BLKÖ:Schur, Johann Ferdinand

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Schurz, Anton
Band: 32 (1876), ab Seite: 220. (Quelle)
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Schur, Johann Ferdinand (Botaniker, geb. zu Königsberg in Preußen im Jahre 1799). Seine Studien legte er an den Hochschulen zu Königsberg, Berlin und Jena zurück, zu Berlin erlangte er im Jahre 1834 die philosophische Doctorwürde. Im Jahre 1845 kam er nach Siebenbürgen und war bis 1852 in Hermannstadt als Director einer Chemikalienfabrik bedienstet. Ueber seine Anregung bildete sich der siebenbürgische Verein für Naturwissenschaften in Hermannstadt. Im Jahre 1852 erhielt er das Lehramt der Naturgeschichte am Obergymnasium und an der Realschule zu Kronstadt, welches er aber schon 1855 niederlegte, worauf er Siebenbürgen verließ und nach Wien übersiedelte, wo er ganz seinen botanischen Studien lebt. Selbstständig erschien von ihm: „Enumeratio plantarum Transilvaniae exhibens: stirpes phanerogamas sponte crescentes atque frequentius cultas, cryptogamas vasculares characeas stiam muscos hepaticasque“ (Wien 1866, Braumüller, gr. 8°., XVIII u. 984 S.). Schur’s Hauptwerk, eine nach dem Muster von Neilreich’s „Flora von Niederösterreich“ ausgeführte botanische Beschreibung Siebenbürgens; – auch erschien noch ein „Auszug aus dem Berichte über eine im Auftrage Sr. Durchl. Karl Fürsten zu Schwarzenberg vom 5. Juli bis 15. August 1853 unternommene botanische Rundreise durch Siebenbürgen von Dr. Fr. Schur, auf Anordnung der k. k. siebenbürgischen Statthalterei redigirt von Michael Fuss“ (Hermannstadt 1859, 8°.), der sich aber auch im 10. Jahrg. (1859) der „Verhandlungen und Mittheilungen des siebenbürgischen Vereins für Naturwissenschaften“ abgedruckt befindet. Die übrigen, durchaus botanischen Arbeiten S.’s befinden sich theils in den vorgenannten „Verhandlungen und Mittheilungen des siebenb. Vereins für Naturwissenschaften, theils in der von Dr. Skofitz redigirten „Oesterr. botanischen Zeitung“, u. z. in den ersteren: „Andeutungen über den gegenwärtigen Zustand der Naturwissenschaften in Hermannstadt“ (Bd. I, S. 5); – „Ueber eine neue Scilla“ (ebd. S. 38); – „Ueber eine Centurie Pflanzen, welche Alb. Bielz auf dem Kühdorn bei Rodna und auf dem Czibles bei Bistritz im August 1848 sammelte“ (ebd. S., 101); – „Ueber die Hepatica transsylvanica M. Fuss“ (ebd. S. 113); – „Verzeichniß der bis jetzt in Siebenbürgen bekanntgewordenen Gräser (Gramineae)“ (ebd. S. 182); – „Ueber die siebenbürgische Pflanzengattung Sceleranthus“ (Bd. II, S. 9). – „Alphabetisches Verzeichniß der siebenbürgischen Cyperaceen und Juncaceen“ (ebd. S. 65); – „Ueber die Blattstielranken-Umwandlung bei Lathyrus“ (ebd. S. 106); – „Ueber eine siebenbürgische Pflanze Bulbocosium edentatum“ (ebd. S. 165); – „Beiträge zur Kenntniß der Flora Siebenbürgens“ [221] (ebd. S. 167; Bd. III, S. 63 u. 84; Bd. IV, S. 3, u. Bd. V, S. 78); – „Zur Entwickelungsgeschichte der Gattung Typha“ (Bd. II, S. 177); – „Verzeichniß der theils von Dr. F. Sch. am 19. November 1851 in der Umgebung von Hermannstadt beobachteten, theils von B. Rath, Daniel Czekelius am Scholtner Berge gesammelten Pflanzen“ (Bd. III, S. 32); –,Ueber Jos. v. Lerchenfeld und dessen botanischen Nachlaß“ (Bd. IV, S. 88); – „Sertum florae Transsilvaniae sive enumeratio systematica omnium plantarum, quae in Transsilvania sponte crescunt et in usu hominum copiosius coluntur“ (ebd., Anh. S. 4); – „Ueber Bulbocodium edentatum var. di-vel tristyla (Bd. V, S. 84); – „Plantago Schwarzenbergiana et Centaurea Schwarzenbergiana, zwei siebenbürgische Pflanzen“ (Bd. VI, S. 3); – in der „Oesterreichischen botanischen Zeitung“: „Ueber Victor von Janka’s Beiträge zur Flora Siebenbürgens“ (Bd. VI, S. 273); – „Zur Flora Siebenbürgens“ (ebd. S. 225; Bd. X, S. 177; Bd. XI, S. 20); – „Beiträge zur Kenntniß der siebenbürgischen Eichen“ (Bd. VII, S. 1); – „Die siebenbürgischen Caraceen“ (ebd. S. 358); – „Die siebenbürgischen Equiseten“ (ebd. S. 409); – „Die siebenbürgischen Koeolerieen“ (ebd. S. 304); – „Der südliche Hochgebirgszug Siebenbürgens in botanisch-geographischer Beziehung“ (Bd. VIII, S. 393); – „Die siebenbürgischen Farne“ (ebd. S. 133); – „Die siebenbürgischen Lycopodien“ (ebd. S. 63); – „Öcsém teteje im Csiker Stuhle im Szeklerlande in Siebenbürgen“ (ebd. S. 18); – „Eine Excursion auf den Büdöshegy im östlichen Siebenbürgen“ (ebd. S. 280); – „Beobachtungen in der Flora von Siebenbürgen, nebst Beschreibung neuer Pflanzenarten und Varietäten“ (Bd. IX, S. 9; Bd. X, S. 70); – „Beobachtungen in der Flora von Siebenbürgen“ (Bd. X, S. 177; Bd. XI, S. 20); – „Juncus Czetzii Schur Eine neue Form des Juncus castaneus (Bd. XIII, S. 111); – „Zur Flora von Ungarn (Pulsatilla Zichyi)“ (ebd. S. 318); – und in den Verhandlungen der zoologisch-botanischen Gesellschaft: „Die Sesleriaceen Siebenbürgens“ (Bd. VI, S. 191). Mit Michael Fuß theilt sich S. in das Verdienst um die botanische Erforschung Siebenbürgens, und namentlich ist er es, der den nachhaltigsten Impuls zu ferneren Forschungen gab.

(Frauenfeld) Bericht über die österreichische Literatur der Zoologie, Botanik und Paläontologie aus den Jahren 1850, 1851, 1852, 1853 (Wien 1855, Braumüller, 8°.) S. 1, 73, 81, 93, 113, 114, 116, 183, 186, 187, 188, 189, 190, 192. – Kanitz (August), Geschichte der Botanik in Ungarn (Skizzen). Gedruckt in 70 Exemplaren (Hannover 1863, 12°.) S. 138.