BLKÖ:Wimmer, Albrecht August Gottlieb Daniel

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Wimmer, Florian
Band: 56 (1888), ab Seite: 209. (Quelle)
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Wimmer, Albrecht August Gottlieb Daniel (evangelischer Prediger und Schriftsteller, geb. in Wien am 20. August 1791, gest. daselbst am 12. Mai 1863). Von mittellosen Eltern, verlor er, kaum fünf Jahre alt, 1796 seinen Vater Matthias und vier Jahre später seine Mutter Maria Magdalena geborene Rath. Als elternlose Waise verlebte er in größter Dürftigkeit und in Erschöpfung von Arbeit, um seinen Lebensunterhalt zu erwerben, eine kummervolle Jugend. Nach dem Tode seiner Mutter, die ihn zur Gottesfurcht angeleitet und die erste ihm die Richtung für den geistlichen Beruf, dem er sich später auch widmete, gegeben, verließ er, eilf Jahre alt, seine Vaterstadt und begab sich 1802 zunächst in das benachbarte Ungarn. Auf dem Wege dahin traf er mit dem ungarischen Edelmanne Andreas Kubinyi, weltlichem Inspector der Bergdistricte, zusammen. Von diesem um den Zweck seiner Wanderung befragt, antwortete er, daß er, um sich dem geistlichen Berufe zu widmen, nach Ungarn wandere. Kubinyi, an dem heiteren und offenen Wesen des Jungen Gefallen findend, bot ihm einen Platz in seinem Wagen an und nahm ihn auf seine Besitzung mit. Sein Fürwort verschaffte ihm zunächst ein paar Unterrichtsstunden. Nach einiger Zeit setzte Wimmer seine Wanderung nach Schemnitz fort, wo er, ohne Mittel auf sich selbst angewiesen, durch Unterrichtertheilen kümmerlich sein Leben fristete. Doch weder Mangel, noch die vielen Nachtwachen, um zu studiren, beugten seinen Muth, und nachdem er unter gleichen Verhältnissen wie zu Schemnitz, noch zu Neusohl, Eperies und Oedenburg seine Studien gemacht hatte, legte er 1814 endlich das vorgeschriebene Candidatenexamen ab und nahm, um die Mittel zur Fortsetzung seiner Studien an einer auswärtigen Universität sich zu verschaffen, die Stelle eines Erziehers in einem Privathause an. Nachdem er in zwei Jahren so viel zurückgelegt, um seine Absicht auszuführen, wanderte er 1816 durch die Erzherzogthümer und Böhmen nach Deutschland, wo er in Jena an der Hochschule sich einschrieb und an derselben die Vorlesungen der damals gefeierten Professoren Gabler, Starke, Luden, Eichhorn u. A. hörte. Reich an Kenntnissen und begeistert für den Protestantismus, der in Jena einer ganz besonderen Pflege sich erfreute, kehrte er nach Ungarn zurück, um nun ins praktische Leben zu treten. .Zuerst übernahm er ein Lehramt zu Gyönke, fungirte dann zu Felső-Lövő als Diaconus des Pastors Paul Raics und wurde im Jänner 1818 zu Oedenburg für ein geistliches Amt approbirt. [210] Als bald darauf Pastor Raics das Zeitliche segnete, erhielt er dessen Stelle, vertauschte dieselbe aber bald mit einer gleichen in Modern, von wo er nach einiger Zeit in der nämlichen Eigenschaft nachFelső-Lövő (Oberschützen) kam. Dort fand er die kirchlichen Verhältnisse, sowie das Gemeindeleben in einer Verwahrlosung ohne Gleichen und die Schule, welche über 300 Schüler zählte, in jämmerlichem Zustande. Es galt nun, mit aller Energie einzugreifen, um alle Mißbräuche, die sich unter der Mißverwaltung seines Vorgängers eingeschlichen hatten, abzuschaffen und den Anforderungen