BLKÖ:Hoheneck, Johann Georg Adam Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Hohenegger, Laurenz
Band: 9 (1863), ab Seite: 185. (Quelle)
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Johann Georg Adam von Hoheneck in der Wikipedia
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Hoheneck, Johann Georg Adam Freiherr von (Genealog, nach Pillwein geb. zu Schlüsselberg im Hausruckkreise Oberösterreichs 29. Jänner 1669, gest. ebenda 11. August 1754). Entstammt einem vornehmen, ursprünglich schwäbischen, dann oberösterreichischen Adelsgeschlechte und ist ein Sohn des Johann Adam von H. und der Maria Anna Franzisca gebornen Freiin von Oedt, wurde 1699 Rechnungsrath (oder wie es damals hieß, Raitrath) der Landschaft ob der Enns, 1706 Verordneter des Ritterstandes. Johann Georg Adam erlangte für seine Familie mit Diplom, datirt Wien vom 16. März 1716, für sich und seine Nachkommen die Bestätigung und Erneuerung des schon von seinen Ahnen geführten Freiherrnstandes, dessen sich aber dieses Geschlecht längere Zeit nicht bedient hatte. Auch hob er den Glanz seines Hauses durch Ankauf mehrerer Herrschaften und Güter, als Trattenegg (1700), Gallspach (1709), Rechberg (1713), St. Pantaleon (1718) [186] u. A. Ferner stiftete er ein Fideicommiß und Seniorat für die Familie und wurde mit 8. Juli 1730 der Landschaft Oesterreich unter der Enns einverleibt. Ein bleibendes Denkmal errichtete er sich aber durch sein Werk: „Die löblichen Herren-Stände des Erzherzogthums Oesterreich ob der Enns, von Prälaten, Herren, Rittern u. s. w.“ 3 Theile (Passau 1727–1747), ein Werk, für den Genealogen, Diplomatiker und Historiker noch heut’ von großem Werthe. H. starb im hohen Greisenalter von 85 Jahren und im Portale der Kirche zu Gallspach im Hausruckviertel ist seine Ruhestätte.

Wißgrill (Frz. Karl), Schauplatz des landsässigen Nieder-Oesterreichischen Adels vom Herren- und Ritter-Stande (Wien 1800, Schuender. 4°.) Bd. IV, S. 388–397 [auf S. 394 über Johann Georg Adam insbesondere; nach diesem war H. am 23. Mai 1668 geboren und Anfangs October 1754 gestorben, eine Angabe, welche der Geschichts- und Erinnerungskalender (Wien, 4°.) 1837, S. 52, nachschreibt, Pillwein aber in dem oberwähnten Werke ausdrücklich berichtigt]. – Pillwein (Ben.), Linz, Einst und Jetzt, von den ältesten Zeiten bis auf die neuesten Tage (Linz 1846, J. Schmid, 8°.) Bd. II. S. 31. – Ersch und Gruber, Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste. II. Section, 9. Theil, S. 356 [nach diesem (S. 356) wäre er bereits 1720 gestorben]. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. II, S. 622, Bd. VI, Suppl. S. 485. – Bergmann (Joseph), Medaillen auf berühmte und ausgezeichnete Männer des österreich. Kaiserstaates vom XVI. bis zum XIX. Jahrhunderte (Wien 1844–1857 4°.) Bd. I, S. 147 [nach diesem geboren 28. Jänner 1669]. – Genealogie und denkwürdige Sproßen der Familie Hohenegg. Die ausführlichste Genealogie dieses Geschlechtes hat der obige Johann Georg Adam Freiherr von H. in seinem auch oben angeführten Werke, Bd. I. S. 345–379, selbst gegeben, daher auf diese Arbeit hingewiesen wird. Es bestanden drei Hauptlinien, die rheinländische, schwäbische und bayerisch-österreichische, welche jedoch jede ihr besonderes Wappen führte, obwohl sie sich ungeachtet dieses Unterschiedes als Stammgenossen anzusehen pflegten. Unter den Sproßen dieses Geschlechts sind mehrere denkwürdige Persönlichkeiten: 1. Rudolph von H. (gest. 3. August 1290),[WS 1] war Hofkanzler des Kaisers Rudolph I., dann Domherr und seit 1284 Erzbischof von Salzburg und soll an Gift, das ihm sein von dem Abte Heinrich von Admont bestochener Kammerdiener Ulrich Gugelweit beigebracht, gestorben sein, [Zauner (Judas Thaddäus), Chronik von Salzburg (Salzburg 1796, Duyle. 