BLKÖ:Wittmann, Franz Xaver

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 57 (1889), ab Seite: 176. (Quelle)
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4. Franz Xaver Wittmann (geb. zu Wilhelmsburg in Niederösterreich 1739, gest. daselbst, Todesjahr unbekannt). Nach zu Krems zurückgelegten Humanitätsclassen trat er in den Orden der Gesellschaft Jesu, in welchem er, während er zu Preßburg Theologie studirte, im Lehramte verwendet wurde. Später kam er als Präfect an die Theresianische Ritterakademie in Wien und blieb in dieser Eigenschaft auch nach Aufhebung des Ordens 1772, wirkte aber zugleich als Erzieher des jungen Grafen Saurau, nachmaligen in verschiedenen hohen Aemtern verwendeten Staatsmannes. Im Theresianum trat er in freundschaftliche Beziehungen zu Michael Denis, welche erst dessen 1800 erfolgter Tod löste. Nun fand er Aufnahme im Hause des Grafen Saurau und verweilte daselbst, bis Letzterer durch seine Ernennung zum Gesandten von Wien abberufen wurde, worauf er sich in seinen Geburtsort Wilhelmsburg zurückzog, in welchem er auch den Rest seiner Lebenstage zubrachte. Wittmann beschäftigte sich in seiner Muße mit Forschungen über die schriftstellerische Thätigkeit der Ordensmitglieder der österreichischen Provinz und verfaßte einen ausführlichen Katalog der Schriftsteller der Jesuitenordensprovinz Niederösterreichs, welcher in Handschrift in der Bibliothek des Ordens in Wien aufbewahrt wird. Uebrigens hat diesen Katalog bereits J. N. Stöger zu seinem Werke „Scriptores Provinciae Austriacae Soc. Jesu“ ausgebeutet. Eine Sammlung von 800 Libellen – Stöger nennt sie libellos graduales, wir vermuthen darunter Inauguraldissertationen, wahrscheinlich jener Theresianisten, welche die Doctorwürde erlangten – kam nach Wittmann’s Tode in den Besitz des Bisthums St. Pölten, dessen Bischof sie von des Autors Schwester durch Kauf an sich brachte und der bischöflichen Bibliothek einverleibte.