BLKÖ:Spaur, Clara Maria

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Spaur, Chrysanth (I.)
Band: 36 (1878), ab Seite: 94. (Quelle)
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Maria Clara von Spaur, Pflaum und Valör in der Wikipedia
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7 a). Clara Maria (Geburtsjahr unbekannt, gest. zu Cöln 14. December 1644), ist eine Tochter des Freiherrn Leo von Spaur. Sie trat in ein Nonnenkloster, und wurde am 11. Februar 1614 zur Aebtissin von Essen gewählt. Sie starb gleichsam im Exil am 14. December 1644 zu Cöln, wo sie bei den Kapuzinern bestattet ist. Sie war fünf Sprachen kundig, beredt, eine eifrige Katholikin und eine Mutter der Armen. Auch zwei ihrer Schwestern waren Aebtissinen: die eine, Katharina, gefürstete Aebtissin von Buchau in Schwaben, von welchem Stifte und dem daselbst herrschenden Leben erst jüngst Julius von Traun in seiner Novelle: „Die Aebtissin von Buchau“ ein so reizendes Gemälde entworfen und damit einen ganz prächtigen culturgeschichtlichen Beitrag geliefert hat; die zweite, Anna Genevra, ward 1622 Aebtissin des adeligen Frauenstiftes zu Sonnenburg in Tirol, dieses nunmehr in Trümmern liegenden Klosters, dem Hermann von Gilm so wehmüthige Strophen gewidmet. Die genannte Aebtissin Anna Genevra war eine ganz energische Dame. Als der Bischof von Brixen, unter dessen Oberherrlichkeit das Nonnenstift sich befand, einen Kloster-Caplan, der ein Ausländer war, und sich ärgerlich betragen hatte, aus der Diözese verwies, weigerte sich die Aebtissin, Gräfin Spaur, mit solcher Entschiedenheit, den geistlichen Herrn aus dem Kloster zu entfernen, daß sie sich lieber excommuniciren als beugen ließ! Das Stift wurde von Kaiser Joseph am 28. April 1785 aufgehoben, mit der Anordnung: das [95] Stammvermögen, das ungefähr eine halbe Million Gulden betrug, sei für das zu jener Zeit errichtete Priester-General-Seminar und zu Dotationen für viele neue Seelsorgestationen und Schulen zu verwenden. Der landständische Platz der Sonnenburger Aebtissin aber wurde der Dechantin des adeligen Damenstiftes in Innsbruck zugewiesen. –