BLKÖ:Thun-Hohenstein, Thomas Johann Nepomuk

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Thun, Victor
Band: 45 (1882), ab Seite: 36. (Quelle)
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Thomas Johann von Thun und Hohenstein in der Wikipedia
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78. Thomas Johann Nep. (geb. 15. Jänner 1738, gest. 6. October 1796), ein Sohn des Grafen Franz Augustin Gaudenz von der Linie Castell-Thun aus dessen Ehe mit Maria Antonia Gräfin Spaur und ein Bruder Peter Michael Vigils, Bischofs von Trient, wurde Domherr zu Passau. dann Domdechant daselbst. Bald nach des Bischofs Leopold Grafen Firmian am 13. März 1783 erfolgtem Tode waren, noch vor der Wahl des Nachfolgers, drohende Wolken über das Passauer Capitel heraufgestiegen. Von österreichischer Seite wurden alte Diöcesanrechte, ja auch der Besitz von Herrschaften und Gütern, welche seit Jahrhunderten zum Bisthum gehörten, angefochten. Bei Kaiser Joseph II., von dem eben diese Maßregeln ausgingen, machte das Capitel fruchtlose Vorstellungen. So hoffte es nur noch Hilfe von dem neuen Bischofe. Dieser, Joseph Franz de Paula Graf Auersperg, am 19. September 1783 gewählt, reiste auch dieserhalb nach Wien, und mit ihm der Domdechant Graf Thomas Johann Nep. Thun, aber alle ihre Bemühungen blieben erfolglos. Als Bischof Joseph Franz am 21. August 1795 starb, schritt das Capitel am 4. November 1795 – in Buchinger’s „Geschichte des Fürstenthums Passau“ II, S. 476, steht durch einen Druckfehler 1895 – zur neuen Wahl, welche auf den Domdechanten Thomas Johann Nep. Grafen Thun fiel, dem aus seiner domdechantlichen Würde der Ruf seiner Staatswirthschaftlichkeit und seiner Obsorge für Erhöhung der Cameral- und insbesondere der Braugefälle voranging. Nur elf Monate war es Thomas Johann Nep. vergönnt, seinen Bischofssitz einzunehmen, denn ehe noch die Wogen des [37] französischen Krieges auch das Bisthum Passau überfluteten, starb er im Alter von 58 Jahren, es seinem Nachfolger Leopold Leonhard Grafen Thun, seinem Vetter von der böhmischen Linie, überlassend, den von ihm begonnenen Erweiterungsbau am Hackelberger Brauhause fortzuführen und die Holztrift aus den Wolfstein’schen Waldungen auszubauen. –