BLKÖ:Schwarz, Heinrich Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 32 (1876), ab Seite: 295. (Quelle)
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Schwarz, Heinrich Joseph (Benedictiner und Jugendschriftsteller, geb. zu Saalfelden im Salzburgischen 24. April 1819). Ein Sohn des Saalfelden’schen Pflegers Cornel Schwarz [s. d. S. 317, Nr. 4], dessen Leben er beschrieben. Als Heinrich Joseph erst drei Jahre alt war, verlor er seinen Vater, und nun lag es der Mutter Therese, gebornen Fellensteiner, ob, zwölf unmündige Kinder zu erziehen. Sie that es mit mütterlicher Sorgfalt und Liebe. Nachdem Heinrich Joseph die deutschen und lateinischen Vorbereitungsclassen beendet, trat er als Noviz in das Benedictinerkloster Michelbeuern. Am 30. September 1840 erhielt er das Ordenskleid und vertauschte nun seinen bisherigen Taufnamen „Joseph“ mit dem Klosternamen „Heinrich“, legte am 24. September 1843 die Ordensgelübde ab und las am 25. August 1844 die erste Messe. Nachdem er die theologischen Studien beendet, ernannte ihn sein Prälat zum Präfecten der Conventschule, in welcher Eigenschaft er als [296] praktischer Pädagog, wie denn auch als Jugendschriftsteller im Geiste des berühmten Christoph Schmid thätig ist. Im Jahre 1850 begann S. bei Duyle in Salzburg die Herausgabe einer „Christlichen Jugendzeitung“, wenn Herausgeber nicht irrt, der ersten in Oesterreich, welche alsbald ziemliche Verbreitung erlangte, aber in Folge des Todes des betriebsamen Verlegers (Ad. Lindig), wie anderer störender Vorkommnisse, mit dem ersten Jahrgange geschlossen wurde. Nach längerer Pause ließ er nun die Jugendschrift: „Kleine Lebensbilder für die liebe Jugend“ (Salzburg 1855, Duyle) erscheinen, welche meist Arbeiten enthält, über die sich eben Christoph v. Schmid beifällig geäußert und sie als des Drucke werth bezeichnet hatte. Nach des Katecheten Johann Ev. Schmid Ableben übernahm Schwarz von der vierten Lieferung an die Fortsetzung der Herausgabe des von Jenem begonnenen „Katechetisch-homiletischen Repertoriums, oder: Vollständiges Auffindebuch von Erklärungen, Notizen, Gleichnissen und Beispielen zur Erläuterung und Veranschaulichung eines jeden Katechismus“ (Schaffhausen 1855 u. f., Hurter), es ist dieses vortreffliche Hilfsbuch des katechetischen Unterrichts als „nothwendiger Nachtrag zum historischen Katechismus“ bezeichnet. Seine übrigen Schriften sind: „Lehre und Beispiel“ (Schaffhausen 1857), der Ertrag war zum Baue der Mariahilfkirche zu Leopoldskron-Moos bei Salzburg bestimmt; – „Gute Lehren für Jung und Alt, in Erzählungen eingekleidet“ (ebd. 1857); – „Gespräche für Kinder“ (ebd. 1858); – „Erholungsstunden. Eine Reihe kurzer Erzählungen für die liebe Jugend“, 2 Bde. (Schaffhausen 1859); – „Stefan Türr. Historisch-romantisches Zeitgemälde aus Oesterreichs jüngster Vergangenheit“, 2 Bände (Wien 1868). Außerdem schrieb S. und schreibt wohl noch zahlreiche Aufsätze pädagogischen Inhalts für verschiedene Fachblätter, als z. B. für den „Münchener Jugendfreund“, für Reizenbeck’s „Blätter für Erziehung und Unterricht“ u. s. w., und hat die Lebensbeschreibungen seiner Eltern: „Die Geschichte meines früh entschlafenen Vaters, Herrn Cornel Schwarz, weiland Pflegers von Saalfelden u. s. w.“ (Salzburg 1862, Endl u. Penker, 8°.), interessant durch den Abdruck des Tagebuches desselben aus dem Tiroler Kriege (S. 10–55), und „Geschichte meiner seligen Mutter, der Wohlgebornen, gnädigen Frau (!) Theresia Schwarz, Landrichters-Witwe von Saalfelden“ (Salzburg 1864, ebd.) herausgegeben. Was die obengenannte Schrift: „Stefan Türr“ anbelangt, so will es mich bedünken, als wenn ein Namensvetter unseres Benedictiners und nicht er selbst Verfasser dieses Buches wäre.

Kehrein (Joseph), Biographisch-literarisches Lexikon der katholischen deutschen Dichter, Volks- und Jugendschriftsteller im 19. Jahrhunderte (Zürch, Stuttgart, Würzburg 1871. L. Wörl, gr. 8°.) Bd. II, S. 139. – Blätter für literarische Unterhaltung (Leipzig, Brockhaus, 4°.) Jahrg. 1868, Nr. 29, S. 619 [über seinen „Stefan Türr“].