BLKÖ:Seldern, Karl Graf

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Seldern, Gustav Graf
Nächster>>>
Seldern, Wappen
Band: 34 (1877), ab Seite: 46. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Seldern, Karl Graf|34|46|}}

11) Ein Vetter des oben unter Nr. 8 angeführten Grafen Franz de Paula, nämlich der Graf Karl Seldern (geb. zu St. Pölten 2. Juni 1786, gest. zu Melk in Niederösterreich 1. Juli 1818), ein Sohn des Grafen Karl Florian aus dessen Ehe mit Karoline Freiin von Toussaint, trat im Jahre 1808 als Oberlieutenant in das Graf Praschma’sche Landwehrbataillon des V. O. W. W. und zeichnete sich am 1. Juni g. J. in einem Vorpostengefechte bei Engerau durch seine Tapferkeit aus. Bald zum Capitän-Lieutenant im Graf Gillois’schen Landwehrbataillon befördert, that er sich bei dem Sturm von Preßburg so hervor, daß ihn Erzherzog Ferdinand d’Este zum wirklichen Hauptmann im mährischen Landwehrbataillon Graf von Haugwitz ernannte. Besondere Bravour bewies der Graf dann am 4. April 1815 am Flusse Panoro unweit Modena, wo er als Hauptmann im 51. Infanterie-Regiment Freiherr von Splenyi mit seiner Compagnie und der des Hauptmanns Gerschitz dreimal die Angriffe des Feindes zurückwies, den Rückzug des Bataillons deckte und ein vom Feinde bereits abgeschnittenes Bataillon Hessen-Homburg vor Gefangenschaft errettete. Auch im Gefechte bei Finale wirkte sein muthiges Beispiel vortrefflich auf die Mannschaft, und während der Zeit vom 30. April bis 5. Mai 1815 als Commandant einer Division seines Regiments zur Besetzung und Vertheidigung des Hafens der Stadt Fano beordert, machten seine Entschlossenheit und Tapferkeit jeden Versuch des Feindes, zu landen, scheitern. In der Blüthe seines Lebens, erst 32 Jahre alt, riß ihn der Tod aus einer Laufbahn, die er so ehrenvoll begonnen. – [Historisch-heraldisches Handbuch zum genealogischen Taschenbuche der gräflichen Häuser (Gotha 1855, J. Perthes, 32°.) S. 912. – Kneschke (Ernst Heinr. Prof. Dr.), Neues allgemeines deutsches Adels-Lexikon (Leipzig, Friedr. Voigt, gr. 8°.) Bd. VIII, S. 459.]