BLKÖ:Stricker, Karoline

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 40 (1880), ab Seite: 42. (Quelle)
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Stricker, Karoline, Pseudonym St. Nelly (Schriftstellerin, geb. im Jahre 1790, gest. zu Prag im Jänner 1847). Das Brümmer’sche „Deutsche Dichter-Lexikon“ gibt wohl im II. Bande, S. 87 unter dem Namen St. Nelly den Aufschluß, daß sich unter diesem Pseudonym Frau Caroline Stricker berge, Näheres aber bringt es unter dem Artikel Nelly nicht, und ein Artikel Karoline Stricker fehlt ganz. Wo Karoline Stricker das Licht der Welt erblickte, können wir nicht angeben; sie ist eine geborene Schütz, aber nicht zu verwechseln mit Charlotte Schütz (geb. in Halle 1789, gestorben 26. December 1817), der Verfasserin der trefflichen Erziehungsschrift: „Maria Desdemona“ (Halle 1818). Karoline vermälte sich mit einem königlich sächsischen Officier Namens Stricker, den sie später durch den Tod verlor. Als Witwe lebte sie viele Jahre in Böhmen, zuletzt in Prag, früher in Bodenbach bei Tetschen, welch letztere Gegend sie auch in einer ihrer Schriften verherrlicht. Sie hat sich als deutsche Jugend- und Roman-Schriftstellerin bekannt gemacht. Von ihren Werken können wir anführen: „Jugendbilder. Herausgegeben von F. Tarnow.“ 2 Bande (Leipzig 1827 und 1828, Kollmann, 8°.); – „Cleveland, natürlicher Sohn Cromwell’s, von ihm selbst geschrieben und frei ins Deutsche übertragen von St. Nelly. Mit einer Einleitung von Hofrath Böttiger.“ 3 Theile (Leipzig 1832, Brockhaus, 8°.), es ist dies eine verkürzte Umdichtung des im Jahre 1782 zu Utrecht in sechs Bänden erschienenen Romans „Histoire de M. Cleveland.“ von Ant. Franç. Prévost d’Exiles[WS 1] (geb. 1697, gest. 1763); – „Novellen. Mit einem Vorwort von Theodor Hell.“ 3 Bände (I. und II. Bd., Meißen 1837, Goedsche; III. Bd., Leipzig 1841, Meißner, 8°.; später alle drei Bände, Hamburg, Engel); die Titel der darin enthaltenen Novellen sind: „Cesarini“ – „Die Fahrt mit der Eilpost“ – „Die Reise nach Tetschen oder die Schäferwand“ – „Der Jäger und sein Liebchen“ – und „Benno oder die Verwandtschaften“; – „Blüthen aus Tetschens goldenen Auen.“ 3 Theile (Leipzig 1843, Wienbrock); – „Die Rückkehr ins Vaterhaus“ [43] (ebd. 1844); – „Schloss Lilienhof oder die nordischen Flüchtlinge.“ 2 Bde. (ebenda 1844, kl. 8°.); – „Das Haus der Nichte. Novelle.“ 2 Bde. (ebd. 1845). Außerdem enthält die Bibliothek für die reifere Jugend, im VII. Bande Karolinens Erzählung „Die junge Künstlerin“. Frau Nelly-Stricker war eine gute Erzählerin. Ihre „Blüthen aus Tetschens goldenen Auen“, worin sie die um das herrliche Graf Thun’sche Schloß Tetschen gelegene Gegend an der Elbe, welche gleichsam den Anfang der sächsischen Schweiz bildet, poetisch verklärt, möchten ihr bestes Werk sein.

Frankl (Ludwig August Dr.), Sonntagsblätter (Wien, gr. 8°.) VI. Jahrg. (1847). im Beiblatte „Der Wiener Bote“, Nr. 2, S. 15: „Oesterreichischer Nekrolog“.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Ant. Franç. Prévót d’Exiles.