BLKÖ:Thelliers de Thoilliey, Franz Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Thenen, Julie
Band: 44 (1882), ab Seite: 203. (Quelle)
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Thelliers de Thoilliey, Franz Freiherr (k. k. Oberst und Ritter des Maria Theresien-Ordens, Ort und Jahr seiner Geburt unbekannt, gest. zu Livorno am 3. Mai 1790). Der Sproß einer alten, im Jahre 1701 in den Freiherrenstand erhobenen Familie. Ueber seinen Lebensgang fehlen uns alle Nachrichten bis zur Zeit, da er Oberstlieutenant in dem 1809 reducirten 23. Infanterie-Regimente, damals Ludwig Markgraf von Baden, wurde. In genannter Charge befand er sich mit demselben am 26. Juli 1760 bei dem Sturme auf Glaz. Als hier die feindlichen Grenadiere eine Flesche der Verbindungslinie auf das hartnäckigste vertheidigten, erhielt er von dem Feldzeugmeister Baron Loudon Befehl, von einer unserer Batterien auf diese Flesche das Feuer unterhalten zu lassen. In demselben Augenblicke sah er einige feindliche Soldaten von dem Feldthore gegen unser Geschütz heranlaufen, und da sich dieselben als Deserteure meldeten, schloß er auf eine schwache Besatzung des Angriffspunktes. Sofort stellte er sich an die Spitze von 200 Freiwilligen, erreichte das Glacis, wodurch ihm das Vordringen über die Pallisaden in den bedeckten Weg ermöglicht wurde, und gelangte in die Mitte der Festung und in den Rücken der feindlichen Grenadiere, welche sich eiligst zurückzogen. Schnell warf er sich mit fünfzig Mann auf die Minen, entfernte die bereits angebrannten Lunten und drang als einer der Ersten in die Stadt. Für diese Waffenthat, welche die Erstürmung der Festung herbeiführte, wurde er in der sechsten Promotion (vom 22. December 1761) mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens ausgezeichnet. Aus den Feldzügen, in welchen er mitgefochten, trug er mehrere Wunden davon. In der Folge trat er in toscanische Dienste und starb in diesen als Commandant des National-Infanterie-Regiments.

Hirtenfeld (J. Dr.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, kl. 4°.) Bd. I, S. 125.