BLKÖ:Schöller, Ferdinand Edler von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 31 (1876), ab Seite: 95. (Quelle)
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Nicht minder ausgezeichnet als Arzt und Gelehrter war sein Sohn Ferdinand (geb. zu Hartberg in Steiermark 26. Mai 1793, gest. zu Gratz 23. September 1854); er besuchte die Schulen in Gratz, trat aber, als das Jahr 1809 die österreichische Jugend unter die Fahnen rief, damals 16 Jahre alt, in das steirische Landwehr-Aufgebot, nach dessen Auflösung er zu den Studien zurückkehrte. Den Beruf seines Vaters wählend, erlangte er an der Wiener Hochschule am 22. November 1807 den Doctorgrad und begann im December d. J. seine ärztliche Thätigkeit in Gratz als substituirter Armen-Physicus in den Vierteln jenseits der Mur. Im folgenden Jahre berief ihn der Gratzer Stadt-Magistrat als Gerichtsarzt, im November 1818 wurde er Professor der Zoologie am neu begründeten Joanneum und im folgenden Jahre Professor der speciellen medicinischen Therapie, Pathologie und Klinik am Gratzer Lyceum, mit welchen Stellen er die eines Ordinariums an den vereinten k. k. Kranken-Anstalten zu Gratz versah. Im October 1821 erhielt er die Lehrkanzel der praktischen Medicin und das Amt eines Primararztes an den Gratzer Civil-Heilanstalten, welche Stellen er bis an sein im Alter von 61 Jahren erfolgtes Ableben versah. Als Arzt und Lehrer stand S. gleich seinem Vater allgemein in hoher Achtung. Im Jahre 1842 erwählte ihn die Hochschule zum Rector magnificus. Als Schriftsteller arbeitete S. an den medicinischen Jahrbüchern der österreichischen Monarchie, außerdem an vielen Zeitschriften des In- und Auslandes im medicinischen und naturwissenschaftlichen Fache mit. Selbstständig gab er heraus: „Die innerlichen Krankheiten des Menschen“ (Wien 1839, Wallishausser, gr. 8°.), welches Werk die früher bestandene k. k. Studien-Hofcommission als Lehrbuch anerkannte und befürwortete. Ueber seine rastlose und wirksame Thätigkeit zur Zeit der Ruhr-Epidemie 1828, der Cholera 1831 und des Typhus 1849 herrschte eine Stimme der Anerkennung. Mehrere medicinische Akademien des In- und Auslandes zählten S. unter ihren Mitgliedern, darunter die kais. Gesellschaft der Aerzte in Wien und die kön. Gesellschaft der Aerzte in Athen. Sein Freund Hyazinth v. Schulheim widmete dem Verblichenen einen warmen Nachruf.

Steiermärkische Zeitschrift. Redig. von Dr. G. F. Schreiner, Dr. Albert von Muchar, C. G. Ritter von Leitner, A. Schrötter (Grätz 1847, Damian u. Sorge, 8°.) Neue Folge, VII. Jahrg. (1842), Heft 1, S. 83, Nr. CXXIX [über den Vater Joseph von Schöller]. – Gratzer Zeitung [96] 1854, im Feuilleton einer der Nummern zwischen dem 22. und 26. September.