BLKÖ:Strahowsky, Bartholomäus

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Strahl, Adolph
Band: 39 (1879), ab Seite: 217. (Quelle)
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Strahowsky, Bartholom. (Kupferstecher, geb. in Prag um 1683, Todesjahr unbekannt). In der Taufmatrikel zu St. Rochus auf dem Strahow bei Prag, von 1683 und 1684, steht als Pathe unseres Künstlers ein Anverwandter desselben, Namens Johann Strahowsky, aus dem Dorfe Motol bei Prag, eingeschrieben. Außer dieser Notiz findet sich nirgends ein Hinweis auf S.’s Jugendzeit. Auch über seinen weiteren Lebens- und Bildungsgang weiß nicht einmal der so emsig forschende Dlabacz etwas zu berichten. Sein Name hat sich nur noch auf einem halben Hundert Kupferstiche erhalten, welche aus Heiligenbildern, [218] Ansichten von Grab- und Denksteinen, aus Siegeln, Bildnissen und dergleichen bestehen. Daß er von 1721 bis 1757 seine Kunst in Breslau ausübte, erhellt aus jenen Blättern, auf denen er seiner Unterschrift den Namen dieser Stadt beigesetzt. Ein einziger Kupferstich (35), welcher die Siege des Königs von Preußen darstellt, ließe wohl aus den seinem Namen beigefügten Worten sc. und excud., die Folgerung zu, daß er auch einen Kunsthandel betrieben habe. Strahowsky’s Blätter lassen wir in vier Abtheilungen folgen.

Uebersicht der Arbeiten von Bartholomäus
Strahowsky.
I. Heiligen- und religiöse Bilder. 1) „Namen Jesu“. Strahowsky sc. Wratislaviae (Fol.). In Leopold Grim’s „Dissertationes Theologicae“ (Wratislawiae an. 1731 excusae). – 2) „Marienbild zu Warta“. Strahowsky fecit Wratislawiae (8°.). – 3) „Marienbild zu Glatz“, nebst der Grabstätte des Prager Erzbischofs Arnost von Pardubitz. Strahowsky fecit, Wratislawiae (8°.). – 4) „Marienbild bei den Franziskanern in Namslau“. Strahowsky fecit, Wratislawiae (8°.). – 5) „Marienbild“, mit der folgenden Unterschrift: „Du Mein AndrEsther hast den Aman überwunden, und Mardocheum schon zum Todt verdambt entbunden, Erwerb mir bei Aßuero die ohnendl. Gnadens-HuIdt Frey AUch mich LHier orths ABzählen, was vErschuldt“. Das Bild ist insbesondere noch dadurch bemerkenswerth, daß die vorstehende Unterschrift ein Akrostichon, nämlich den Namen des durch den Strang unschuldig hingerichteten Andreas Faulhaber enthält. Es ist Strahowsky sculp., Wratisl., bezeichnet. – 6) „Der h. Ignaz von Loyola“, den Drachen mit dem h. Kreuze bannend, mit der Unterschrift: „S. Ignatius de Loyola Societ. Jesu Fundator. Quis est hic et laudabimus cum? fecit enim mirabilia in vita sua. Eccli. 31, V. 9“, Strahowsky sc., Wratislav. 1721 (8°.). Dieser Kupferstich bildet das Titelblatt zu dem Werke des polnischen Jesuiten Stephan Poriński „Apocalypsis ascetica seu Exercitia S. P. Ignatii“. – 7) „Der h. Ignaz“, als Stifter und erster General der Gesellschaft Jesu. Strahowsky sc., Wratisl. 1731 (Fol.). – 8) „Der heilige Thomas von Aquin“, vor dem Crucifix kniend und von zwei Engeln gehalten. Aus dem Munde des gekreuzigten Heilandes gehen die Worte: „Bene scripsisti de me, Thoma“. Unten stehen die Verse: „Moribus Angelicum monstrant consortia Thomam | Doctrina summum Summa probata docet | Omnibus insignem pandunt Insignia Nostitz (Ottonis Wenceslai) | Noscitur ex alis Angelus esse suis“. Unter den Füßen eines Engels liest man: Strahowsky sc., Wratislawiae 1728“ (Fol.). Dieses Blatt befindet sich als Titelbild vor dem Werke des Ivan Förschan, S. J. Phil. Doc.: „Oratio de S. Thoma Aquinate Wratislaviae habita“. – 9) „Der h. Thomas von Aquin“. Strahowsky sculps.. (Fol.). Derselbe Heilige in anderer Gestalt als Titelblatt zu des Caspar Jokisch lateinischer Lobrede auf ihn (1734, Fol.). – 10) „S. Dominicus“. Strahowsky sc., Wratislawiae 1728 (8°.). – 11) „Die heilige Hedwigis“, in der St. Peterskirche zu Liegnitz. Strahowsky sc. (4°.). – 12) „Der fromme Ernest“, Erzbischof von Prag. Barthol. Strahowsky sculp., Wratisl. (8°.)“. – 13) „Die hh. Johannes und Paul“, mit Abbildung einer Kirche. Strahowsky fecit Wratislawiae (8°.). – 14) „Der h. Onuphrius“, wie ihm der Engel das h. Abendmahl reicht. Strahowsky fecit Wratislawiae (8°.).