der Zeit entsprechende Gemeinde-, Schul- und Kirchenverhältnisse herzustellen. Er löste aber im Laufe der Jahre seine Aufgabe in so ausgezeichneter Weise, daß, als er 1848 seinen Posten verließ, in seiner Gemeinde eine sogenannte Musterschule mit drei Classen, ein Lehrerseminar zur Heranbildung geeigneter Lehrkräfte, nebst einem Gebäude und den erforderlichen Geldmitteln, mit welchen die Auslagen für Kleidung, Nahrung und Unterricht der Zöglinge bestritten wurden, dann eine Anstalt für Ausbildung der Kinder aus gebildeten Familien, eine Bibliothek, ein physicalisches Museum, eine Naturaliensammlung sich befanden. Kurz, er hatte das Ideal einer Gemeinde, wie Zschokke dies in seinem „Goldmacherdorf“ in so anziehender Weise dargestellt, geschaffen. Wenn man an eine pythagoräische Metempsychose glaubte, so könnte es scheinen, Franke’s Geist habe in Wimmer’s Körper seinen Wohnsitz aufgeschlagen. Aber nicht bloß die oberwähnten äußeren Merkmale sprechen für seine segensvolle Thätigkeit, er blieb auch nicht ohne Einfluß auf das geistige Wohl seiner Pfarrkinder. Gegen die Ausschweifungen, die sich allmälig in der Gemeinde unter seinen Vorgängern eingeschlichen, schritt er mit dem ganzen Ansehen seines geistlichen Amtes ein. Strenge und doch liebreich, strafend, wo es nöthig, aber auch ein Helfer in der unverschuldeten Noth, trat er dem Einzelnen in der Gemeinde gegenüber, und ein begeisterter Redner, und wie selten Einer, die Macht des Wortes zu rechter Zeit zu gebrauchen fähig, wirkte er mit diesen Mitteln erfolgreich bei seinen Pfarrkindern. Wo er Mißbräuche entdeckte, erklärte er die Unstatthaftigkeit und Schädlichkeit derselben, Ausschweifungen strafte er ernst und unerbittlich, dem Reuigen, der sich gebessert, wendete er sich mit voller Güte und liebreicher Hilfe zu. Als die Blatternpest verheerend in seinem Pfarrsprengel auftrat und das Volk in der ersten Zeit jedem Versuche, dem Uebel zu steuern, darin mehr eine Förderung als Vertreibung desselben argwöhnend, sich feindselig entgegenstellte, wirkte er durch sein überzeugendes Wort und brachte bald einen Umschwung in der vorherrschenden Meinung hervor, und da es in der ganzen Gegend keinen Arzt gab, nahm er mit eigener Hand die Rettung verbeißende Impfung vor und impfte im Laufe der Jahre über 15.000 Kinder eigenhändig. Als dann ein Landtagsartikel des Jahres 1836 den Unterthanen die Möglichkeit eröffnete, sich von ihren Verpflichtungen gegen den Grundherrn loszukaufen, ging Wimmer in seiner Pfarre der erste mit dem guten Beispiele und in so erfolgreicher Weise voran, daß die benachbarten Edelleute zu ihm kamen und sich bei ihm Raths erholten, wie sie am besten in der Sache vorgehen sollten. Alle diese Hilfen und Unterstützungen, die er in weltlichen Dingen seiner Pfarrgemeinde leistete, ließen ihn doch nie die [211] Pflichten seines geistlichen Amtes vergessen, die er mit gleicher Gewissenhaftigkeit und segensreichen Erfolgen erfüllte. Vornehmlich wirkte er mit großem Eifer für die Verbreitung der Bibel und guter evangelischer Andachtsbücher. Hunderttausende von Bibeln, biblischen Geschichten, Kirchengeschichten und anderen den Sinn der Landleute zu Edlerem erhebenden Büchern ließ er drucken, in welchen Bestrebungen er von der Londoner Bibelgesellschaft auf das