BLKÖ:Walz, Michael

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 53 (1886), ab Seite: 47. (Quelle)
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Walz, Michael (Geschichtsforscher, geb. zu Schlatt im Breisgau 1822[WS 1]). Ein Sohn wohlhabender Landleute, beendete er das Lyceum September 1849 zu Freiburg, besuchte von 1850 bis 1852 die Universitäten München, Berlin und Heidelberg und trieb philosophisch-historische Studien. Nachdem er im letztgenannten Jahre zu Karlsruhe die Prüfung für badensche Mittelschulen [48] bestanden hatte, erlangte er im Juli 1854 zu Heidelberg summa cum laude den philosophischen Doctorgrad. Von November 1852 an wirkte er im baden’schen Staatsdienste, und zwar bis August 1853 am Gymnasium in Tauberbischofsheim, dann bis Februar 1854 am Lyceum zu Freiburg, endlich bis August 1855 an der Realschule in Buchen. Nun folgte er einem Rufe des Unterrichtsministers Leo Grafen Thun nach Oesterreich-Ungarn, wo er mit Decret vom 27. August 1855 k. k. Gymnasiallehrer zu Kaschau wurde; 1858 kam er in gleicher Eigenschaft nach Preßburg und blieb daselbst, bis er im October 1861 in Disponibilität versetzt ward. Nach Verlauf eines Jahres erhielt er provisorisch eine Lehrerstelle am Gymnasium zu Salzburg, an welchem er von 1862 bis 1866 thätig war. Im letztgenannten Jahre trat er am k. k. Obergymnasium zu Linz in Verwendung, wurde daselbst Mitglied des Landesschulrathes, Bezirksschulinspector und fungirte nebstbei zwei Jahre als Conservator für Erhaltung der Alterthümer; 1875 zum Director des Gymnasiums zu Freistadt in Oberösterreich befördert, kam er dann im October 1877 auf seine Bitte und mit dem Anerbieten, aus dem 7. Range des Directors in den 8. als Professor zurückzutreten, an das akademische Obergymnasium in Wien, wo er bis zu seiner erbetenen, am 15. August 1885 ihm gewährten Versetzung in den Ruhestand blieb. Die schriftstellerische Thätigkeit Walz’s beschränkt sich nur auf wenige Arbeiten, deren Titel sind: „Ueber das Fehdewesen“ (Gymnasialprogramm Salzburg 1865); – „Die Grabdenkmäler von St. Peter und Nonnberg zu Salzburg“ I. Theil: erste, zweite, dritte Abtheilung mit je 24 Steindrucktafeln, vierte Abtheilung; II. Theil: Culturhistorische Bedeutung der Grabdenkmäler (Salzburg 1867 bis 1875, gr. 8°., I. Theil 527 S.; II. Theil 154 S.). Die 72 Steindrucktafeln sind von K. von Frey gezeichnet, von P. Herwegen lithographirt. Diese für Geschichtsforscher und namentlich für salzburgische Personen- und Familiengeschichte ungemein wichtige Arbeit erschien im Verlage der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Auf der letzten (154.) Seite des zweiten Theiles steht am Schlusse folgende Bemerkung: „als III. und letzter Theil folgt die Erklärung der Namen“. Da der II. Theil 1875 und der in Aussicht gestellte III. Theil bisher (1885) gar nicht erschienen ist, so forschte Herausgeber dieses Lexikons nach dem Grunde des Nichterscheinens und erfuhr, daß der Verfasser den versprochenen III. Theil seines Werkes, der im Umfange etwa dem II. Theile gleichkam, also gegen zehn Bogen faßte, im Jahre 1875 wohl druckfertig der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde übergeben habe. Da Jahre vergingen, ohne daß dieser Schluß unter die Presse kam, so fragte Dr. Walz vor etwa anderthalb Jahren über die Ursache des Nichterscheinens nach. Darauf wurde ihm vom Redacteur der Schriften des Vereines die Arbeit mit dem Bedeuten zurückgegeben, „daß sie den Zwecken des Museums, beziehungsweise der Gesellschaft ferne liege!!“. Da muß man doch ausrufen: habent sua fata libelli und unergründlich sind oft die Geheimnisse gelehrter Gesellschaften. Daß die Besitzer dieser sehr verdienstlichen Arbeit nunmehr einen Torso haben, gilt der Gesellschaft und ihrem Redacteur gleich. Noch gab Dr. Walz heraus: „Garel[WS 2] von dem blühenden Thal“ (Wien 1881, Verlag des Verfassers, 56 S., Lex. 8°.). Dieser Abdruck [49] einiger Gedichte Garel’s[WS 3] sollte der Vorläufer einer vollständigen Ausgabe desselben sein. Schließlich als Gymnasialprogramm für 1879/80 erschien von unserem Gelehrten: „Rede anläßlich der Enthüllung des Beethoven-Denkmals am 1. Mai im Festsaale des akademischen Gymnasiums“.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Nach Anderen geb. erst 1828
  2. Vorlage: Gorel.
  3. Vorlage: Gorel’s.