BLKÖ:Tripp, Johann Adam

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Tripp, Johann
Band: 47 (1883), ab Seite: 205. (Quelle)
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Tripp, Joh. Adam (Weltpriester, geb. zu Werschau bei Limburg an der Lahn am 1. December 1768, gest. zu St. Johann im Pongau am 5. August 1844). Der Sohn unvermöglicher Bauersleute in dem ehemals kurtrier’schen Dorfe Werschau, wandte er sich an seinen Oheim, den Prior der Abtei Arnstein an der Lahn, mit der Bitte, ihm das Studium der Theologie zu ermöglichen. Die Anfangsgründe der lateinischen Sprache erlernte er bei einem Schullehrer seines Ortes, 1784 aber ging er nach Limburg, wo er bei den Franciscanern vier Jahre hindurch die unteren Gymnasialclassen mit Auszeichnung besuchte. Philosophie hörte er in Trier, Theologie auf den Rath seines vorerwähnten Onkels an der Hochschule zu Heidelberg. Als durch das Reisewerk eines Franzosen seine Aufmerksamkeit auf die Stadt Salzburg gelenkt wurde und er überdies erfuhr, daß bereits seit mehreren Jahren Würzburger [206] im Salzburger Priesterhause Aufnahme fänden, entschloß er sich, an Ort und Stelle um einen Platz daselbst nachzusuchen. Mit einem Empfehlungsschreiben des Salzburger Domdechanten Friedrich Grafen Spaur [Bd. XXXVI, S. 95, Nr. 11], der in jenen Tagen in der Abtei Arnstein zu Besuch war, traf er im October in Salzburg ein. Seine Aufnahme ins Priesterhaus konnte zunächst nicht stattfinden, da die Concursprüfungen der Alumnen schon vorüber und die Zahl der Aufgenommenen bereits voll war. Er blieb aber doch in Salzburg, setzte seine Studien daselbst fort, erhielt am 1. September 1793 die Priesterweihe und wurde am 14. Juni 1794 für die Seelsorge approbirt. Im Juli des letzteren Jahres kam er als Caplan nach St. Johann im Pongau im Salzkammergute. Der dortige Pfarrer war bereits 70 Jahre alt und die Schule, der sich der alte Herr nicht mehr widmen konnte, ziemlich verwahrlost. Dieser nun widmete sich Tripp mit allem Eifer, wobei er als Fremdling mit Voreingenommenheiten der Eltern und Kinder zu kämpfen und überhaupt einen schweren Stand hatte, was ihn aber nicht hinderte, sich seiner Aufgabe mit ganzer Seele zu widmen. Im Jahre 1796 ging er als Caplan nach Großörl, von da 1797 nach Kuchl, unweit des Passes Lueg, 1799 nach Thalgau, und 1804 erhielt er das Vicariat Thomathal im Lungau an der Grenze von Steiermark und Kärnthen. Nach siebenjähriger Thätigkeit daselbst wurde er 1811 auf das Vicariat Neukirchen im Landgerichte Teisendorf, im April 1816 als Vicar nach Werfenweng im Pongau berufen, von letzterer Stelle aber auf eigenes Ansuchen Anfang Mai 1818 nach Mühlweng im nämlichen Decanate übersetzt. Diese seine Stellungen, auf vereinsamten, vom Weltverkehr abgelegenen Plätzen waren ganz nach seinem Sinne. Der überhand nehmende Indifferentismus gegen die Religion, der in volkreicheren Städten auch das Verhalten der niederen Stände gegen die Geistlichkeit beeinflußte, ließ ihn seine ländliche Einsamkeit lieb gewinnen: Quoties inter homines fui, inhumanior redii, pflegte er zu sagen. Tripp war ein Priester von nicht gewöhnlicher Bildung. Einige von ihm in F. K. Felder’s[WS 1] „Neuem Magazin für katholische Religionslehre“ enthaltenen Abhandlungen zeigen den denkenden Priester, den tüchtigen Pädagogen. Ihre Titel sind: „Meine Gedanken, als ich Sambuga über den Philosophismus gelesen hatte, oder etwas über moderne Philosophie“ (Sambuga, seinerzeit Erzieher des Prinzen Ludwig, nachmaligen Königs von Bayern, hatte eben damals die Schrift: „Ueber den Philosophismus, der unser Zeitalter bedroht“ [München 1805] erscheinen lassen); – „Ueber das Religions- und Katechismuswesen unserer Zeit, wie man es dermalen treibt, wie es aber nicht getrieben werden soll“. In dieser Abhandlung weist er die nachtheiligen Folgen nach und eifert dagegen, wenn Katecheten und Schullehrer in Katechesen das Positive der Religion oder die eigentlichen Glaubenslehren übergehen und nach eigenen Entwürfen, deren Inhalt blos Sittenlehre ist, katechesiren. Er fordert vielmehr einen allgemein approbirten Katechismus, den man die Kinder wörtlich memoriren lassen soll. Tripp zog sich zuletzt nach St. Johann im Pongau, wo er seine seelsorgerliche Laufbahn begonnen hatte, zurück und starb daselbst als Greis im Alter von 76 Jahren.

Waitzenegger (Franz Jos.). Gelehrten- und Schriftsteller-Lexikon der deutschen katholischen [207] Geistlichkeit (Landshut 1822, Thomann, 8°.) Bd. III, S. 385 u. f.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: J. K. Felder’s.