BLKÖ:Wiser, Johann Siegfried a Sancta Margaretha

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Wieser, Joseph
Band: 56 (1888), ab Seite: 53. (Quelle)
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Wiser, Johann Siegfried a Sancta Margaretha (Priester der frommen Schuten, geb. in Günzburg am 10. Mai 1752, gest. zu Wien am 30. October 1810). Er trat in Wien in den Orden der frommen Schulen, in welchem er dem Klosterbrauche gemäß den Beinamen a S. Margaretha annahm. [54] Zunächst dem Lehramte sich widmend, wurde er Professor der Dichtkunst am Löwenburg’schen Convicte in Wien, dann im Predigtamte verwendet, erwarb er sich in der Pfarrkirche Maria Treu seines Ordens als Kanzelredner großen Ruf. Später zum Professor der Pastoraltheologie an der Wiener Hochschule ernannt, versah er als solcher seit 1793 die Censur theologischer Schriften. 1796 wurde er Pfarrer zu Hofkirchen in Oberösterreich, Consistorialrath und Vicedechant. Zuletzt verfiel er in Geisteszerrüttung und kam in das allgemeine Krankenhaus zu Wien, in welchem er, 57 Jahre alt, seinem Leiden erlag. Im Druck sind von ihm erschienen: „Ode an Klopstock“ (1777,4°.); – „Lobrede auf den h. Joseph von Calasanz, Stifter der frommen Schulen“ (Ulm 1778, 8°.); – „Denkmal Klopstocken errichtet“ (Wien 1780, 8°.); – „Huldigung Josephs II.“ (ebd. 1781 ); – „Dr. Martin Luther’s grösstentheils ungedruckte Briefe nach der Schätz’schen Sammlung; aus dem Lateinischen übersetzt“. 3 Bände (Leipzig und Wien 1784, 8°.), gemeinschaftlich mit seinem Bruder Otto; – „Armenpredigt über Apostelgeschichte II, 45 und IV, 34, 35“ (Wien 1785, 8°.); – Busspredigt über Lucas. III, 3“ (ebd. 1785); – „Passionspredigten“ (ebd. 1786); – „Predigten über weise christliche Erziehung“, 3 Theile (ebd. 1791 und 1792, 8°.). – Wie der Vorige, trat dessen Bruder Otto (geb. zu Günzburg am 19. Jänner 1751, Todesjahr unbekannt) in den Orden der frommen Schulen, nahm in demselben den Beinamen a Sancta Ludmilla an, und dem Lehramte sich zuwendend, unterrichtete er 1780 und 1781 am k. k. Gymnasium zu Marburg und trug dann Philosophie und Mathematik an dem unter Leitung seines Ordens stehenden Löwenburg’schen Convicte vor. Im Druck gab er heraus: „Lobrede auf den h. Nepomuk“ (Gratz); – „Ode auf die Vermälung des Herrn Anton Baron von Ulm mit der Gräfin von Wolfegg“ (Günzburg 1783); – „Etymologisch-syntaktische Analyse der Uebungstabellen, die im ersten Theile der in den k. k. Staaten eingeführten griechischen Sprachlehre enthalten sind“ (Wien 1786, 8°.). Gemeinschaftlich mit seinem Bruder Johann Siegfried machte er sich an eine lateinische Uebersetzung der „Messiade“ Klopstock’s, welche Arbeit aber ebensowenig im Druck erschienen ist, als die ihm zugeschriebene Schrift „Ueber metrische Schönheit oder Verskunst“, die angeblich 1784 in Ulm herausgekommen sein soll. Wie oben erwähnt, hatte er auch Antheil an der Herausgabe der Briefe Luther’s.

Horányi (Alexius). Scriptores piarum Scholarum liberaliumque artium magistri, quorum ingenii monumenta exhibet... (Budae 1809, typis regiae Universitatis hungaricae, 8°.) Pars II, p. 832.
Porträts. 1) Im Medaillon mit der Umschrift: „Joannes Sigefridus Wiser Praeco verbi divini Viennae S. P.“; unter dem Bilde in einem Steine als Inschrift: „Ille regit dictis animos et pectora mulcet“. Virgil. Jos. Kreitzinger del., Jacob Adam sc., Viennae 1787. Demselben gewidmet von seinen Freunden (8°.). – 2) Gleichfalls im Medaillon ohne Umschrift, in der Steinplatte auf der das Medaillon ruht: „Johann Siegfried Wiser, | Prof. d. Pastoraltheol. in Wien, | geb. zu Günzburg in Schwaben | d. 10. May 1752“ (8°.). Ohne Angabe des Zeichners und Stechers, offenbar dem vorigen nachgestochen.