wirksamste unterstützt wurde. Diese segensvolle Thätigkeit unterbrach das stürmische Jahr 1848. Da Wimmer mitten unter Magyaren lebte und schaffte, war es kein Wunder, daß der deutsche Pastor auch ein Magyar geworden. Und er war ein Vollblutmagyar. Es ist bekannt, daß die ungarische Rebellenregierung im Jahre 1848 wiederholt Anknüpfungspunkte mit Deutschland und dort eine Anerkennung ihrer gesetzwidrigen Selbsthilfe suchte. Ein erster Versuch, von Seite der deutschen Centralgewalt eine Anerkennung der Rebellenregierung Ungarns zu erlangen, blieb nicht erfolglos, und Herr von Szalay vertrat von Juli bis 1. October sein Vaterland bei derselben. Als aber Ritter von Schmerling an die Spitze der deutschen Geschäfte trat, wurde dem Vertreter Ungarns am 1. October ein Schreiben zugeschickt, worin das deutsche Ministerium des Aeußern demselben mit Bedauern anzeigte, daß der amtliche Verkehr der Centralgewalt mit Ungarn als abgebrochen betrachtet werden müsse. So verließ Herr von Szalay am 5. October Frankfurt. Nun wurde ein zweiter Versuch gemacht, einen Anknüpfungspunkt mit Deutschland zu suchen, und in diesem spielte Pastor Wimmer, wie Max Schlesinger in seinem Buche „Aus Ungarn“ erzählt, eine hervorragende Rolle. Wimmer wurde nämlich von Teleki nach Berlin geschickt, um daselbst für Ungarn zu wirken. Er war schon vor Jahren von der Erzherzogin Maria Dorothea, der Gattin des Erzherzogs und Palatins Joseph, welche wegen ihrer religiösen Duldsamkeit und ihrer echt fürstlichen Humanität als der Engel Ungarns im Lande allgemein verehrt wurde, und die des Pastors segensreiche Wirksamkeit[WS 1] kannte und würdigte, dem Könige Friedrich Wilhelm IV. von Preußen warm empfohlen worden, und zwischen dem Könige und dem Pastor hatte sich im Laufe der Jahre, während Ersterer die idealen und von den schönsten Erfolgen begleiteten Bestrebungen des Letzteren kennen gelernt, ein warmes, ja man kann sagen ein freundschaftliches Verhältniß gebildet. Diesen Fürsten für das in arger Klemme befindliche Ungarn zu interessiren, erschien Wimmer als die geeignete Person. Ein nicht unwesentliches Bindemittel der freundschaftlichen Gesinnung des Königs gegen den Pastor war dessen Mitgliedschaft der Bibelgesellschaft, in deren Bestrebungen, wie wir oben erwähnt, derselbe großen Eifer entwickelte. Unter diesen Umständen glaubte Wimmer auch in weltlichen Dingen an den König sich wenden zu können und hoffte es nicht ohne Erfolg zu thun. Als er nun in Berlin erschien, sandte er an den König ein Memoriale mit einem dasselbe erläuternden Briefe. Aber weder Memoriale noch Brief gelangten in die Hände des Königs, sondern der damalige Ministerpräsident Graf Brandenburg hatte von dem Schreiben Wimmer’s Einsicht genommen und ihm das Memoriale uneröffnet zurückgeschickt mit dem Bemerken, daß es gegen die Grundsätze [212] des Königs und dessen Räthe streite, mit einer revolutionären Regierung in Verbindung zu treten. Zu gleicher Zeit erhielt auch Pastor Wimmer von dem Berliner Polizeipräsidenten in einer sehr höflichen Weise den Rath, Berlin zu verlassen, denn, so groß auch die Achtung sei, welche der König für seine Person jederzeit an den Tag lege, müsse es doch der Regierung ungelegen sein, ihn mit seiner jetzigen Mission in der Hauptstadt Preußens zu wissen. So