BLKÖ:Hamerling, Robert

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 7 (1861), ab Seite: 261. (Quelle)
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Hamerling, Robert[BN 1] (Poet). Zeitgenoß. Ein Schüler des von dem Grafen Leo Thun, als dieser Unterrichtsminister war, in’s Leben gerufenen historisch-philologischen Seminars, bekleidet gegenwärtig die Stelle eines Professors der classischen Philologie zu Triest. Hamerling hat sich als lyrischer Dichter seit [262] seinem ersten Auftreten im Jahre 1857, also seit kurzer Zeit, einen ehrenvollen Namen erworben. Zuerst gab er heraus: „Ein Sangesgruss vom Strande der Adria“ (Triest 1857, 16°.); – diesem folgte: „Venus im Exil. Ein Gedicht in 5 Gesängen. Mit lyrischem Anhang“ (Prag 1858, Kober, 16°.), ein philosophisches Gedicht, reich an poetischen Schönheiten, weder für Poesie zu philosophisch, noch für Philosophie zu poetisch; – und jüngst erst erschien: „Sinnen und Minnen. Ein Liederbuch“ (ebd. 1860, 16°.), in welchem der „Sangesgruß vom Strande der Adria“ und „der lyrische Anhang zu Venus im Exil“ wieder aufgenommen erscheinen. Zum Drucke vorbereitet liegt die größere Dichtung „Ein Schwanenlied der Romantik“, wovon die „Iris“ in Gratz (1861, 1. Mai) eine Probe „Der Dampf“ mitgetheilt hat. Deutsche Kritiker, welche den österreichischen Poeten nicht immer hold sind, wie Gutzkow und Marggraff, haben dem neuen Lyriker ein freudiges Willkomm zugerufen.

Erinnerungen (Prager Unterh. Zeitschrift, 4°.) 1858, S. 287. – Carinthia (Klagenfurter Unterhaltungsblatt, 4°.) 1861, Nr. 3. S. 23. – Klagenfurter Zeitung 1860, Nr. 269. – Blätter für literarische Unterhaltung 1861, Nr. 13, S. 227. Daselbst heißt es über H.: „Hamerling hat sich durch seine Dichtungen schnell einen geachteten Namen gemacht und das ist bei der Ueberfülle der Productionen in dieser Richtung eine nicht kleine Empfehlung. Dabei hat er weder den Götzen des Tages geopfert, noch nach solcher Originalität gehascht, im Gegentheile es ist der reine Cultus des Schönen, die ideale Anschauung, die Würde und der Ernst, mit der er an seine Aufgabe ging, die uns den Dichter lieb und werth gemacht haben. Hamerling ist ein Dichter aus der idealen Schule, vollkommen Herr des Reims und des Rhythmus, mit einer Fülle von zarten sinnigen Gedanken, die klar, rund, bestimmt und poetisch ausgesprochen werden. Die Form beherrscht der Dichter meisterhaft und paßt sie jedesmal dem Gedanken mit Geschmack an.“

Berichtigungen und Nachträge

  1. E Hamerling, Robert [Bd. VII, S. 261] (geb. zu Kirchberg am Walde an der böhmisch-mährischen Grenze am 24. März 1832).
    Die Illustrirte Welt (Stuttgart und Leipzig, Hallberger, 4°.) XXI. Jahrg. (1873) Nr. 43, S. 570: „Robert Hamerling“ [mit Holzschnittbildniß nach einer Originalzeichnung von Fritz Kriehuber auf S. 565]. – Ueber Land und Meer. Allgemeine illustrirte Zeitung (Stuttgart, Hallberger, kl. Fol.) XXIX. Bd. (1873), S. 299. – Illustrirte Zeitung (Leipzig, J. J. Weber, kl. Fol.) XLVIII. Bd. (1867), Nr. 1240, S. 229 [auf S. 230 mit wohlgetroffenem Bildniß im Holzschnitt von A. N.(eumann)]. [Bd. 28, S. 345.]