BLKÖ:Sennyey, Pankraz Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 34 (1877), ab Seite: 129. (Quelle)
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2) Pankraz, erster Freiherr von Sennyey, lebte in einer politisch stark bewegten Zeit. Siebenbürgen stand unter der Herrschaft des wankelmüthigen, unselbstständigen Sigismund Báthory, unter welchem die ersten Schritte geschahen, sich statt an die Türken an Oesterreich anzuschließen. Vom Landtage erst seiner Würde entsetzt, dann wieder eingesetzt, schloß er im Jahre 1595 mit Kaiser Rudolph II. den Vertrag. Sigismund entsagte nun ganz zu Gunsten Oesterreichs, kam aber wieder in’s Land zurück und trat es seinem Vetter, dem Cardinal Andreas Báthory ab, der aber auf der Flucht von einem Empörer, Namens Michael, umkam. Nun wurde Sigismund vom Landtage 1601 wieder zurückberufen, jedoch schon im folgenden Jahre entsagte er gegen ein Jahrgehalt von 50.000 Ducaten, welches ihm Kaiser Rudolph II. zusagte, zu Gunsten Rudolphs. Indessen hatte sich Stephan Bocskai – denn Moses Székely, auf den sich nun die Hoffnungen der Bewohner gerichtet, war besiegt und getödtet worden – durch den Beistand der Türken und den Anhang der Protestanten unterstützt, zum Herrn des Landes gemacht und erhielt es auch, 1605 im sogenannten Wiener Frieden von Rudolph zugestanden. Aber Stephan war kränklich, starb bereits 1606 und nun wurde Sigmund Rákoczy gewählt, der aber schon 1608 entsagte und mit Zustimmung der Stände die Herrschaft an Gabriel Báthori überließ. Als Báthori gegen den von den Türken unterstützten Gabriel Bethlen (Bethlen Gábor) auszog und 1613 umgebracht wurde, fiel die Wahl zum Großfürsten auf Gabriel Bethlen, den besten Regenten, den Siebenbürgen gehabt. In diese denkwürdige, mächtig bewegte Zeit fällt Pankraz’s siebenbürgische Kanzlerschaft. Im Jahre 1606 verlieh ihm Kaiser Rudolph II. die Freiherrnwürde. Freiherr Pankraz war mit Anna Dobszay, einer Tochter des Johann Dobszay und der Anna Spaczai vermält und stammen aus dieser Ehe Stephan, nachmaliger Bischof von Raab [4], Anna, vermälte Sigmund Freiherrn von Keglevich, Johann, jung gestorben, und Alexander, kais. Rath, Cubicularius, der im schönsten Mannesalter von 40 Jahren gestorben aus seiner Ehe mit Judith Pacsoth mehrere Kinder hinterließ, von denen Franz und Albert den Stamm fortsetzten. Die Linie Albert’s erlosch schon in seinen Kindern, während die von Franz gestiftete sich fortsetzte und bis zur Stunde in zwei Zweigen blüht [siehe die Stammtafel]. –