BLKÖ:Tausch, Franz Borgia

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 43 (1881), ab Seite: 138. (Quelle)
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Tausch, Franz Borgia (Priester der Gesellschaft Jesu, geb. zu Klagenfurt 10. October 1701, gest. in Wien 10. März 1775). Im Alter von 16 Jahren trat er in den Orden der Gesellschaft Jesu ein. Nachdem er die theologischen Studien beendet und die Gelübde abgelegt hatte, wurde er seiner ausgezeichneten Rednergabe wegen im Predigtamte verwendet und wirkte durch 13 Jahre als Kanzelredner in Linz, in Graz, zu Wien im Collegium und im Ordensprofeßhause. 1746 an die kaiserliche Hofkirche berufen, versah er noch 16 Jahre lang das Amt eines Hofpredigers. 1763 durch Krankheit gebrochen, zog er sich in das Wiener Profeßhaus zurück, in welchem er bis zur Aufhebung seines Ordens verblieb, worauf er bei den PP. Barnabiten Zuflucht suchte. Bei ihnen segnete er im Alter von 74 Jahren das Zeitliche. Viele seiner Predigten, wie die Leichenrede auf Kaiser Karl VI. und jene auf die Kaiserin Witwe Elisabeth, ferner die Festrede zur zweiten Primizfeier des Stanizer Chorherrn Leopold Grafen Galler, die Festrede auf den h. Romedius. Patron von Tyrol, dann die Rede: „Jesus Christus, der Sohn Gottes, unser Vermittler bei Gott Vater“ u. a. sind in Sonderabdrücken erschienen. Auch kam eine größere Sammlung seiner Kanzelvorträge unter dem Titel: „Christliche Erinnerungen über die sonntäglichen Evangelia, verfasset und auf kais. kön. Befehl in Druck gegeben“, vier Jahrgänge (Wien und Prag 1765–73, Trattner, gr. 8°.) heraus.

Meusel (Johann Georg), Lexikon der vom Jahre 1750 bis 1800 verstorbenen teutschen Schriftsteller (Leipzig 1813, Gerh. Fleischer der Jüngere, 8°.) Bd. XIV, S. 17 [nach diesem geb. im Jahre 1708]. – Peinlich (Richard Dr.), Geschichte des Gymnasiums in Gratz. Zweite Periode [auch im Jahresberichte des k. k. ersten Staatsgymnasiums in Gratz 1869] (Gratz 1872, 4°.) S. 79.