BLKÖ:Stephan, Peter

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Stephan (Kapuziner)
Band: 37 (1878), ab Seite: 301. (Quelle)
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8. Unter dem Namen Peter Stephan führt Dlabacz in seinem „Künstler-Lexikon Böhmens und Mährens“ den berühmten niederländischen Zeichner und Maler Peter Steevens an, der 1540 zu Mecheln geboren ist. Der Künstler hatte in seinem Vaterlande sich gebildet und folgte im Jahre 1590 einem Rufe des Kaisers Rudolph II. nach Prag, wo er mehrere Jahre arbeitete. Daselbst nannte er sich meist P. Stephani. Sein Ruf als Künstler ist kein geringer, jedoch sind von seinen Arbeiten mehr die nach seinen Zeichnungen ausgeführten Stiche, als seine Oelgemälde bekannt, und erstere von Kennern ebenso geschätzt als gesucht. Die Belvedere-Gallerie in Wien besitzt von Peter Stephan ein auf Kupfer gemaltes Oelbild, ein Jagdstück vorstellend: „Ein Hirsch wird im Walde von zwei Jägern mit ihren Hunden verfolgt“ (1 Fuß 2 Zoll br., 10 Zoll h.). Unser Peter Stephan hat zahlreiche Ansichten aus Böhmen gezeichnet und mit Figuren, theils biblischen, theils allegorischen Darstellungen, staffirt. Von seinen Zeichnungen haben mehrere Sadeler, dann Joannes Barra, H. Hondius, S. Major u. A. gestochen. Davon sind für uns bemerkenswerth: eine Folge von zwölf Ansichten aus Böhmen, mit Staffage, gestochen von S. Major; – dann mehrere Folgen böhmischer Landschaften, zu sechs und zwölf Blättern vereinigt, im Ganzen vierzig Nummern, von M(arcus), R(aphael), J(ohann) und E(gid) Sadeler gestochen. Es ist auch ein gestochenes Blättchen bekannt, das dem Grabstichel unseres Peter Stephan zugeschrieben wird: „Eine kleine Gebirgslandschaft mit italienischen Bauwerken und mit dem Hauptmanne von Capernaum“. Peter Stephanus inventor 1613, 4°. Es ist in Titian’s oder Campagnola’s Charakter behandelt. Nicht zu verwechseln ist dieser Stephan (Steevens) mit seinem Namensvetter Palamedes Steevens (geb. 1607, gest. 1638), der niederländischer Schlachtenmaler war, meist unter dem Namen Palamedes bekannt und in der Belvedere-Gallerie zur Stunde noch durch einen „Reiterangriff“ (bezeichnet Pallamedes, gemalt auf Holz) vertreten ist. früher aber noch durch ein zweites Bild: [302] „Eine Soldatenwachstube“ (auch auf Holz gemalt) vertreten war. – Von einem J. J. Steevens[WS 1] besitzt die gräflich Sternberg-Manderscheid’sche Sammlung ein Blatt, das die große pyramidale Betsäule, zur Erinnerung an die in Prag unter Karl VI. entstandene Pest an der Kleinseite errichtet. Aliprandi inv., J. J. Stevens sc. (gr. Roy.-Fol.), vorstellt Dieser J. J. Steevens scheint zur Familie des Peter S. zu gehören. Ueber die Künstlerfamilie Stephan – nämlich die Nachkommen des obigen Peter Steevens – in Böhmen und die als Stevens, Steevens, Stephan und Stephani erscheinen, ist noch manches Dunkel zu lichten. [Dlabacz (Gottfried Johann), Allgemeines historisches Künstler-Lexikon für Böhmen und zum Theile auch für Mähren und Schlesien (Prag 1815, Gottl. Haase, 4°.) Bd. III, Sp. 207. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1839, E. A. Fleischmann, 8°.) Band XVII, S. 250 u. f.] –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Johann Jakob Stevens von Steinfels (Wikipedia).