BLKÖ:Thun-Hohenstein, Karl Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 45 (1882), ab Seite: 30. (Quelle)
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55. Karl Graf (geb. 24. Jänner 1803, gest. 16. Jänner 1876), ein Sohn des Grafen Joseph vom Majorat Klösterle, begann, 17 Jahre alt, als Lieutenant im Kaiser Franz-Kürassier-Regimente die militärische Laufbahn und trat nach vierzehnjähriger Dienstleistung bei der Cavallerie zur Infanterie über. Vom Hauptmanne im 3. Infanterie-Regimente avancirte er 1840 zum Major, 1845 zum Oberstlieutenant und 1848 zum Obersten und Commandanten des Regiments. 1850 stieg er zum Generalmajor und Brigadier im zehnten Armee-Corps zu Ofen, am 6. Juni 1854 zum Feldmarschall-Lieutenant auf; 1857 erhielt er die Inhaberstelle des 29. Infanterie-Regiments, vormals Ritter von Schönhals; 1859 organisirte er das sechzehnte Armeecorps, wurde dann Commandant des achten Armeecorps, 1861 Truppencommandant in Triest und 1862 commandirender General in Nieder- und Oberösterreich, Salzburg und Steiermark mit dem Sitze in Wien. Als Oberst und Commandant des 3. Infanterie-Regiments erwarb er sich in den Feldzügen 1848/49, dann als Brigadier beim Expeditionscorps des Feldzeugmeisters Grafen Wimpffen in der Romagna hervorragende kriegerische Verdienste, er zeichnete [31] sich bei Imola gegen einen weit überlegenen Feind besonders aus und machte die Straße nach Ancona für weitere Vormärsche frei. Später kam er nach Ungarn, wo er den Schluß des Bürgerkrieges als General mitmachte. Für sein ausgezeichnetes Verhalten in diesen Feldzügen wurde er zunächst mit dem Orden der eisernen Krone dritter Classe, später mit dem Leopoldorden decorirt. Im Nordfeldzuge 1866 befehligte er bei Königgrätz das den rechten Flügel der Armee bildende zweite Armeecorps; offensiv gegen Benatek vordringend, wurde er am Kopfe leicht verwundet und legte das Commando nieder, übernahm es jedoch am Abend der Schlacht von Neuem. Bald nach beendetem Feldzuge trat er nach 47jähriger Dienstzeit mit dem Range eines Feldzeugmeisters aus dem activen Heeresstande. Aus seiner am 3. Juli 1833 mit Johanna geborenen Freiin von Koller, einer Tochter des Feldmarschall-Lieutenants Franz Freiherrn von Koller [Bd. XII, S. 339], geschlossenen Ehe ist keine Nachkommenschaft vorhanden. [Thürheim (Andreas Graf). Gedenkblätter aus der Kriegsgeschichte der k. k. österreichischen Armee (Wien und Teschen 1880, K. Prochaska, Lex.-8°.) Bd. I, S. 15, unter Jahr 1848 und 1849; Bd. II, S. 486. – Triester Zeitung, 19. Jänner 1876. – Allgemeine Zeitung, 1876, S. 285. – Porträt. Lith. von Kriehuber (Wien, Neumann, gr. Fol.).] –