BLKÖ:Wertheimer, Gustav

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
fertig
<<<Vorheriger
Wertheimer, Eduard
Band: 55 (1887), ab Seite: 123. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Gustav Wertheimer in der Wikipedia
Gustav Wertheimer in Wikidata
GND-Eintrag: 1078283680, SeeAlso
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Wertheimer, Gustav|55|123|}}

Wertheimer, Gustav (Maler, Ort und Jahr seiner Geburt unbekannt), Zeitgenoß, wahrscheinlich aus Wien gebürtig, wo außer ihm noch mehrere Träger dieses Namens ansässig sind. Ein offenbar noch junger Künstler, dessen erstes Auftreten in die Mitte der Siebenziger-, wenn aber der Carton „Die wilde Jagd“ auch von ihm ist, schon Ende der Sechziger-Jahre fällt. Er ist ein Schüler Makart’s, und in der permanenten Ausstellung des Wiener Künstlerhauses wie in den Jahresausstellungen desselben begegnen wir öfter seinen Arbeiten. Er hat sich vornehmlich der Historie zugewendet, doch sind auch Bildnisse, und darunter namentlich aus erster Zeit ganz vortreffliche, von ihm vorhanden. Von seinen Staffeleibildern nennen wir: „Der Blumen Rache“, 1877 gemalt, wovon die „Neue illustrirte Zeitung“ (Wien, Zamarski) 1877, Nr. 19, das Wiener „Salonblatt“ nach einer Zeichnung von Ig. Eigner, und J. J. Weber’s „Meisterwerke der Holzschneidekunst“, Holzschnitt von Heuer und Kirmse, Nachbildungen brachten, von denen die letzte weitaus die beste ist; – „Die Walküre“, 1878; – „Dornröschen“, zwei Bilder 1876 und 1877; – „Susanna“, 1879; – „Ein Badewächter“, 1880; – „Agrippina“, im Holzschnitt aus der xylographischen Anstalt von H. Paar in der „Neuen illustrirten Zeitung“, 1878, S. 44, ein Bild von kolossalen Dimensionen, welches H. A. Müller, wenn auch einen Gegenstand der Verirrung, doch ein Werk nennt, das ein bedeutendes Compositionstalent und ein richtiges coloristisches Gefühl verräth; in der internationalen Kunstausstellung im Glaspalaste zu München 1879: „Perseus und Andromeda“: in der Antwerpener Ausstellung 1886: „Die Günstlinge des Beherrschers der Gläubigen“, eine bizarre Schöpfung, im prächtigen Holzschnitt aus der xylographischen Anstalt von Käseberg [124] und Oertel, Nr. XVIII des 8. Bandes der „Meisterwerke der Holzschneidekunst“. Von seinen Bildnissen nennen wir das der „Familie Löwenfeld“ 1879, dem originelles Concept und kräftiges Colorit nachgerühmt wurde; – „Die Sängerin Lucca“, in der Rolle als Carmen 1879; aus Holzschnitten sind uns noch bekannt: „Guck, Guck!“, ein in einem Fenster mit der Katze sitzendes Kind; ein ganz allerliebst ausgeführtes Sujet, in der xylogr. Anstalt von Brendamour geschnitten, Nr. LXXIX der „Meisterstücke der Holzschnittkunst“; – „Die Gänsehüterin“ in der „Neuen illustr. Zeitung“ vom 7. Juli 1878. Nach Hamerling’s „König von Sion“ zeichnete er den Carton „Tempelorgie“. Von seinen Arbeiten aus dem Gebiete der decorativen Malerei wurde ein großes Deckengemälde „Venus Anadyomene“ gerühmt. H. A. Müller in dem in den Quellen genannten Werke nennt von Werthheimer’s Bildern auch noch eine der Urmythe entnommene „Wilde Jagd“, welche wie die Allegorien des Orkans noch Mangel an künstlerischer Durchbildung zeigen. In diesem Bande wird S. 120 unter Nummer 5 bei dem Kupferstecher Ignaz Joseph Wertheim im Texte ein Maler und sein Bild „Die wilde Jagd“ erwähnt. Die dort angeführte Quelle nennt den Künstler Wertheim, bei Müller erscheint als Maler des Bildes Gustav Wertheimer. Wahrscheinlich sind es die Namen eines und desselben Künstlers, wie ja auch die Träger dieses Namens öfter in beiden Schreibungen erscheinen.

Müller (Hermann Alex. Dr.). Biographisches Künstler-Lexikon der Gegenwart. Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesammtgebiete der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke (Leipzig 1882, Bibliogr. Institut, br. 8°.) S. 554. – Wiener allgemeine Zeitung vom 14. Mai 1881, Nr. 433 im Feuilleton: „Im Künstlerhause“. – Oesterreichische Kunst-Chronik. Herausgegeben von Dr. Heinrich Kábdebo (Wien, 4°.) Bd. I (1878), Nr. 4, S. 55 und Nr. 11, S. 169; Bd. III (1879), S. 42, 150; Bd. IV, S. 21.