BLKÖ:Strauß, Friedrich Dionys

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Strauß, Franz
Band: 39 (1879), ab Seite: 363. (Quelle)
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2. Friedrich Dionys Strauß (geb. in Mährisch-Trübau am 16., n. A. 17. Februar 1660, gest. im Chorherrenstifte Hradischt bei Olmütz am 17. Juni 1720). Sohn eines Malers. In früher Jugend schon zeigte er ein hervorragendes Talent für Kunst. Nachdem er in das Prämonstratenser Chorherrenstift zu Hradischt bei Olmütz eingetreten, setzte er seine künstlerische Beschäftigung fleißig fort. Zu den Disputationsthesen, welche zu jener Zeit gedruckt vertheilt wurden, führte er nicht selten Entwürfe und Zeichnungen aus, welche so gelungen waren, daß sie die Aufmerksamkeit seines Abtes auf sich zogen. Damit das ausgeprägte Talent nicht verkümmere, schickte dieser den jungen Mönch nach Olmütz in das Augustiner-Chorherrenstift zu Allerheiligen, dessen Dechant Martin Anton Lublinsky (geb. 1643, gest. 1690) – und nicht Leblinsky, wie Dudik ihn nennt – ein sehr tüchtiger Maler war. Bei diesem machte der junge Künstler bald so große Fortschritte, daß sein Abt sich veranlaßt fand, ihn zur weiteren Ausbildung nach Rom zu bringen. Im März 1690 trat Strauß die Reise dahin über Venedig und Florenz an. Nur durch einen Besuch Neapels unterbrach er die dreijährige Arbeit im Prämonstratenserkloster. Nach den besten Mustern gebildet, deren die ewige Stadt so viele besitzt, kehrte er mit einer großen Anzahl Copien der herrlichsten Werke alter Meister in seine Heimat zurück, wo er auch fernerhin künstlerisch thätig war. Von seinen Arbeiten sind folgende zu verzeichnen: die Fresken im Bibliothekssaale seines Klosters Hradischt; – sämmtliche Plafonds in den Gemächern der Abtswohnung; – die Fresken in den Conventsgängen; – die Fresken in den Residenzen auf den dem Stifte Hradischt gehörigen Gütern; – die Decke in der Capelle zu Schebetau; – ferner in Oel: die Altarbilder in der Kirche am heiligen Berge bei Olmütz, und in der Capelle zu Schebetau. Von seinen zahlreichen Arbeiten haben sich nur die bisher angeführten erhalten. Der Augsburger Kupferstecher Philipp Jacob Leidenhoffer hat das Bildniß des Abtes Zielecky von Hradischt nach dem Oelgemälde[WS 1] unseres Strauß gestochen. Aber auch als Schriftsteller wirkte der Künstler-Chorherr. Er schrieb viele Gelegenheitsgedichte und Epigramme, eine Geschichte des Stiftes vom Beginne der Gründung desselben und mehrere theologische Abhandlungen. Gegen das Ende seines Lebens litt er an Lähmung der Hände. [Dlabacz (Gottfried Johann), Allgemeines historisches Künstler-Lexikon für Böhmen und zum Theile auch für Mähren und Schlesien (Prag 1815, Haase, 4°.) Bd. III, S. 223. – Schmidl (Ad.), Oesterreichische Blätter für Literatur und Kunst (Wien, 4°.) 1844, IV. Quartal. S. 621, im Aufsatze: „Kunstschätze aus dem Gebiete der Malerei in Mähren“. Von P. Beda Dudik. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1839, E. A. Fleischmann, 8°.) Bd. XVII, S. 471. – Wolny, Kirchliche Topographie von Mähren (Brünn, gr. 8°.) Olmützer Diöcese, Bd. I, S. 3229 und 347.] –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Oelgegemälde.