BLKÖ:Seilern, Karl Maximilian Graf

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 34 (1877), ab Seite: 20. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 186756127, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Seilern, Karl Maximilian Graf|34|20|}}

Einige hervorragende Sproßen des Grafengeschlechts Seilern.

1) Karl Maximilian Graf S. (geb. 26. Februar 1825). Ein Sohn des Grafen Joseph August aus dessen erster Ehe mit Marie Leopoldine geborenen Gräfin Zichy, und Bruder des Grafen Joseph [s. d. S. 23]. Der Graf Karl Maximilian trat in die kaiserliche Armee, welche er nach einigen Jahren als Oberlieutenant wieder verließ, um sich nur mehr der Verwaltung seiner Güter zu widmen. Nun war es die Landwirthschaft, welche den Edelmann nicht nur praktisch beschäftigte, sondern zu tieferem Nachdenken aufforderte und bei der durch Liebig hervorgerufenen Wichtigkeit der Pflanzen-Chemie, in dieser Richtung zu Beobachtungen drängte, deren Ergebnisse ihm bedeutend genug erschienen, sie wissenschaftlich zusammenzufassen. So entstand das Werk: „Die Pflanzenernährungslehre mit Einschluß der Dünger- und Ersatzlehre. Für Landwirthe und landwirthschaftliche Lehranstalten“ (München 1865, R. Oldenburg, 8°.). Das Buch fand in Fachkreisen – wenngleich gegen die im Werke über die Ansichten Anderer, mit denen der gräfliche Verfasser nicht übereinstimmt, gepflogene Kritik sich Bedenken rege machten – gerechte Würdigung und Anerkennung. Des Grafen rationelles Verfahren in seinem landwirthschaftlichen Betriebe fand noch eine andere ungleich bedeutendere Würdigung in Verleihung der Liebig-Medaille, welche ihm im Jahre 1874 zu Theil wurde. Liebig hatte nämlich eine ihm von österreichischen und deutschen Landleuten als Ehrengeschenk gespendete bedeutende Summe zu einer seinen Namen führenden Stiftung verwendet. Nach den Statuten derselben dienen die Zinsen des Stiftungscapitals theils[WS 1] zur Unterstützung wissenschaftlicher Arbeiten, theils zur Herstellung von Medaillen behufs Auszeichnung der hervorragendsten Vertreter der Landwirthschaft und der diese begründenden Wissenschaft. Bei Ertheilung der Medaille bleibt die Nationalität [21] unberücksichtigt, um jedoch die Auszeichnung noch ehrenvoller zu machen, ist die Zahl der Empfänger auf nur acht festgesetzt und kann die Medaille auf’s Neue erst dann verliehen werden, wenn einer der Decorirten stirbt. Nun erhielt Graf Karl Maximilian dieselbe mit einem anerkennenden Schreiben des Präsidenten der bayerischen Akademie der Wissenschaften. Der Graf ist seit 1849 mit Marie Gräfin Hardegg vermält, aus welcher Ehe zwei Söhne, die Grafen Franz de Paula und Julius Maximilian und eine Tochter, Gräfin Seraphine, vorhanden sind. [d’Elvert (Christian Ritter v.), Zur Culturgeschichte Mährens und Oesterreichisch-Schlesiens [XVIII. Band der Schriften der historisch-statistischen Section der k. k. mährisch-schlesischen Gesellschaft u. s. w.] (Brünn 1868, A. Nitsch, gr. 8°.) S. 260. – Oesterreichische Wochenschrift für Wissenschaft, Kunst und öffentliches Leben (Beilage der Wiener Zeitung) Wien (gr. 8°.) 1865, Bd. II, S. 695.] –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: theis.