BLKÖ:Würth, Franz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 58 (1889), ab Seite: 228. (Quelle)
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Würth, Franz (Medailleur, geb. in Wien, gest. daselbst um 1795). Ueber diesen näherer Nachforschung würdigen Medailleur sind nur höchst lückenhafte Notizen vorhanden. Er ist, allem Anscheine nach, ein Bruder des berühmten Johann Nep. Würth [siehe diesen Bd. LVII, S. 119 unter Schreibung Wirth]. Er bildete sich in Rom nach der Antike und begann eine Reihe von Medaillen, welche auf etwa 100 Stücke anwuchsen. Von diesen ursprünglich in Wachs bossirten Medaillen oder richtiger Medaillons, welche einen Durchmesser von etwa 6 Zoll haben und meist Bildnisse mythologischer Personen, aber auch, etwa 20 Stück, berühmte Personen der neueren Zeit, wie z. B. die Kaiserin Maria Theresia, Van Swieten darstellen, wurden Copien in Messingguß gemacht, und befinden sich die Matrizen zum größten Theile – nämlich 90 Stück – im Besitze der k. k. Hof- und Staatsdruckerei. Eines dieser Medaillons, welche ein sorgfältiges Studium der Antike bekunden und mit großer Vollkommenheit ausgeführt sind, wählte die k. k. Akademie der bildenden Künste zur Verwendung als Gundel’scher Bossir-Preis. Würth [229] war k. k. Hofmedailleur und Leiter der Bossir- und Gravirschule der k. k. Akademie der bildenden Künste. Mit M. Donner gemeinschaftlich hat er die Züge der Kaiserin Maria Theresia auf mannigfache Weise in Münzen und Medaillen verewigt. Ein besonderes Prachtstück ist die Medaille, welche die Kaiserin zum Andenken auf ihren Gemal prägen ließ, und auf deren Avers sie mit Diadem und Schleier, mit der Umschrift: M. Theresia pia felix Aug. dargestellt ist. Auf einem Besuch bei seiner Schwester, welche zu Wien am Tiefen Graben (im Hause „zum rothen Mann“) wohnte, stürzte Würth über eine Stiege so unglücklich, daß er an den Folgen dieses Unfalles in den schönsten Jahren lange vor dem berühmten Medailleur Johann Nep. Würth starb.

Nagler (G. K. Dr.). Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1835 u. f., E. A. Fleischmann, gr. 8°.) Bd. XX, S. 125. – Mittheilungen des Typographen Paul Pretsch [Bd. XXIII, S. 280], die leider sehr verworren sind.