BLKÖ:Sembratowicz, Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Semian, Michael
Band: 34 (1877), ab Seite: 81. (Quelle)
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Sembratowicz, Joseph (griechisch-katholischer Erzbischof in Lemberg, geb. in Galizien. Geburtsjahr unbekannt), Zeitgenoß. Die theologischen Studien beendete S. an der Lemberger Hochschule und erlangte daraus auch die Doctorwürde. Unter Minister Leo Graf Thun wurde er Professor der Theologie in Lemberg, später wurde er zum Erzbischof von Nazianz in partibus erhoben unter dem Ministerium Belcredi während der Statthalterschaft Gołuchowski’s gegen Ende des Jahres 1867 zum apostolischen Administrator der vereinigten Diöcesen Przemysl, Sanok und Sambor bestellt und Anfang 1870, zum Jubel der Polen und zur Bestürzung der Ruthenen, zum griechisch-katholischen Metropoliten in Lemberg ernannt. Ueberdieß ist S. Hausprälat und Thronassistent Sr. päpstlichen Heiligkeit, römischer Graf, Mitglied des galizischen Landtags und des Herrenhauses des österreichischen Reichsrathes, beides in seiner Stellung als Metropolit. Seine Berufung auf den hohen Posten bildete in den Journalen den Gegenstand mannigfacher Erörterungen über die Partei, die ihn gehoben, und über die Motive seiner ebenso raschen als ganz unvermutheten Standeserhöhung, unter welchen auch kein geringeres erscheint, als, daß die päpstliche Curie mit seiner Hilfe das Cölibat in der unirten Kirche durchzuführen hoffe.

Neue freie Presse (Wiener polit. Blatt) Nr. 1919, 1. Jänner 1870, Nr. 1926, 9. Jänner 1870, beidesmal in den Lemberger Correspondenzen ddo. 28. December 1869 und ddo. 6. Jänner 1870. – Fremden-Blatt. Von Gust. Heine (Wien, 4°.) 1865, Nr. 201, unter den Tages-Neuigkeiten.