BLKÖ:Sermage von Szomszédvár, Karl Johann Peter Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 34 (1877), ab Seite: 150. (Quelle)
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Sermage von Szomszédvár, Karl Johann Peter Graf (Staatsbeamter und Poet, geb. zu Agram 24., n. A. 25. Februar 1793, gest. 13. August 1851). Ein Sohn des Grafen Peter Johann S., aus dessen zweiter Ehe mit Katharina Gräfin Nadasdy. Der Graf erhielt eine sorgfältige Erziehung im Elternhause, welche nach der Sitte jener Tage ein emigrirter französischer Abbé leitete, wobei, freilich auf Kosten manches Anderen, doch eine vollkommene Kenntniß des Französischen erzielt wurde. Eilf Jahre alt, verlor er seinen Vater durch den Tod und erhielt nun einen Stiftungsplatz in der Wiener Theresianischen Ritterakademie, wo er anfänglich mittelmäßige Fortschritte machte, später aber unter Anleitung eines Priesters der frommen Schulen, Christian Rubesch, sich insbesondere für die schöngeistige Richtung erwärmte und in derselben sich auch [151] selbst versuchte. Nun wurden auch die ernsten Wissenschaften mit Eifer und mit Vorliebe schöne Literatur betrieben. Im Jahre 1815 wurde er k. k. Edelknabe, im Jahre 1818 beendete er die philosophisch-juridischen Studien, vertheidigte öffentlich unter den Auspicien des Kaisers Franz II. mehrere Lehrsätze aus der theoretischen und praktischen Chemie und wendete sich nun als künftigem Berufe dem bergmännischen Fache zu. Nachdem er den berg- und hüttenmännischen Cursus an der kön. Bergakademie zu Schemnitz beendet, wurde er 1820 wirklicher Beisitzer des kön. Districtual-Berggerichtes daselbst und übernahm bald darauf auch die Kanzleidirection desselben. Im Jahre 1822 unternahm er zur weiteren Ausbildung im Bergfache auf Staatskosten eine größere Reise in’s Ausland, übernahm nach Rückkehr von derselben seine früheren Amtsgeschäfte und führte dieselben bis zum Jahre 1826, in welchen ihn der Kaiser zum Magnaten der Banal-Gerichtstafel für die Königreiche Dalmatien, Croatien und Slavonien ernannte. Als im Jahre 1833 durch den Tod seines Oheims, des Agramer Domherrn Joseph Sermage [s. d. S. 150][WS 1], der Posten eines kön. Oberschulen- und Studiendirectors für Croatien, Slavonien und die croatische Militärgrenze war erledigt worden, erhielt Graf Karl Johann Peter zugleich mit dem Titel eines kön. Rathes 1834 die Oberleitung dieses Studienbezirkes, behielt aber seine bisher bekleidete Stelle fort. In der Folge nach Wien berufen, erscheint er im „Genealogischen Taschenbuche der gräflichen Häuser“ für 1851 als Ministerialrath für Landescultur und Bergwesen, im folgenden für 1852, obgleich schon todt, als Ministerialrath im Justizministerium. Wie schon erwähnt worden, war es die schöne Literatur, welcher der Graf namentlich in seinen früheren Jahren mit Vorliebe huldigte und man begegnet seinen lyrischen Versuchen im zweiten Decennium des laufenden Jahrhunderts in mehreren Zeitschriften und Almanachen des In- und Auslandes, von letzteren unter Anderen in der „Minerva“. Von selbstständig erschienenen oder größeren Arbeiten des Grafen sind bekannt eine Sammlung Dichtungen, betitelt: „Reseda“ 2 Bände (Wien 1819, 8°.), deren erster Theil die Erzählung „Der Kuß“, und die Dichtungen: „Erziehung“, „Die Erzählung“, „Schnell erfüllter Wunsch“, „Des Dichters Abenteuer“, und die Schicksalstragödie: „Sühnung oder Eumenides“; der zweite Theil: „Der Schuß“, das Lustspiel „Vater und Sohn“ enthält. Unter dem Pseudonym Sabbas von Damaszkin gab er „Heros“. Ein Trauerspiel in 5 Aufzügen (Temesvár 1819, 8°.) heraus, welches Goedeke mit folgenden Worten charakterisirt: „Vortrefflich angelegte tragische Verwicklungen in kindischer Ausführung“. Außerdem sind mir bekannt im Hormayr’schen „Archiv“ für 1813, Nr. 85 und 86: „Von dem Grafen Conradin“; – im Taschenbuche „Aglaja“ für 1817: „Romanzide“ (S. 217 bis 248): – im Taschenbuche „Cornelia“ für 1816: „Conradin Herzog von Schwaben“; – in der „Minerva“ für 1822: „Die Spanierin“, geschichtliche Anekdote, und im Gräffer’schen „Conversationsblatt“ für 1819 [I. Bd.. S. 272]: „Geständnisse“, aphoristische Reflexionen. Graf Karl Johann Peter hatte sich im Jahre 1820 mit Marie Luise Christine geborenen Gräfin Breßler, aus welcher Ehe vier Töchter [vrgl. die Stammtafel] und zwei Söhne, Alfred Troyllo und Koloman Troyllo entstammen. Ersterer ist nunmehr Chef der ersten [152] Linie des Grafenhauses; Letzterer, Koloman, starb im schönsten Mannesalter von 29 Jahren als Hauptmann im k. k. Infanterie-Regiments Karl Fürst Schwarzenberg Nr. 19. Die Gräfin-Witwe hat sich zum zweiten Male mit Johann Ferdinand Freiherrn von Sallaba [Bd. XXVIII, S. 116, Nr. 2], zur Zeit k. k. Feldzeugmeister, verheirathet.

Jahrbuch für den Berg- und Hüttenmann. Herausgegeben von Kraus, Jahrg, 1852, S. 252: „Nekrolog“ von Oberleitner. – Scheyrer (Ludwig), Die Schriftsteller Oesterreichs in Reim und Prosa auf dem Gebiete der schönen Literatur u. s. w. (Wien 1858, typ.-literar.-artist. Anstalt 8°.) S. 377.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: S. 153.