BLKÖ:Sonnleithner, Franz Xaver

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 36 (1878), ab Seite: 4. (Quelle)
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Sonnleithner, Franz Xaver (Magistratssecretär der Stadt Wien, geb. zu Wien im Jahre 1759, gest. ebenda 10. April 1832). Ein Bruder des Christoph Heinrich [S. 3], Ignaz [S. 5] und Joseph [S. 9]. Trat nach beendeten Studien bei dem Magistrate der Stadt Wien ein, wo er k. k. Rath und Magistratssecretär wurde. Dabei war er nach verschiedenen Richtungen hin, vornehmlich aber auf rechts- und staatswissenschaftlichem Gebiete schriftstellerisch thätig und hat folgende Schriften, darunter mehrere Uebersetzungen herausgegeben: „Abhandlung von den Titeln und Wappen der römischen Kaiser“ (Wien 1781, Ghelen, 8°.); – „Beweis, dass die geistlichen Freistätten nach ihrem Ursprunge dem Grundsätze des allgemeinen Staatsrechtes nicht entgegen, sondern demselben gänzlich angemessen [5] waren“ (Wien 1781, Kurzböck, 8°.); – „Erklärung der wichtigsten und nothwendigsten Materien aus den Institutionen und Pandecten. Zum Gebrauche der Gerichtshöfe Deutschlands“ I. Theil (Wien 1781, gr. 8°.), erschien anonym und nicht mehr als dieser eine Band; – „Gedanken über den Ursprung und die verschiedenen Dienste der schönen Wissenschaften und Künste. Aus dem Französischen“ (Wien 1781, 8°.); – „Lehrbegriffe des peinlichen Rechtes“ (Wien 1784, Hörling. 8°.), eine Uebersetzung des Werkes von Ch. Hupka: „Positiones juris criminalis secundum Constitutionem Theresianam“; – „Sechs akademische Vorlesungen über das Naturrecht“ (Wien 1784, Hörling, 8°.), eine Uebersetzung der Schrift des Freiherrn von Martini: „De lege naturali exercitationes sex“; – „Schilderung der Klöster und einige sehr merkwürdige Klostergeschichten. Aus dem Französischen“ (Wien 1788. Hörling, 8°.); – „Neuestes vollständiges Handbuch der österreichischen Rechte, wir sie unter Joseph II. bestehen“, 5 Bände (Wien 1785 und 1786, J. G. Mösle, 8°.); nur die ersten zwei Bände gab Sonnleithner heraus, die folgenden drei Bände besorgte ein Anonymus unter der Chiffre: „F. X. v. M.“; – „Anmerkungen zum neuen Josephinischen Criminalgesetz“ (Wien 1787, 8°.); –– „Theoretisch-praktische Vorlesungen über die allgemeine, in den k. k. Erblanden bestehende Criminalgerichtsordnung“, 3 Theile (Wien 1789–1790, D. Hörling, 8°.); – „Praxis im Styl der öffentlichen Geschäfte“ (Wien 1804, Gerold, 8°.); – „Faniska. eine Oper in drei Acten. Aus dem Französischen“ (Wien 1806): – „Ueber Religion und Vernunft als Grundlage der geoffenbarten“ (Wien 1808, Gerold. 8°.). Die aus dem Französischen übersetzte Oper: „Faniska“ wird von Einigen seinem Bruder Joseph zugeschrieben und von Anderen wieder wird die von dem Advocaten Ignaz Sonnleithner veröffentlichte „Inaugural-Dissertation über das Verhältniß der Provinz Elsaß zum deutschen Reiche“ als von Franz X. S. verfaßt bezeichnet.

Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. V, S. 78.