BLKÖ:Wilson, Johann Chevalier

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 56 (1888), ab Seite: 201. (Quelle)
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Wilson, Johann Chevalier (k. k. Major und Capitänlieutenant der Hofburgwache, Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Dublin 1753, [202] gest. in Wien am 12. April 1817). Er erhielt, 22 Jahre alt, eine Fähnrichstelle im 56. Infanterie-Regimente, damals (1775) Jacob Graf Nugent. Den Türkenkrieg 1788–1790 machte er als Oberlieutenant mit. Bei der im März 1790 aufgestellten Jäger-Division Coburg zeigte er besondere Verwendbarkeit für diese Truppe und wurde im Juni 1792 zum Hauptmann bei den Tiroler Scharfschützen befördert. 1793 hielt er mit 200 dieser Scharfschützen und einigen Abtheilungen Huszaren den Posten Messines (Meessen in Westflandern) besetzt. Am 30. Mai genannten Jahres wurde diese kleine Besatzung von 2500 Franzosen mit 6 Geschützen angegriffen, aber die tapfere Schaar behauptete sich, unter heftigstem Kartätschen- und Kleingewehrfeuer hart bedrängt, durch vier Stunden. Aber Wilson beschränkte sich nicht nur auf diesen heldenmüthigen Widerstand, sondern ging zur Offensive über, zwang den überlegenen Feind zum Rückzuge, auf welchem er ihn dann anderthalb Meilen weit verfolgte. Bald nach dieser Waffenthat bot sich Wilson wieder Gelegenheit zur Auszeichnung. Es war bei Dünkirchen, wo der Feind am 6. September dieses Jahres einen Ausfall auf unseren rechten Flügel unternahm und denselben zu werfen, sowie sich der in der Contravallationslinie befindlichen Batterien zu bemächtigen suchte. Hauptmann Wilson befehligte damals die Vorposten zwischen dem Canal und dem Meere. Sobald er die Absicht des Feindes erkannte, setzte er ihm aus eigenem Antriebe einen so hartnäckigen Widerstand entgegen, daß derselbe alle ferneren Versuche, seinen Angriffsplan durchzuführen, aufgeben mußte und zuletzt noch von Wilson und dessen Truppe bis in den bedeckten Weg geworfen wurde. Wilson trug bei dieser Gelegenheit eine Verwundung davon, aber auch für seine Waffenthaten in der 34. Promotion (vom 7. Juli 1794) das Ritterkreuz des Maria Theresien-Ordens. Nach dem Friedensschlusse 1802 wurde er bei der Arcieren-Leibgarde eingetheilt, im folgenden Jahre aber zur Hofburgwache übersetzt, bei welcher er im April 1810 zum Major und Capitänlieutenant vorrückte. 1817 starb er im Alter von 64 Jahren.

Hirtenfeld (J.). Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, 4°.) Bd. II, S. 426 und 1737. – Thürheim (Andreas Graf). Gedenkblätter aus der Kriegsgeschichte der k. k. österreichischen Armee (Wien und Teschen 1880, K. Prochaska, Lex. 8°.) Band II, S. 697.