BLKÖ:Schuster, Johann Constantin

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Schuster, Ignaz
Band: 32 (1876), ab Seite: 247. (Quelle)
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Schuster, Johann Constantin (Arzt und Naturforscher, geb. zu Fünfkirchen im Baranyer Comitate Ungarns 7. Mai 1777, gest. 19. Mai 1839). Das Gymnasium, die philosophischen und juridischen Studien beendete er im Jahre 1796 in seiner Vaterstadt Fünfkirchen. Im letztgenannten Jahre begab er sich nach Pesth, begann dort das Studium der Medicin, beendete es im Jahre 1800, erlangte daraus 1802 die Doctorwürde und wurde im nämlichen Jahre Assistent bei der Lehrkanzel der Chemie. Einen ihm zu wissenschaftlichen Reisen im Jahre 1804 ertheilten Urlaub benützte er, um im genannten und im folgenden Jahre die vornehmsten Hochschulen Deutschlands zu besuchen. In Berlin verweilte er am längsten. Nach seiner Rückkehr wurde er 1806 Correpetitor der Pharmaceuten und blieb es bis zu seiner im Jahre 1808 erfolgten Berufung an das Lyceum in Klausenburg als Professor der Chemie, Mineralogie und Metallurgie. Aber noch im nämlichen Jahre wurde er Professor der speciellen Naturgeschichte an der Pesther Universität, lehrte nach Winterl’s Tode (1809) Botanik und Chemie, wurde 1811 ordentlicher Professor beider Gegenstände und blieb es bis 1817, in welchem für die Botanik eine besondere Lehrkanzel errichtet wurde, welche Haberle erhielt. Im Schuljahre 1817 besorgte er die Supplirung der Lehrkanzel der gerichtlichen Medicin, trug seit 1821 Pharmakologie vor und versah noch außerdem durch zwei Jahre (bis 1824) das erledigte Lehramt der Pathologie. Während dieser Zeit bekleidete S. verschiedene akademische Würden, so in den Jahren 1811 und 1813 jene des Decans der medicinischen Facultät, 1821 jene des Rector magnificus, wurde 1821 Prosenior der medicinischen Facultät und im Jahre 1831 wählte ihn die ungarische Akademie zu ihrem ordentlichen Mitgliede. Nicht gering ist die Zahl der von S. herausgegebenen Werke, sowohl Original, wie Uebersetzung, doch war es mir unmöglich, ihre bibliographischen Titel zu erlangen, da die meisten derselben in den Bücherkatalogen gar nicht vorkommen. Von ihm sind erschienen: „Jac. Jos. Winterl’s Darstellung der vier Bestandtheile der anorganischen Natur. Aus dem Lateinischen übersetzt“ (Jena 1804, 4°.); – desselben „System der analytischen[WS 1] Chemie“, 2 Bände (Berlin 1807); – „Terminologia botanica“ (Budae 1808; editio altera auctior 1815); – „Geschichte der Stadt Pesth“ (Pesth 1816), dieses Buch war bereits im Jahre 1806 gedruckt, wurde aber erst ein Jahrzehend später ausgegeben; – „P. Orfilas’ Rettungsverfahren bei Vergiftung und dem Scheintode. Aus dem Französischen übersetzt und vermehrt“ (Pesth 1819, 8°.). Nach Paul Kitaibel’s [248] Tode gab er die mit ihm gemeinschaftlich bearbeitete „Hydrographia Ungariae“ in 2 Bänden (Pesth 1829, 8°.) heraus und schickte derselben das Leben seines verstorbenen Mitarbeiters voran; ferner veröffentlichte er anonym mehrere Dissertationen, so: „De opio“ (1819), „De Jodio“ (1827), „De ferro“ (1829); – im zweiten Bande von Lübeck’s „Oekonomischem Lexikon“: „Dissertatio de saccari succedaneis“. Unter seiner Leitung erschienen 1829 die ersten öffentlichen pharmaceutischen Dissertationen in ungarischer Sprache, dafür, wie für seine Bemühungen, in der Pharmacie die ungarische Sprache einzubürgern, erwählte ihn die Pesther Akademie zu ihrem Mitgliede; auch hatte er an der zu Ofen im Jahre 1824 herausgegebenen „Taxa medicamentorum pro Regno Hungariae“ in hervorragender Weise mitgearbeitet. Noch veröffentlichte er im Jahre 1830 eine Darstellung über einen von ihm erfundenen chemischen Apparat. Verschiedene andere Fachartikel und Anzeigen über Schriften seines Faches schrieb er für die magyarischen Fachblätter: „Orvosi tár“ und „Tudományos gyüjtemény“, d. i. Wissenschaftliche Nachrichten. Die Jahrbücher der ungarischen Akademie widmen ihm im 3. Bande einen Nachruf; daraus erfahren wir noch, daß er sich ein besonderes Verdienst um die Ordnung des von ihm neu eingerichteten National-Museums erworben und daß er über dasselbe einen eigenhändigen Katalog verfaßt habe. Seine mineralogische Sammlung wurde für das Pesther National-Museum käuflich erworben.

Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1837, 8°.) Bd. IV, S. 609 [nach dieser geb. am 4. Mai 1777). – Kanitz (August), Versuch einer Geschichte der ungarischen Botanik. Aus dem 33. Bande der Linnea besonders abgedruckt (Halle 1865, Gebauer-Schwetschke, 8°.) S. 135, Nr. 99 [nach diesem geboren am 7. Mai 1777]. – Danielik (József), Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Második, az elsőt kiegészitő kötet, d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreibungen. Zweiter, den ersten ergänzender Theil. (Pesth 1858, Gyurian, 8°.) S. 279. – Toldy (Ferenc), A Magyar nemzeti irodalom története a legrégibb időktől a jelenkorig rövid előadásban, d. i. Geschichte der ungarischen National-Literatur von der ältesten Zeit bis auf die Gegenwart (Pesth 1864 u. 1865, G. Emich, gr. 8°.) S. 278.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: anlytischen