BLKÖ:Stummer von Traunfels, Joseph Ritter von

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Nächster>>>
Stummer, Joseph
Band: 40 (1880), ab Seite: 195. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Josef Stummer von Traunfels in der Wikipedia
GND-Eintrag: 122985923, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Stummer von Traunfels, Joseph Ritter von|40|195|}}

Stummer von Traunfels, Joseph Ritter von (Techniker, Ort und Jahr seiner Geburt unbekannt). Zeitgenoß. Nachdem er in Wien das Studium des Baufaches vollendet hatte, widmete er sich dem Lehramte. „Ein noch junger Mann“, wie Exner berichtet, wurde er im Studienjahre 1835/36 zum ordentlichen Professor der Land- und Wasserbauwissenschaften am Wiener polytechnischen Institute ernannt. Infolge des großen Umfanges, den diese Wissenschaften mit der Zeit gewannen, theilte er seinen Lehrgegenstand in zwei Fächer. Als zu Anfang der Vierziger-Jahre die steigende Frequenz des Institutes eine Vergrößerung des Baues nothwendig machte, wurde dieser unter seiner persönlichen Leitung durchgeführt. So entstand unter ihm der mittlere Tract und jener Theil des Gebäudes, der in die Paniglgasse sich erstreckt. In der Folge wurde Stummer Präsident des Directoriums der k. k. priv. Kaiser Ferdinands-Nordbahn, Vice-Präsident des Verwaltungsrathes der Karl Ludwig-Bahn und Verwaltungsrath der Kärnthnerischen Eisenbahn. Aus seiner verdienstlichen Thätigkeit heben wir nachstehende Momente hervor. Im Jahre 1862 vollendete er zwei Werke: eine graphische Darstellung der Gliederung der österreichischen Lehranstalten und eine historiographische Darstellung der Geschichte der Kaiser Ferdinands-Nordbahn. In ersterem entwirft er in großen Wandtafeln nach Art der Stammbäume bildliche Darstellungen der Gliederung der Civil- und der Militärschulen in Oesterreich; in dem zweiten aber stellt er in symbolischen Zeichen alle von Jahr zu Jahr eingetretenen Ereignisse und Leistungen der Kaiser Ferdinands-Nordbahn in Bezug auf Baubetrieb und financielle Gebarung während ihres 25jährigen Bestandes dar. Beide Werke sind in Conception und Ausführung seine eigenste Schöpfung. Für das letztere erhielt er bereits auf der Pariser Ausstellung des Jahres 1855 die Medaille erster Classe. Bei wiederholter Exposition desselben, auf der Londoner Ausstellung im Jahre 1862, wurde er daselbst mit der Medaille erster Classe, von Seiner Majestät dem Kaiser von Oesterreich mit der goldenen Medaille für Kunst und Wissenschaft und von der Generalversammlung der Kaiser Ferdinands-Nordbahn mit einem Ehrengeschenk von 1000 Ducaten ausgezeichnet und zugleich die Vervielfältigung des [196] Werkes in Farbendruck auf Kosten der Gesellschaft angeordnet. Auch als Fachschriftsteller war Stummer thätig. und zwar gab er heraus: „Praktische Anleitung zum Traciren der Eisenbahnen“ (Weimar 1867, B. F. Voigt, gr. 8°., XII und 170 S., mit 4 Tabl. in gr. 4°. und Gr.-Fol. und 4 Steintafeln mit 34 Abbildungen in Qu.-Fol.) und begründete im Jahre 1874 das Fachblatt: „Stummer’s Ingenieur. Internationales Organ für das Gesammtgebiet des technischen Wissens und Repertorium der hervorragendsten ausländischen Fachjournale“, wovon jährlich ein Band in Großquart mit eingedruckten Holzschnitten bei Fromme in Wien erscheint und von Stummer redigirt wird. Im Jahre 1867 wurde er mit allerhöchster Entschließung vom 24. Jänner auf eigenes Ansuchen bezüglich seines Lehramtes am Polytechnicum in den bleibenden Ruhestand versetzt und ihm in Würdigung seiner langjährigen treuen und ausgezeichneten Dienste der Titel eines Regierungsrathes verliehen, nachdem er bereits im Jahre 1865 mit dem Orden der eisernen Krone dritter Classe decorirt und im April 1866 den Ordensstatuten gemäß in den erbländischen Ritterstand mit dem Prädicate von Traunfels erhoben worden war. Stummer ist überdies Vice-Präsident des Verwaltungsrathes des österreichischen Kunstvereines, wirkliches und Ehrenmitglied mehrerer wissenschaftlichen Vereine und von Seiner Heiligkeit dem Papste Pius IX. und von Preußen mit Orden ausgezeichnet.

Exner (Wilhelm Franz), Das k. k. polytechnische Institut in Wien, seine Gründung, seine Entwicklung und sein jetziger Zustand (Wien 1861, Friedr. Forster, 8°.) S. 39, 48, 49, 83. – Arenstein (Jos. Pr. Dr.). Oesterreich auf der internationalen Ausstellung 1862. Im Auftrage des k. k. Ministeriums für Handel und Volkswirthschaft (Wien 1862, Staatsdruckerei, schmal 4°.) S. 93 und 96. – Bibliographisch-statistische Uebersicht der Literatur des österreichischen Kaiserstaates vom 1. Jänner bis 31. December 1855. Dritter Bericht, erstattet im Auftrage des Ministers des Innern Alex. Freiherrn v. Bach von Dr. Const. Wurzbach v. Tannenberg (Wien 1857, Staatsdruckerei, gr. 8°.) Seite 546, Marginal[WS 1] 17314 u. f.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Mariginal.