8°.) Bd. I, 5. 35–394.] – 2. Hanns H. zog mit mehreren Rittern mit Albrecht V. von Oesterreich 1420 und 1422 wider die Hussiten und ihren Anführer Ziska in’s Feld. – 3. Georg von H. (geb. 1524, gest. 1587), war kaiserl. Rath in Niederösterreich, hatte 1568 die Oberaufsicht über den zu Neustadt gefangen gehaltenen Johann Friedrich Herzog von Sachsen, erhielt 1585 das Landjägermeisteramt ob der Enns, und war 1586 und 1587 Landeshauptmann ebenda. – 4. Ehrenreich von H. (geb. 24. April 1570, gest. 1620), war durch seine riesenmäßige Größe und Stärke berühmt und machte mehrere Feldzüge gegen die Türken in Ungarn mit, deren Schrecken er war. – 5. Johann Georg Ehrenreich wurde mit kaiserl. Diplom vom 6. Februar 1775 in den Reichsgrafenstand erhoben. Mit seinem Sohne Johann Georg Achaz (geb. 1754, gest. 2. Februar 1796) erlosch die österreichische Hauptlinie. Sein Vater adoptirte, da Johann Georg Achaz zu einer Heirath nicht zu bewegen war, seinen Schwiegersohn Ferdinand Maria Freiherrn von Imsland (nicht wie Boyneburg im Artikel in der Ersch und Gruber’schen „Encyklopädie“, II. Sect. 9. Theil, S. 359, berichtet: den Grafen Joseph Maria von Imsland), der zum ersten Male mit der Gräfin Maria Anna (geb. 3. Mai 1752, gest. 13. December 1799) und nach ihrem Tode mit ihrer Schwester Gräfin Maria Susanna von Hohenegg (geb. 1756) sich vermälte, auf den nun nach des Grafen Achaz Tode die gräflich Hohenegg’schen Senioratsherrschaften Schlüsselberg, Trattenegg, Gallspach, Steinbach, Tresselberg und Brunnhof übergingen, und der sich seitdem Graf von Imsland-Hohenegg schrieb – 6. Diese Familie scheint eine und dieselbe und wahrscheinlich nur eine Seitenlinie der Hohenegg’s zu sein, zu welcher der Feldmarschall-Lieutenant [187] Friedrich Graf Hochenegg gehört, dessen schon oben, S. 71, ausführlicher gedacht worden. Auch das Wappen beider spricht für diese Ansicht. Die Schreibart jedoch, welcher sich der Feldmarschall-Lieutenant in seinem Namen, nämlich des ch statt des einfachen h und zu Ende des gg statt des ck bediente, veranlaßte in der alphabetischen Ordnung eine Trennung beider Namen. Uebrigens ist diese Familie der Hohenegg nicht zu verwechseln mit einer zweiten, gleichfalls in Oesterreich ansäßigen, schon 1675 erloschenen, Hoe von Hoënegg, aus welcher der berühmte (am 24. Februar 1580 zu Wien geborne) lutherische Theolog Mathias von Hoenegg hervorging, der Hofprediger des Churfürsten von Sachsen gewesen, 1611 nach Prag zum Directorium der deutschen Kirche berufen wurde und zuletzt in Dresden Ober-Hofprediger und Kirchenrath war. Er war ein ungemein fruchtbarer theologischer Schriftsteller und starb, 64 Jahre alt, am 4. März 1645. [Zedler’sches Universal-Lexikon. – Jöcher’s Gelehrten-Lexikon, II. Bd. S. 1613.] – Wappen. Schild mit Herzschild. Der Schild ist in Schwarz und Silber 64 Mal geschachtet. Der obere, rechte Winkel mit einer goldenen Vierung (dem sogenannten Ehrenwinkel quadrans honorarius) bedeckt. Im silbernen Herzschilde ein schwarzer Ochsenkopf mit rothen Hörnern. Auf dem Schilde ruht ein gekrönter Helm. Auf der Krone steht zwischen zwei silbernen und schwarz geschachteten, oben goldenen Adlerflügeln, der goldene rothgehörnte Ochsenkopf des Mittelschildes. Don ganzen Schild hält mit der Rechten ein geharnischter Ritter, der mit der Linken eine Hellebarde umfaßt. Die Helmdecken sind weiß und schwarz. Auf älteren Abbildungen sieht man auch zu den Füßen des geharnischten Mannes ein schrägliegendes kleines silbernes Schild, worin zwei blaue, mit den Bärten aufwärts gestellte, Schlüssel (Wappen der Senioratsherrschaft Schlüsselberg) zu sehen sind.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Rudolf von Hoheneck (Wikipedia).