II. Die Bildnisse. 15) „Jacob Lainez“. General des Jesuiten-Ordens. – 16) „Der h. Franz Borgias“, General des Jesuiten-Ordens (Fol.). – 17) „Everardus Mercurianus Belga“, General des Jesuiten-Ordens. – 18) „Claudius Aquaviva“, Generalis Soc. Jesu. – 19) „Mutius Vitellescus, Romanus“, Gen. S. J. – 20) „Vincentius Caraffa“, Gen. S. J. – 21) „Franciscus Piccolomeus Senensis“, Gen. S. J. – 22) „Alexander Gottifredus“, Gen. S. J. – 23) „Goswinus Nickel, Germanus“, Gen. S. J. – 24) „Joannes Paulus Oliva, Genuensis“, Gen. S. J. – 25) „Carolus de Noyelle, Bruxellensis“, Gen. S. J. – 26) „Thyrsus Gonzales, Hispanus“, Gen. S. J. – 27) „Michael Angelus Tamburinus“, Gen. S. J.[219] 28) Franciscus Retz, Bohemus Pragensis“, Gen. S. J. – Die Blätter 1, 7 und 15 bis 28 befinden sich auch in Leopold Grim’s „Dissertationes Theologicae“ (Wratislawiae an. 1731 excusae fol.) und ist jedes mit dem Namen des Künstlers, des Ortes und der Jahreszahl Strahowsky sc., Wratisl. 1731 bezeichnet. – 29) Georgius Thebes J. U. D. Syndic. Lignit. nat. A. C. MDCXXXVI D. VIII. Jan. Den. A. MDCLXXXIX D. XVI. Sept. aet. ann. LII. Mens. VIII. D. III“. Darunter sechs deutsche Verse von M. G. B. Scharff; bezeichnet: „Barth. Strahowsky sculp., Wratislawiae“ (Fol.). Titelbild zu des G. Thebesius’ „Liegnitzische Jahrbücher..., herausgegeben von M. Gottfried Balth. Scharffen“ (Jauer 1733, Fol.), – 30) Porträt des Herzogs Friedrich II. – 31) Porträt des Herzogs Friedrich III. – 32) Porträt des Herzogs Heinrich des Dicken. – 33) Abbildung des Herzogs Wenzel I., wie sie noch 1733 in der Kirche zu St. Johann in Liegnitz zu sehen war. – 34) Bildniß des Herzogs Ludwig I., welches in der Kirche zu St. Johann in Liegnitz aufbewahrt wird. Auf demselben Blatte befinden sich noch zwei Sigille: Ruperti primi ducis Silesie etc.“ und Wenceslai secundi episcopi wrat. etc.“.
III. Historische Blätter. 35) „Vorstellung der Siege, die der König von Preußen erfochten hat.“. Bezeichnet „Barth. Strahowsky sc. et excud. Wratislawiae anno 1745“ (Fol.). – 36) „Die Lebensgeschichte des Arnost“, ersten Erzbischofs von Prag, auf einer Kupfertafel vorgestellt. Bezeichnet „Barth. Strahowsky sculp. Wratisl.“ (8°.).
IV. Verschiedene Monumente, Grabsteine, Sigille und Wappen. 37) Monument dem Boleslaus Altus in der Stiftskirche zu Leubus, aus Messing errichtet, mit dem Wappen des Herzogs von Meran und der Stadt Meran. – 38) Grabstein des Herzogs Henricus Barbatus, in der St. Bartholomäuskirche zu Trebnitz; mit zwei Sigillen. – 39) Grabstein des Herzogs Heinrich II. in der Prämonstratenser Kirche zu St. Vincenz in Breslau“. – 40) Grabstein Heinrichs IV. an der Domkirche zu Breslau. – 41) Grabstein des Herzogs Heinrich VI. in der St. Clarakirche zu Breslau, mit einem Sigill des Herzogs Boleslaus. – 42) Grabstätte des Herzogs Boleslaus von Brieg. – 43) Grabstein des Herzogs Wenzel I. und seiner Gemalin Anna, in der Kirche zu St. Johann in Liegnitz. – Ferner die Siegel: 44) Des Herzogs Heinrich IV.; – 45) Bolco’s, ersten Herzogs von Schlesien und Herrn von Börstenbergh; – 46) Des Herzogs Boleslaus; – 47) Des Herzogs Wenzeslaus; – 48) Des Herzogs Ludwig II.; – 49) Der Herzogin Elisabeth; und 50) Das „Wappen der Nachkommenschaft Friedrichs II.“ – Die Bildnisse Nr. 30–34, die Denkmale und Grabstätten Nr. 37–43 und die Siegel und Wappen Nr. 44–50 gehören zu des Georg ThebesiusLiegnitzischen Jahrbüchern“, herausgegeben von G. B. Scharffen (Jauer 1733, Fol.) und sind alle mit des Künstlers Namen Strahowsky sc. oder sculp. bezeichnet, Strahowsky’s Arbeiten, von denen die meisten in der Strahower Stiftsbibliothek aufbewahrt werden, sind sorgfältig und sauber gestochen; Füßly jun., der ihn Florian Bartholomäus nennt und von ihm einen Bartholomäus Strahowsky unterscheidet, bezeichnet ihn als einen guten Kupferstecher.
V. Quellen zur Biographie. Füßly, Allgemeines Künstler-Lexikon (Fol.) S. 632. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1839, E. A. Fleischmann, 8°.) Bd. XVII, S. 453.