BLKÖ:Thürheim, Goswin

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 44 (1882), ab Seite: 279. (Quelle)
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18. Goswin, Sohn Wolfart von Thürheim’s aus dessen Ehe mit Anna Burggräfin von Klehe, machte im Gefolge Herzog Eckards II. von Bayern den ersten Kreuzzug mit, in welchem er bei der Erstürmung Jerusalems unter Herzog Gottfried von Bouillon am 15. Juli 1099 auf einem der Thürme der Stadtmauern das schwäbische Banner aufpflanzte, überdies aber auch bei der Eroberung mehrerer fester Plätze im heiligen Lande sich auszeichnete. Dafür wurden ihm Burg und Banner als Wappenzeichen verliehen. Nach Aventinus hat Goswin von Thürheim „seinen Helmb anstatt der vorhin geführten goldenen aus Ehrerbietigkeit gegen den Erlöser mit dörnern Krone gezeichnet gleich wie mehr andere mitgewesene Ritter und Adelige derlei Zeichen und Angedenken in deren Wappen eingeführet“. Es hatten nämlich 52 Geschlechter aus Lothringen und Burgund zur Erinnerung an ihre Betheiligung am Kreuzzuge unter Gottfried von Bouillon die Dornenkrone in ihr Wappen genommen, von den deutschen Familien jedoch nur fünfzehn, darunter Neustätter, Poeling, längst erloschene Geschlechter, Eyb, die älteste ausgestorbene Linie Frankenthal, Thürheim u. s. w. Dornenkrone, Burg und Banner, welche im Grafendiplome ihre erneuerte Bestätigung erhielten, bilden noch heute das Mittelschild des Thürheim’schen Wappens. Nach neueren genealogischen Werken, so nach Kneschke’s „Grafenhäusern der Gegenwart“, Bd. II, S. 550–553, dem „Neuen allgemeinen deutschen Adelslexikon“. Bd. IX, S. 207, und Soltmann’s „Handbuch“, S. 1000–1002, hätte der deutsche Kaiser dem tapferen Ritter die Grafenkrone angetragen, dieser aber die Dornenkrone erbeten, welcher Umstand jedoch mit Recht bezweifelt werden kann; auch irren diese Werke in den Daten, indem sie Ptolomais statt Jerusalem und den dritten Kreuzzug statt des ersten setzen. Das vorerzählte Factum sowohl aus authentischen älteren genealogischen Werken, als aus Familienurkunden geschöpft, ist das allein richtige. Unter dem Titel: „Die Dornenkrone Christi im Wappen der Grafen von Thürheim[280] hat Julie Gräfin Oldofredi-Hager diese Wappensage in einem sinnigen Gedichte behandelt, welches im „Vaterländischen Ehrenbuch. Poetischer Theil“ (Salzburg 1879, Heinrich Dieter, gr. 8°.) des Albin Reichsfreiherrn von Teuffenbach, S. 77 und 78, abgedruckt ist. [Hohenegg, loco citato Bd. II, S. 642. – Bucellinus, Bd. III, S. 237.] –