BLKÖ:Weinert, Emanuel

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Nächster>>>
Weingärtner, Karl
Band: 54 (1886), ab Seite: 34. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Weinert, Emanuel|54|34|}}

Weinert, Emanuel (k. k. Hauptmann, geb. zu Prag 3. Juni 1760, gest. zu Brünn 8. August 1831). Zu seiner militärischen Ausbildung trat er im December 1770 in die Wiener-Neustädter Akademie, aus welcher er am 18. März 1779 als Fahnencadet zu Moltke, seit 1786 Reisky-Infanterie Nr. 13, eingetheilt wurde. 1785 rückte er zum Fähnrich vor. Nach Swoboda’s unten bezeichnetem Werke wäre er am 10. Juli 1788 Lieutenant, am 1. November 1793 Oberlieutenant und erst am 1. December 1801 Capitänlieutenant geworden. Dieser Angabe widerspricht Weinert’s Bericht aus türkischer Gefangenschaft, den er aus dem Sclavenhause zu Constantinopel den 15. September 1788 erstattet, und in welchem er sich als Hauptmann zeichnet, wie ihn denn auch Andreas Graf Thürheim in seinen „Gedenkblättern“ 1788 Hauptmann nennt. Wenn auch ein 28jähriger Hauptmann, sobald er nicht zu einer der höchsten Familien des Landes gehörte, in damaliger Zeit eine Seltenheit war, so konnte doch im Kriege ein so rasches Avancement immerhin eintreten. Weinert zog mit seinem Regimente 1787 in den Türkenkrieg, wurde am 7. August 1788 bei dem Ueberfalle auf Schuppanek (Xupanek) während des Rückzuges über den Koramneker Schlüssel gegen die Czerna gedrängt, von seinem Bataillon abgeschnitten, nach längerer Gegenwehr im Thale überwältigt und gefangen genommen. Er berichtet in seiner oberwähnten Darstellung, welche durch die französische Gesandtschaft an sein vorgesetztes Regimentscommando gelangte, den Vorgang seiner Gefangennahme, die erst nach heldenmüthiger Vertheidigung und nachdem er, schwer verwundet, kraftlos zusammengebrochen, möglich wurde. Aber nicht minder interessant ist in diesem Berichte die Schilderung der Leiden und Mißhandlungen, welche die Gefangenen, nachdem sie 136 an Zahl mit 10 Kanonen, 2 Fahnen und 13 Trommeln im Triumphzuge durch Constantinopel geführt worden, im Sclavenhause von Seite der Türken zu erdulden hatten. Erst 1791 erfolgte Weinert’s und seiner Kameraden Ranzionirung. Dieser Ueberfall von Schuppanek, diese äußerste Vertheidigung eines Punktes während vierzehn Tage, reiht sich, wie ein Berichterstatter im „Kamerad“ ausdrücklich hervorhebt, würdig den schönsten Thaten unseres tapferen Heeres zur Seite. Und die Zeit vom 7. bis 30. August 1788, an welch letzterem Tage die Helden der veteranischen Höhle capitulirten, weist eine Reihe von Heldenthaten auf, welche die herrlichsten Blätter der österreichischen Kriegsgeschichte bilden, wir nennen nur unter den Vielen den Major Stein von Brechainville-Infanterie, den Artillerie-Unterlieutenant Voith, Norbert Joseph Grafen Thürheim. Nach Swoboda wäre Weinert am 1. Mai 1799 zum Feldspital in Görz, am 1. Juni 1800 zu jenem in Cremona übersetzt und als Capitänlieutenant am 1. December 1801 pensionirt worden. Dreißig Jahre genoß er den Ruhestand, bis er im Alter von 61 Jahren zu Brünn starb. .

Der Kamerad (Soldatenblatt, 4°.) 1865, Nr. 10 und 11, S. 79: „Die Gefangenschaft des Hauptmanns Weinert vom k. k. Baron Reisky 13. Infanterie-Regimente“. – Swoboda (Joh.). Die Zöglinge der Wiener-Neustädter Militär-Akademie von der Gründung des Institutes bis auf unsere Tage (Wien 1870, Geitler, schm. 4°.) Sp. 103. – Thürheim (Andreas Graf). Gedenkblätter aus der Kriegsgeschichte der k. k. österreichisch-ungarischen Armee (Wien und Teschen 1880, [35] Prochaska, gr. 8°.) Bd. II, S. 526, Jahr 1878 – Leitner von Leitnertreu (Th. Ig.)[WS 1]. Ausführliche Geschichte der Wiener-Neustädter Militärakademie (Hermannstadt 1852, 8°.) S. 477.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Leitner von Leitnertreu (Th. Jos.).