BLKÖ:Strauß, Franz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Strauß, Joseph II.
Band: 39 (1879), ab Seite: 362. (Quelle)
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Außer den bisher angeführten Personen des Namens Strauß sind noch erwähnenswerth:

1. Franz Strauß (geb. zu Matzen nächst Mattersdorf im Jahre 1790, gest. zu Wien am 21. Juli 1874). Nachdem er im Jahre 1819 in Wien die medicinische Doctorwürde erlangt hatte, trat er daselbst in die Praxis welche er über ein halbes Jahrhundert ausübte. [363] Er diente vierzig Jahre als Bezirksarzt der Leopoldstadt und galt als eine der volksthümlichsten Persönlichkeiten des vor- und nachmärzlichen Wien. Er war es auch, der seinen Namensvetter, den Walzerkönig Strauß, zweimal, im Winter 1838 und im Frühlinge 1839, in lebensgefährlicher Krankheit behandelte und beide Male dem Tode entriß. Seinen ärztlichen Ruf begründete er in den Dreißiger-Jahren, als die Choleraseuche zum ersten Male in Wien ausbrach und allenthalben Schrecken und Entsetzen verbreitete. Da war es Strauß, der mit hochsinniger Unerschrockenheit seines Amtes waltete und der um sich greifenden Verwirrung durch Energie und Umsicht steuerte. Für seine mannigfaltigen Verdienste als Arzt erhielt er von Seite der Stadt Wien die höchste Auszeichnung, welche die Commune der Reichshauptstadt verleihen kann, die goldene Salvator-Medaille, von seinem Kaiser aber das Ritterkreuz des Franz Joseph-Ordens und den Titel eines Medicinalrathes. Durch seine fast athletische Erscheinung fiel er überall auf, wo er erschien, durch seine schlichte, biedere, dabei energische und freimüthige Weise aber gewann er sich sofort die Herzen Jener, welche seines Rathes und seiner Hilfe bedurften. Auch genoß er den Ruf eines eifrigen Numismatikers und besaß eine Münzensammlung, welche nach dem Urtheile von Kennern die bedeutendste aller je im Besitze von Privaten befindlichen war. Er erreichte das hohe Alter von 84 Jahren und starb als Senior der Wiener medicinischen Facultät. [Schramm-Macdonald (Hugo Dr.), Die Urne. Jahrbuch für allgemeine Nekrologie (Leipzig 1876, E. G. Theile, 8°.) II. Jahrg. (1874), S. 85.] –