BLKÖ:Wachtel, David

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 52 (1885), ab Seite: 46. (Quelle)
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Noch sind zu erwähnen:

1. David Wachtel. Arzt. In der Bach’schen Periode (1849 bis 1859) Landesmedicinalrath in Ungarn, begründete er dort im erstgenannten Jahre die in Pesth herausgegebene „Zeitschrift für Natur- und Heilkunde in Ungarn“, welche er selbst redigirte, ein deutsches Fachblatt, wie ein solches die Magyaren nie besaßen, und an welchem auch magyarische Aerzte als Mitarbeiter theilnahmen. Als es im Jahre 1861 einging, brachte die Wiener „Medicinische Wochenschrift“ folgendes Eingesendet: „Dr. David Wachtel, Landesmedicinalrath in partibus infidelium, Erfinder der Gemeindeärzte in Ungarn, Gründer des „Oedenburger Moniteur“, emeritirter Corrector des „Taschenbuches für Civilärzte“, Beschützer der Wojwodina als eines abgesonderten Kronlandes u. s. w. u. s. w. zeigt hiermit den Tod seiner eilfjährigen Tochter, der „Zeitschrift für Natur- und Heilkunde“ an, welche am Diplom vom 20. October und in Folge der eingetretenen Steuerverweigerung der Gemeinde- und Bezirksärzte an ihre landesmedicinalräthliche Obrigkeit sanft verschieden ist. Um stilles Beileid wird gebeten. Das Begräbniß fand in Erlau am 28. Jänner statt. Der Bahre folgten einige wenige Trauerpferde, welche über den erlittenen Verlust untröstlich sein sollen“. Und ein solches Pamphlet magyarischerseits nahm ein deutsches Wiener Fachblatt keinen Anstand – wenn immerhin als „Eingesendet“ – abzudrucken!! Die Zeitschrift selbst war ein tüchtiges Fachblatt, an welchem die besten heimischen Kräfte der Arzeneiwissenschaft mitarbeiteten. Das, was in obiger „Todesanzeige“ als Schimpf für Dr. Wachtel gelten soll, sind eben dessen Verdienste um Ungarn, welches auch in Hinsicht des Medicinalwesens im Argen lag und in der Bach’schen Periode wohlthätige, geradezu menschenrettende Reformen erfuhr. Außerdem erschien von Dr. Wachtel das Werk: „Ungarns Curorte und Mineralquellen. Nach einer im hohen Auftrage Seiner Excellenz des Herrn Ministers des Innern Freiherrn Alex. von Bach unternommenen Bereisung beschrieben“ (Oedenburg 1859, Seyring und Hennicke, Lex. 8°., VIII und 475 S.). –