BLKÖ:Würth Edler von Hartmühl, Franz

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Würtemberg
Nächster>>>
Würth, Franz
Band: 58 (1889), ab Seite: 227. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Würth Edler von Hartmühl, Franz|58|227|}}

Würth Edler von Hartmühl, Franz (k. k. Oberst im Ruhestande, geb. zu Josephstadt in Böhmen 1768, gest. daselbst am 8. Februar 1865). Nach beendeten philosophischen Studien trat er, 17 Jahre alt, als Gemeiner in das 11. Infanterie-Regiment und wurde im März 1787 al[s] Jung-Mineur zu dem damaligen [Mi]neur-Corps übersetzt. In demselben rückte er 1812 zum Hauptmann, [228] 1829 zum Major und im Juni 1844, als er bereits 77 Jahre zählte, zum Obersten und Commandanten vor, und erst am 26. Juni 1848 nach 65jähriger ruhmvoller Dienstzeit im Felde vor dem Feinde und im Frieden, im Alter von 81 Jahren in den Ruhestand versetzt, genoß er denselben noch 17 Jahre. In diese lange Dienstzeit fallen eine Reihe ehrenvoller Waffenthaten. So machte er die Belagerung von Schabacz mit und vertheidigte im Mai 1788 am Beschenendamm den Redoutenbau am Savespitz gegenüber Belgrad so unerschrocken und kaltblütig, daß er von Laudon belobt wurde. Ruhmvolle Thaten Würth’s sind aus der Zeit der französischen Feldzüge zu verzeichnen: 1793 kämpfte er bei der Eroberung von Fort Louis; 1794 baute er vor der Bloquirung die 180 Klafter lange Communicationsgalerie in Mainz; 1795 während des Kampfes die Redoute Nr. 2 vor dem Hauptstein in der ebengenannten Festung; am 30. April desselben Jahres nahm er an dem hartnäckigen Schanzenkampfe bei der Mühle am Hartenberg als Freiwilliger so tapferen Antheil, daß ihm davon später sein Adelsprädicat verliehen wurde; während der Formirung leitete er die unterirdischen Vertheidigungsanstalten; später machte er den Angriff auf die feindliche Linie am linken Rheinufer und die Einnahme der Redoute am Kreuzberge mit. Im Jahre 1812, damals Hauptmann, führte er den 1800 Klafter langen Minenbau in der Festung Theresienstadt trotz des hinderlichen Wellsandes mit nur 140 Mann in drei Monaten aus und bewährte 1815 neuerdings seine technischen Fähigkeiten bei der Demolirung von Hüningen. Auch in der nun folgenden Friedensepoche leistete er so vorzügliche Dienste, daß ihn Erzherzog Johann 1832 der besonderen allerhöchsten Gnade empfahl, worauf seine Erhebung in den Adelstand mit dem Prädicate von Hartmühl und dem Ehrenworte Edler von mit Diplom ddo. 23. November genannten Jahres erfolgte. Oberst Würth erreichte das hohe Alter von 98 Jahren, eine seltene Geistesfrische bewährend, die nur in letzter Zeit durch seine Erblindung getrübt wurde.

Oesterreichischer Volks- und Wirthschaftskalender (Wien, Lex. 8°.) Jahrg. 1867 [nach diesem geb. in Josephstadt]. – Hirtenfeld (J.). Oesterreichischer Militär-Kalender für das Jahr 1866 (Wien, kl. 8°.) S. 221 [nach diesem geb. in Prag].