BLKÖ:Teuchert, Friedrich Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Teuber
Band: 44 (1882), ab Seite: 49. (Quelle)
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Teuchert, Friedrich Freiherr von (k. k. Feldzeugmeister, geb. zu Ungarisch-Hradisch am 21., nach Anderen am 27. Mai 1798, nach dem genealog. Taschenbuch der freiherrlichen Häuser schon 1797, gest. zu Ischl 27. Juni 1872). Im September 1807 trat er in die Wiener-Neustädter Akademie ein, aus welcher er am 30. November 1815 als Fähnrich zu Wenzel Colloredo-Infanterie Nr. 56 ausgemustert wurde. Im Regimente rückte er 1825 zum Lieutenant, 1831 zum Oberlieutenant vor. In [50] diesen Chargen bewährte er sich besonders als Leiter des Unterrichts in den Regimentsschulen und im Erziehungshause, als Geometer bei der Katastralvermessung in der Bukowina und im Adjutantendienste. In letzterem zeigte er sich so verwendbar, daß er bei Ausbruch der polnischen Revolution, im Jahre 1831, als General Kaufmann den Oberbefehl über die zur Occupation Krakaus bestimmten Truppen erhielt, demselben als Adjutant zugetheilt wurde und es auch blieb, als er im Februar 1836 zum Capitain aufrückte. Bei der Aufhebung und Ausweisung der Flüchtlinge, bei der Herstellung einer neuen Regierung und der Regelung sämmtlicher politischer und administrativer Verhältnisse, bei der Reorganisirung der Polizei und Miliz, womit der General betraut ward, entwickelte Teuchert eine ebenso unermüdliche Thätigkeit, als tactvolle Umsicht. Im August 1838 rückte er zum wirklichen. Hauptmann bei Langenau-Infanterie Nr. 49 vor, blieb aber in seiner Dienstleistung im Militärdepartement des Hofkriegsrathes, in das er kurz zuvor berufen worden war. Am 12. Februar 1841 wurde er unter gleichzeitiger Ernennung zum General-Commando-Adjutanten in Mähren zum Major bei Kaiser-Infanterie Nr. 1 befördert und stieg in seiner Anstellung am 10. Februar 1845 zum Oberstlieutenant auf. Neue Umsicht bewährte er, als in Folge der in Galizien im Jahre 1846 ausgebrochenen Unruhen die Aufstellung eines mobilen Corps in Mähren nöthig wurde. Am 14. Februar 1848 erfolgte seine Ernennung zum Obersten und Regimentscommandanten bei Mazzuchelli-Infanterie Nr. 10. Im April brachte er das Regiment nach Krakau, begleitete im October den Kaiser Ferdinand von Selowitz nach Olmütz und blieb mit seinem Regimente daselbst zur Bedeckung des kaiserlichen Hoflagers. Im Jahre 1849 führte er eine aus vier Bataillons, einer Cavallerie-Division und einer sechspfündigen Batterie bestehende Brigade in das in Ungarn stehende Reservecorps des Feldmarschall-Lieutenants Wohlgemuth, kämpfte am 19. April bei. Nagy-Sarló, wo er durch ein geschicktes Rückzugsmanöver sein Regiment vor Vernichtung oder Gefangenschaft rettete. Hierauf kam er zum Belagerungscorps von Komorn und befehligte am 3. August bei dem Ausfalle Klapka’s den linken Flügel der Aufstellung am rechten Donauufer, gegen welche der überlegene feindliche Anfall gerichtet war. Bereits vom Feinde umgangen, gelang es dem Tapferen doch, mit dem 3. Bataillon von Mazzuchelli-Infanterie sich durchzuschlagen. Zum Generalmajor vorgerückt, erhielt er bei der abermaligen Einschließung Komorns das Commando der Vorposten-Brigade Barkó. Mit derselben nahm er die wichtige Stellung am rechten Ufer der Donau gegenüber dem Sandberge ein und bestand im Laufe des Monats September beinahe täglich kleine Gefechte. Nach der Capitulation Komorns kam er als Adlatus zu dem zweiten Corps- und Militär-Commando in Mähren. Am 17. Mai 1854 wurde er Feldmarschall-Lieutenant, am 21. Juni d. J. Chef des General-Commandos der vierten Armee und am 12. Juni 1855 Mitglied der Berathungs-Commission für die Zusammenstellung eines militärisch-administrativen Reglements; am 14. Juni 1856 Adlatus des commandirenden Generals im Banate, ohne jedoch diesen Posten anzutreten; am 17. Februar 1857 Chef der ersten, am 27. November 1859 der vierten Generaldirection beim Armee-Obercommando [51] und am 4. December 1862 Stellvertreter des Kriegsministers in den ökonomisch-administrativen Geschäften. Während seiner neunjährigen Thätigkeit beim Armee-Obercommando war es vorzüglich das Verpflegswesen, in welchem er ersprießliche Reformen durchführte, wofür er auch im Jahre 1859 mit dem Commandeurkreuze des Leopoldordens und 1864 mit dem Orden der eisernen Krone erster Classe ausgezeichnet wurde. Am 1. August 1865 trat er nach nahezu fünfzigjähriger activer Dienstleistung in den Ruhestand über, bei welcher Gelegenheit er den Feldzeugmeister-Charakter erhielt. Ueberdies war Teuchert seit 20. März 1859 zweiter Inhaber des 59. Infanterie-Regiments Erzherzog Rainer. Am 13. October 1859 erhob ihn der Kaiser in den Freiherrenstand und ernannte ihn am 11. November 1859 zum geheimen Rath. Der Feldzeugmeister starb, 74 Jahre alt, zu Ischl, die Leiche wurde jedoch nach Wien überführt und daselbst auf dem Währinger Friedhofe beigesetzt. Teuchert hatte sich am 8. März 1841 mit Anna Rosalia geborenen d’Elvert-Bourscheid, Witwe nach Generalmajor Kauffmann von Traunsteinburg, vermält. Ueber den Familienstand siehe die Quellen.

Fremdenblatt. Von Gust. Heine (Wien, 4°.) 1865, Nr. 184. – Oesterreichischer Soldatenfreund (Wien, 4°.) 1852, Nr. 49: „Der linke Flügel der Brigade Barkó“. – Oesterreichisch-ungarische Wehr-Zeitung, 1872, Nr. 77. – Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser auf das Jahr 1861 (Gotha, Justus Perthes, 32°.) XI. Jahrg S. 839.