BLKÖ:Schöffl (Maler)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Schöffel, Joseph
Band: 31 (1876), ab Seite: 84. (Quelle)
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Noch ist eines Malers und eines Musikers des Namens Schöffl zu gedenken.

1. Ueber den Maler berichten verschiedene Blätter in Oesterreich und Deutschland: daß er der Sohn des Wahlbürgers Schöffl in Pesth sei, der sich aus innerem Drange der Malerkunst gewidmet, aber zugleich sein Herz einem Mädchen zugewendet hatte, das außer der Schönheit keinen weiteren Schatz besaß. Als der junge Maler von seinem Vater die Einwilligung zur Heirath forderte, verweigerte sie derselbe, und als der Sohn auf seinem Vorhaben bestand, zog der Vater von seinem Sohne die Hand ab, worauf dieser mit dem Weibe seiner Wahl Ungarn verließ und sich zunächst nach Bukarest wandte. Dort fand seine Kunst so viel Anklang, daß er in kurzer Zeit seine Reise nach Constantinopel ausdehnen konnte, wo er mit seinem Pinsel gleich günstigen Erfolg hatte. Nun begab er sich in das Innere von Asien, verweilte mehrere Jahre hindurch in Persien, Indien und namentlich in Lahore. Ueberall erwarb er mit seiner Kunst große Summen und am Hofe von Lahore überdieß die Gunst des dortigen Fürsten, der ihn mit Geschenken und Geld förmlich überschüttete. Auf allen dieses Reisen gab ihm seine ritterliche Frau treu das Geleite; der Sitte des Landes und den Verhältnissen folgend, hatte sie orientalische Tracht und Gewohnheiten angenommen. Zehn Jahre hatte das Paar den Orient durchwandert, nunmehr um die Mitte der Vierziger-Jahre kehrte es, mit Schätzen reich ausgestattet, nach Europa zurück und trat vor die nicht wenig erstaunten Eltern, die von dem Sohne seit seiner Entfernung keine Nachrichten besaßen. Nach einem längeren Aufenthalte in der Heimat ließ sich das Paar, das noch eine Reise durch Deutschland, Frankreich, England und Italien gemacht, in der alten Dogenstadt nieder und Maler Schöffl kaufte sich daselbst einen schönen Palast, nachdem schon früher auch in seiner Vaterstadt sich angekauft hatte. Den Palast in Venedig stattete der speculative Sch., der in Europa lange nicht so Beschäftigung für seinen Pinsel fand, als er sie im Oriente gefunden, in einen glänzenden Gasthof um, den er damals – 1846 – Imperatore d’Austria, taufte, Sch.’s weitere Geschicke sind dem Herausgeber dieses Lexikons nicht bekannt. –