verließ der Pastor Wimmer Berlin, ohne daß es ihm gelungen wäre, eine Audienz bei Hofe zu erlangen; und so scheiterte denn die letzte Hoffnung der ungarischen Diplomatie, einen Wirkungskreis in Deutschland zu erringen. Unter solchen Verhältnissen war sein Verbleiben in Ungarn, wo inzwischen die Kaiserlichen in ihren Bemühungen, der Rebellion Herr zu werden, immer mehr Erfolge erzielten, nicht räthlich. Am 27. December 1848 legte er sein priesterliches Amt nieder und verließ unter Verkleidung heimlich Ungarn. Er begab sich vorerst nach Nordamerika, von dort kehrte er nach Europa zurück, verweilte einige Zeit in England, dann in Frankreich, bis er 1852 einem Rufe als Prediger in Bremen folgte. Nach zehnjähriger Wirksamkeit daselbst ward ihm bei veränderten politischen Verhältnissen und ertheilten Amnestien 1863 die Rückkehr nach Wien ermöglicht. Dahin, wo er geboren worden, kam er nun zu sterben. Denn kurze Zeit nach seiner Ankunft in der Donaustadt verschied er im Alter von 72 Jahren. Mit der oben geschilderten segensreichen und wechselvollen Wirksamkeit als Priester des Herrn und als Abgesandter von Rebellen verband er auch reiche schriftstellerische Thätigkeit. Wir lassen hier eine Uebersicht seiner mannigfachen Schriften folgen. Die Titel derselben sind: „Gebetbuch für evangelische Christen“ (Wien 1823, 3. Aufl. 1848); – „Liturgie für die evangelische Kirche“ (Leipzig 1830); – „Christlicher Hausaltar“ (Güns 1835); – „Zwei Predigten zum Besten der Gemeinde Lützmannsburg“ (Wien 1835); – „Neuestes Gemälde von Africa und den dazugehörigen Inseln“, 2 Bände (Wien 1831 und 1832, Doll, mit 12 KK.); – „Neuestes Gemälde von America“, 3. und 4. Theil (Wien 1832 und 1833, Doll, mit 8 KK.), der 1. und 2. Theil sind von Joh. Gottfr. Sommer verfaßt; – „Neuestes Gemälde der europäischen Türkei und Griechenlands“ (ebenda 1833, mit 6 Ansichten); – „Neuestes Gemälde von Australien“ (ebd. 1832, mit 6 Ansichten), die vorbenannten vier Werke bilden auch den 9., 10., 11., 12., 29. und 30. Band von Jos. Bapt. Schütz’s im Verlage bei Doll in Wien 1808–1833 herausgegebener „Allgemeinen Erdkunde oder Beschreibung aller Länder der fünf Welttheile“; doch soll Wimmer in der ersten Ausgabe dieses Sammelwerkes auch die ersten zwei Bände, welche die „Geschichtliche Uebersicht der Erdkunde und ihrer Fortschritte durch Entdeckungsreisen, Schifffahrt und Handel“ enthalten, bearbeitet haben; – „Des Freiherrn Alexander von Humboldt und Aimé Bonpland Reise in die Aequinortialgegenden des neuen Continents. Für die reifere Jugend zur belehrenden Unterhaltung bearbeitet“, 4 Bändchen mit Humboldt’s Porträt, 9 KK. und 3 Karten (Wien 1830, Gerold; auch ebd. 1844), auch unter dem Titel: „Naturhistorische Reisen zur die reifere Jugend“, 1. bis 4. Bändchen; – „Gemälde von Aegypten, Nubien und den umliegenden Oertern“ (ebd. 1830, mit 1 Karte, 8°.), es ist dies eine Uebersetzung des französischen Werkes von J. J. Rifaud: „Tableau de l’Egypte, de la Nubie et [213] des lieux circonvoisins“ (Paris 1830); – „Die Enthüllung des Erdkreises oder allgemeine Geschichte der geographischen Entdeckungsreisen zu Wasser und zu Lande für alle Stände“, 5 Bände (Wien 1834, Gerold, gr. 8°.); eine zweite unveränderte Auflage dieses Werkes erschien im nämlichen Verlage im Jahre 1838 