BLKÖ:Semian, Michael

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Sembratowicz, Joseph
Band: 34 (1877), ab Seite: 81. (Quelle)
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Semian, Michael (slavischer Schriftsteller, geb. zu Hradisch bei Skalitz in Ungarn im August 1741, gest. nach Šembera im Jahre 1810, nach Jungmann hätte er noch im Jahre 1812 gelebt). Machte die theologischen Studien, trat dann in die Seelsorge und wurde zuletzt evangelischer Prediger zu Pösing, einer kön. Freistadt im Preßburger Comitate Ungarns. In seinem Fache schriftstellerisch thätig, hat er folgende Werke herausgegeben: „Čas bolestného umučení a newinné smrti pána ... Ježiše Krista na čtyry a dwacet hodin ... rozdělený“, d. i. Die Zeit der schmerzlichen Marter und des unschuldigen Todes unseres Herrn Jesus Christus in 24 Stunden abgetheilt (Jena 1783, Strauß, 8°.); – „Nábožný zwučný hlas při poswěcení Pezinského chrámu etc. r. 1783 ...“, d. i. Tönende Stimme der Andacht bei der Einweihung der Kirche in Pösing im Jahre 1783 (Preßburg 1783, 8°.); – „Prwotiny služeb božských w nowém chrámě ewangel. dne 30. Listop. 1783 poswěceném etc.“, d. i. Erster Gottesdienst in der neuen, am 30. Nov. 1783 eingeweihten Kirche u. s. w. (Preßburg 1783, 8°.); – „Kratičké historické wypsáni krížat a králů uheřských od nedáwňejšich az do přitomných časů etc.“, d. i. Kurze geschichtliche Darstellung der Fürsten und Könige Ungarns von den ältesten bis zu jüngsten Tagen (Preßburg 1786, Fr. A. Paczek); – „Biblia sacra to jest Biblí svatá ...“, d. i. Die heilige Bibel u. s. w. (Preßburg 1787, F. A. Patzko); – „Při dobyti Budynského zámku do [82] zajeti křestanskeho padlé, Kartigam řečené potem Kristina nazwané turecke slečny řidke a památné připadnosti...“, d. i. Kuriose und denkwürdige Begebenheit eines anläßlich der in die Gewalt der Christen gefallenen Festung Ofen erbeuteten, Kartigam genannten, dann Christine umgetauften türkischen Fräuleins u. s. w. (Preßburg 1790, 8°.), eine slovakische Uebersetzung des ursprünglich von Ignaz Mészáros [Bd. XVII, S. 456] in ungarischer Sprache verfaßten Romans, der seiner Zeit großes Aufsehen erregte und, nachdem bereits zwei Auflagen des magyarischen Originals in kurzer Zeit erschienen waren, auch die Aufmerksamkeit der Slovaken erregte, so daß Semian ihnen diese Uebertragung vorlegte. Außerdem erschienen von S. noch ein paar Gelegenheitsschriften und Gedichte zu festlichen Anlässen. Semian war auch geistlicher Liederdichter und in dem berühmten slovakischen, von Georg Tranowsky[WS 1] zuerst, 1635, herausgegebenen geistlichen Liederbuche „Cithara Sanctorum“ in der Ausgabe, welche Michael Institoris zu Preßburg im Jahre 1787 veranstaltet hat, befinden sich unter Anderem zwei geistliche Lieder von Michael Semian.

Šembera, (A.), Dějíny řeči a literatury československé, d. i. Geschichte der čechoslavischen Sprache und Literatur (Wien 1869, 8°.) Neuere Zeit, S. 287. – Sartori (Franz), Historisch-ethnographische Uebersicht der wissenschaftlichen Cultur, Geistesthätigkeit und Literatur des österreichischen Kaiserthums u. s. w. (Wien 1830, Gerold, 8°.) I. (und einziger Theil). Seite 39.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Iranowsky (Vergleiche dazu Hruszkowicz, Samuel).