BLKÖ:Skočdopole, Anton

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Škoda, Johann Karl
Band: 35 (1877), ab Seite: 64. (Quelle)
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Skočdopole, Anton (Theolog und Fachschriftsteller, geb. zu Soběslaw 2. December 1828). Der Name Skočdopole würde, wörtlich übersetzt, deutsch Springinsfeld heißen. S. besuchte das Budweiser čechische Gymnasium, trat im Jahre 1850 in das theologische Seminar daselbst und erlangte im Juni 1854 die Priesterweihe. Nun trat er in die Seelsorge, war mehrere Jahre als Caplan und Administrator verschiedener Pfarren thätig. Im Herbst 1858 zum Präfecten des Studenten-Seminars in Budweis berufen, trat er im Nov. genannten Jahres diese Stelle an. Im Oct. 1861 ernannte ihn sein Bischof zum supplirenden Professor der Pastoraltheologie an der theologischen Lehranstalt in Budweis, welche Stelle ihm schon im folgenden Jahre bleibend verliehen wurde. Im Jahre 1867 wurde er bischöflicher Notar. Schon während seiner Studienjahre trieb S. mit Eifer das Studium der vaterländischen Sprache und Literatur, machte sich aber zugleich mit den übrigen slavischen Literaturen, namentlich der südslavischen, bekannt und war unter seinen Collegen einer der entschiedensten und eifrigsten Vertreter der nationalen Bestrebungen. Besonders seinen Bemühungen verdankt die čechische Bibliothek des Budweiser Gymnasiums ihren Aufschwung. Im geistlichen Seminar war er zu einer Zeit, als noch die Verbreitung čechischer Bücher eine nichts weniger als große war, der Vermittler für diese Literatur, deren Erzeugnisse dann aus Prag nach Budweis kamen. Nachdem er die Studien beendet, ward er auch schriftstellerisch und zwar zunächst im theologischen Fache thätig. Er schrieb für den „Blahověst“, d. i. Der Evangelist, den „Zábavník učitelski“, d. i. Das pädagogische Unterhaltungsblatt in Pisek, vornehmlich aber für den „Časopis katol. duchovenstwa“, d. i. Die Zeitschrift der katholischen Geistlichkeit. In den Jahren 1859 und 1860 schrieb er eine Folge von zwanzig und mehr Artikeln über die Völker slavischer Zunge im Kaiserstaate, welche in dem damaligen Wiener politischen Blatte „Die Gegenwart“ abgedruckt waren. In aufregender und energischer Sprache gehalten, verfehlten sie ihr Ziel nicht, in den Čechen, Mährern und Südslaven den Geist gemeinschaftlicher slavischer Tendenzen zu wecken und zu fördern. Im Jahre 1863 gab er in Gemeinschaft mit einem geistlichen Collegen die Flugschrift: „Blahobojný venkovan“, d. i. Der glückzerstörende Landmann, heraus. In den Jahren 1866 und 1867 verband er sich mit dem in čechischen Kreisen bekannten Kanonikus K. Vinařicky und veröffentlichte mit ihm die Flugschriften: „Jesuité“, d. i. Die Jesuiten, und „Druhá a poslední odpověd Nár. Listům k otázce o jesnitech“, d. i. Zweite und letzte Antwort für die Narodne listy in der Frage über die Jesuiten. Seine nächstfolgenden Schriften waren: „Obecná či [65] národní škola. Její opravy a oddlění od cirkve“, d. i. Allgemeine oder nationale Schule. Ihre Reform und Entfernung von der Kirche (Prag 1868); – „Katechismus náboženství katolického pro školy obecné“, d. i. Katechismus des katholischen Glaubens für Gemeinde-Schulen (Prag 1872). Das nächste, woran er arbeitete, war ein čechisches Handbuch der Pastoraltheologie, wovon ein paar Hefte, die Liturgik und Homiletik enthaltend, schon erschienen sind.

Slovník naučný, Redactor Dr. Frant. Lad. Rieger, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt von Dr. Franz Ladisl. Rieger (Prag 1859, I. L. Kober, Lex.-8°.) Bd. XI, S. 164 und 611.