unter dem Titel: „Geschichte der geographischen Entdeckungsreisen zu Wasser und zu Lande. Von den ältesten Zeiten bis auf unsere Tage“; – „Vollständige Geschichte der Erdkunde und ihrer Fortschritte durch Entdeckungsreisen, Schifffahrt und Handel. Von der ältesten bis auf unsere Zeit“ (Wien 1833, gr. 8°.); – „Das Oedenburger Comitat im Königreich Ungarn, Kreis jenseits der Donau“, mit einer topogr. (illum.) Karte und 5 Chromolithographien (Wien 1840, Imp. 4°.), bildet auch Nr. 3 des von einer Gesellschaft Gelehrten und Künstler bei Müller in Wien verlegten „Pittoresken Oesterreich oder Album der österreichischen Monarchie“: – „Kosmologische Vorschule zur Erdkunde“ (ebd. 1833, 8°.), bildet auch den 1. und 2. Supplementband zur ersten Auflage der oben genannten allgemeinen Erdkunde von Jos. Bapt. Schütz; – „Christian Gotthold Scriver’s 400 zufällige Andachten oder Betrachtungen über mancherlei Gegenstände der Natur und Kunst zur Ehre Gottes, Besserung des Gemüthes und Uebung der Gottseligkeit“, 1. und 2. Hundert (Güns 1838, Reichard, gr. 12°.); – „Hausaltar christlicher Andacht. Ein Gebet- und Erbauungsbuch für fromme Familien“, mit 1 Titelk. (ebenda 1835, gr. 12°.); – „Die Sonntagsfeier. Eine Schrift für Christen und Nichtchristen“ (Bremen 1852, 8°.); – „Was ist die Bibel? Ist sie Gottes Wort oder Fabelbuch? Dem christlichen Volke beantwortet“ (Leipzig 1851, O. Wigand; 2. Aufl. Bremen 1852, 8°.); – „Papstthum und Christenthum“ (Bremen 1856); – „Ehrenrettung der Jungfrau Maria, der Mutter des Herrn“ (ebd. 1856); – „Der Antichrist und die Wiederkunft des Herrn“ (ebd. 1857). Wimmer hat zu einer Zeit, wo die geographische Wissenschaft gleichsam noch in der Wiege lag, und nicht wie heute, da Ritter, Hoffmann, André, Peschel, Ratzel u. A. sie zur eigentlichen Wissenschaft erhoben und die zahllosen Reisen kühner Forscher, wie Stanley, Livingston, Nachtigal, Weyprecht, Payer, Nordenskiöld u. A. eine Strecke um die andere, die uns noch unbekannt waren, aufsuchen und unseren Blicken enthüllen, durch seine populären Werke viel für die Verbreitung geographischer Kenntnisse gethan und also neben seiner priesterlichen Wirksamkeit auch als Pädagog sich große Verdienste erworben. Seine Gattin Magdalena Barbara geborene Schmidt, 1798 zu Furth in Bayern geboren und ihm 1819 vermält, theilte die Geschicke ihres Gatten und folgte ihm nach Wien, wo sie nach seinem Tode, wie es scheint, bleibenden Aufenthalt nahm. Von den Kindern aus dieser Ehe hat sein Sohn Joseph gleich dem Vater sich magyarisirt, wurde aus seiner Heimat flüchtig und trat in Garibaldi’s Freischaaren, in welchen er 1860 eine Hauptmannsstelle bekleidete.

Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 8°.) Bd. VI, S. 627. – [[BLKÖ:Haan, Ludwig August|Haan (A. Ludov.) Jena Hungarica sive memoria Hungarorum a tribus proximis saeculis Academiae Jenensi adscriptorum (Gyulae 1858, Leop. Rethy, 8°.) S. 144. – Házi kincstár, d. i. Häusliche Schatzkammer (Pesth 1863) IV. Jahrgang, Seite 175: „Nekrolog“. – Borbis (Johannes). Die evangelisch-lutherische Kirche Ungarns in ihrer geschichtlichen Entwickelung u. s. w. Mit einer Vorrede von Dr. Theol. Chr. Ernst Luthardt (Nördlingen 1861, H. C. Beck, gr. 8°.) S. 249.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Wirkamkeit.