilie entstammend, über welche die Quellen S. 242 nähere Nachweise bringen, trat Johann S. im Jahre 1779 als Cadet in das Infanterie-Regiment Nr. 46 ein. in welchem er stufenweise bis zum 1. Februar 1790 zum Oberlieutenant vorrückte. Im April 1799 kam er als Capitän zur Tiroler Landmiliz und wurde am 1. August 1802 Major bei dem bestandenen Landmiliz-Regimente, aus welchem er am 16. Mai 1806 in den Pensionsstand übersetzt wurde. Im April 1809 trat S. wieder als Major bei dem 1. Villacher Landwehr-Bataillon ein, kam im December d. J. in gleicher Eigenschaft zur Landwehr-Central-Rechnungskanzlei und im August 1813 als Controlor zu dem bei dem Hauptquartiere befindlichen Armeeverpflegswesen, worauf er als Titular-Oberstlieutenant am 30. Juni 1816 in den Ruhestand übertrat, zu gleicher Zeit aber Commandant des 2. Landwehr-Bataillons von dem Infanterie-Regimente Nr. 27, damals Luxem, und im November 1820 von dem Infanterie-Regimente Nr. 7, damals Prohaska, wurde. Während seiner activen Dienstzeit mit dem Degen vor dem Feinde hat sich Johann S. zu wiederholten Malen durch seine Tapferkeit auf das Rühmlichste hervorgethan, und zwar am 22. April 1799 bei dem Gefechte im Engadein, wo er an der Spitze der 1. Majors-Compagnie des Infanterie-Regiments Nr. 46, mit welcher er den Rückzug der Colonne bei dem Eingange von dem Dorfe Manas zu decken beauftragt war, sich so ausgezeichnet hat, daß in der Relation dieses Gefechtes S. ausschließlich als Derjenige bezeichnet wird, dem die glückliche Ausführung der ergriffenen Maßregeln zu verdanken war und daß keine von unseren Fahnen, so groß die Gefahr war, in Feindeshände gerathen ist. S. erhielt bei dieser Gelegenheit eine Verwundung im Kopfe. Nicht mindere Tapferkeit bewies S. am 5. Juni 1800, indem er als Commandant des Brückenkopfes zu Piacenza vom Feinde unvermuthet angegriffen, den von diesem unternommenen Sturm zurückschlug und dadurch den in der Stadt Piacenza concentrirten Armee-Depotscassen und Bagage Gelegenheit gab, für ihre fernere Deckung bei Zeiten zu sorgen. Ueberdieß hatte S. in allen Feldzügen seiner Zeit, so gegen Preußen im Jahre 1779, gegen die Pforte 1788 und 1789 und gegen Frankreich in den Jahren 1792, 1793, 1794, 1795, 1796, 1797, 1799, 1800, 1801, 1805, 1809, 1813, 1814 und 1815, also in 17 Feldzügen mitgekämpft, und als Kaiser Napoleon als König von Italien mit Kundmachung vom 8. Februar 1809 alle Tiroler bei Verlust ihres Vermögens und Lebens aufforderte, die österreichischen Dienste sofort zu verlassen und in ihr Vaterland zurückzukehren, blieb S. dem angestammten Kaiserhause treu und leistete dem Befehle [242] des Frankenkaisers seine Folge. Nun war sein Bruder, der Maria Theresien-Ordensritter und k. k. Oberst Simon von Sardagna, seinem Rechte gemäß um die Erhebung in den Freiherrnstand eingeschritten, aber vor Entscheidung des Gesuches gestorben; darauf erneuerte Johann S., sich auf seine und seines Bruders Verdienste berufend, die Bitte und erhielt auch im April 1838 den Freiherrnstand, nachdem er schon im Jahre 1836 das ungarische Indigenat erhalten hatte. Ueber seine Nachkommenschaft vergleiche die Stammtafel.

Freiherrnstands-Diplom ddo. Wien 7. April 1838.