BLKÖ:Schulz, Josephine

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Schulz, Franz
Band: 32 (1876), ab Seite: 181. (Quelle)
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Schulz, auch Schulz-Killitschky[WS 1], nach Anderen Schulze, Josephine (Sängerin, geb. zu Wien um 1790). Eine geborne Killitschky; da sie großes Talent für den Gesang und eine ungemein schöne Stimme besaß – sie sang schon als Kind in den Kirchen – wurde sie von der Kaiserin unterstützt und von Salieri [Bd. XXVIII, S. 97] für den Bühnengesang ausgebildet. Im Jahre 1810 ward sie in Breslau, das eben damals eines der besten Theater in Deutschland besaß, als erste Sängerin engagirt. Von hier aus ging sie noch im nämlichen und im folgenden Jahre auf Gastrollen nach Berlin, wo sie ihre Kunst unter Righini’s Anleitung noch vervollkommnete. Nach drei Gastrollen, in welchen sie mit großem Beifalle aufgetreten war, wurde sie lebenslänglich engagirt und trat 1813 in der Rolle der Vestalin das Engagement an. Das Jahr vorher hatte sie sich in Breslau mit einem Herrn Schulz, der später eine Stelle als Justiz-Commissarius beim Berliner Kammergerichte erhielt, verheirathet. Ihr Künstlerruf gewann aber erhöhte Bedeutung, nachdem im J. 1820 Spontini nach Berlin berufen wurde. Hatte sie bis dahin vornehmlich in Bravourparthien geglänzt, jetzt erntete sie in den Hauptparthien seiner declamatorischen [182] Opern großartige Erfolge und bildete sich unter seiner Leitung zu einer der bedeutendsten dramatischen Sängerinen aus. Besonders glänzte sie in den Darstellungen weiblicher Hauptcharaktere in Spontini’s Opern und mit ihrem kräftigen Naturell überwand sie die übermäßigen Anstrengungen, die mit der Ausführung dieser schwierigen Parthien verbunden waren. Ihre Glanzrollen waren: die Julia in der „Vestalin“; die Amazily in „Cortez“; Olympia, Zelia und Namuna in „Nurmahal“, einmal sang sie sogar beide Parthien zugleich; Relaide und Oreane in „Alcidor“; Constantia in „Agnes von Hohenstauffen“; Statira in „Olympia“. Von Rollen in den Tonwerken anderer Componisten seien genannt: Vitellia in „Titus“; die Königin der Nacht in der „Zauberflöte“; die Gräfin in „Figaro“; die Constanze in der „Entführung“; die Donna Anna in „Don Juan“; die Jessonda, die Eglantine in „Euryanthe“. Ihre Stimme besaß sowohl in der Tiefe wie in der Höhe einen seltenen Umfang, ihre eigentliche Stärke aber war das Großartige, Tragische, dabei besaß sie eine Fertigkeit in der Coloratur, die bewunderungswürdig war. Außer in Berlin sang sie in Gastspielen zu Cassel, Frankfurt a. M. und Leipzig. Als im Jahre 1831 die Sontag in Berlin Gastrollen gab, entstand eine Mißhelligkeit zwischen ihr und der Sontag. Das Publicum nahm bei der Aufführung des „Don Juan“, in welcher die Sontag die Elvira sang, Partei gegen die einheimische Künstlerin. Aus Schmerz darüber erkrankte sie, und obgleich ihr das Publicum, als sie wieder auf der Bühne erschien, vollkommene Genugthuung gab, zog sie sich doch noch in demselben Jahre ganz in die Ruhe des Familienlebens zurück. Im Jahre 1860 war sie noch am Leben. Sie erscheint Schulz, Schulze, Schultz, Schulz-Killitschgy und Schulz-Killitschky geschrieben.

Neues Universal-Lexikon der Tonkunst. Angefangen von Dr. Julius Schladebach, fortgesetzt von Ed. Bernsdorf (Dresden 1857, R. Schäfer, gr. 8°.) Nachtrag. S. 321. – Porträt. Unterschrift: Josephine Schultz-Killitschky (Lithogr., 4°., Druck von W. Korn, Berlin).

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Siehe auch den Artikel Killitzschky, Josephine.