BLKÖ:Vécsei, Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 50 (1884), ab Seite: 57. (Quelle)
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Vécsei, Joseph (Schulmann, geb. zu Debreczin am 13. Februar 1800, gest. daselbst am 11. September 1855). Nachdem er seine Studien zu Debreczin beendet hatte, widmete er sich dem Lehramte, in welchem er schon 1823 als ordentlicher Professor der Dichtkunst, 1824 als solcher der Redekunst, 1826 aber als Senior an der reformirten Schule seiner Vaterstadt wirkte. Hierauf besuchte er die Universität Göttingen, an welcher er das Jahr 1827 hindurch Philosophie studirte. 1828 brachte er in Wien zu, dann kehrte er nach Debreczin zurück, wo er in der ersten Zeit als Hilfspriester Verwendung fand. 1831 kam er als Prediger nach Barand und 1834 in gleicher Eigenschaft wieder in seine Vaterstadt. In derselben wurde er 1836 auf den philosophischen Lehrstuhl der reformirten Schule berufen. Auf literarischem Felde in seinem Fache schriftstellerisch thätig, veröffentlichte er in verschiedenen wissenschaftlichen Zeitschriften seines Vaterlandes, so in „Tudományos gyüjtemény“, d. i. Wissenschaftliche Sammlung, im „Atheneum“, in „Felső magyar Minerva“, d. i. Oberungarische Minerva, in „Figyelmező“, d. i. Der Beobachter, mehrere philosophische Abhandlungen, in welchen er auf der Höhe der philosophischen Forschung unserer Zeit steht. Wir nennen von diesen Arbeiten: „A philosophiai rendszerek ismertetése“, d. i. Die Kenntniß der philosophischen Systeme: – „A test és lélek egybeköttetése“, d. i. Die Verbindung des Körpers mit der Seele; – „Az élet és annak okfeje“, d. i. Das Leben und dessen Ursprung; – „A skáldok poezise“, d. i. Die Poesie der Skalden; – „A minden istenités története“, d. i. Die Alles vergötternde Geschichte. Bei Antritt des philosophischen Lehramtes in Debreczin im Jahre 1836 erschien von ihm:„A philosophia [58] jóltevő befolyásáról a status és egyesek boldogságára“, d. i. Von dem wohlthätigen Einfluß der Philosophie zur Beglückung des Staates und der Einzelnen. Vécsei, welcher sich von der Hegel’schen Lehre, die eben zur Zeit seiner Studien alle Gemüther gefangen nahm, gleichfalls hatte fesseln lassen, war ein eifriger Apostel des Hegelianismus in seinem Vaterlande. Im Jahre 1839 wurde er von der ungarischen Akademie der Wissenschaften zum correspondirenden Mitgliede erwählt.

Philosophiai Pályamunkák (Pesth) Bd. I, 1835, S. 129 und 139. – Magyar tudományos Akadémiai Almanach, 1863, S. 279. – Pesti Napló, d. i. Pesther Journal, VI. Jahrg. (1855). Nr. 78. – Protestáns Képes Naptár (Pesth) Bd. III, 1857, S. 56: „Nekrolog“. – Magyar tudományos Akadémiai Értesítő (Pesth) 1855, S. 618: „Emlékezete“. Von Toldy. – Toldy (Ferencz). Irodalmi beszédei. Első kötet. Gyász- és emlékbeszédek, d. i. Literarische Vorträge. Erster Theil. Nekrologe und Gedächtnißreden (Pesth 1872, Moriz Ráth, gr. 12°.) S. 420 u. f.: „Gyászbeszéd Vécsei József felett“. – Derselbe. A magyar nemzeti irodalom története a legrégibb időktől a jelenkorig rövid előadásban, d. i. Geschichte der ungarischen National-Literatur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart (Pesth 1864 bis 1865, Gustav Emich, gr. 8°.) S. 300 und 303.