BLKÖ:Wolf, Franz Karl

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Wolf, Franz (Verweis)
Band: 57 (1889), ab Seite: 284. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 138353816, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Wolf, Franz Karl|57|284|}}

Wolf, Franz Karl (Zeichner und Radirer, geb. in Prag um 1765, gest. daselbst 3. September 1836). Von seinem Vater, einem Rathsherrn, der ein Kunstfreund war und selbst Landschaften mit Architectur zeichnete, deren eine, die Ansicht des Schlosses Karlstein darstellend, der Kupferstecher J. Berka 1787 gestochen hat, erhielt Franz Karl den Unterricht in der Kunst und wurde ein ganz vorzüglicher Zeichner. Doch bildete er sich eigentlich für das Lehrfach aus, ward Professor der Zeichenkunst und zuletzt Director der Hauptschule am Thein zu Prag, an welcher er sich durch Heranbildung tüchtiger Zöglinge im Zeichnen, welche er unentgeltlich unterwies, sehr verdient machte. Er selbst zeichnete Landschaften und Architecturstücke, deren er mehrere radirte und in Aquatinta vollendete. Es sind auch colorirte Blätter vorhanden. Im Jahre 1803 begann er in Prag eine Folge von Blättern mit Ansichten böhmischer Schlösser unter dem Titel: „Abbildungen sämmtlicher alten und neuen Schlösser in Böhmen“ herauszugeben, welche 1809 in zwei Abtheilungen vollendet war, die Aufnahmen derselben datirten ins Jahr 1797 zurück. Professor Aug. Gottl. Meißner schrieb den Text dazu. Ob wir es hier mit dem unter Meißner’s Schriften [Bd. XVII, S. 307] angeführten Bilderwerke: „Historisch-malerische Darstellungen aus Böhmen mit 14 ausgemalten Kupfertafeln und 2 Vignetten“ (Prag 1798, Calve, 4°.) oder mit einem zweiten, wie der Titel anzudeuten scheint und aus der weit größeren Anzahl von Blättern hervorgeht, selbstständigen Werke zu thun haben, können wir, da uns dieselben nicht zur Vergleichung vorliegen, nicht mit Bestimmtheit angeben. Denn schon von der ersten Abtheilung allein führt Dlabacz 38 Ansichten von Schlössern an. Außer diesen in Quer-Quart ausgeführten Blättern sind aber von Wolf noch folgende in Royal- und sehr groß Royal-Quer-Folio bekannt: „Die Felsenwohnung zu Perutz in Böhmen“, nach Anton Pucherna; – „Die Johannesbrücke zu Perutz“, nach ebendemselben; – und „Der Fürst Auersperg’sche Garten zu Wlašim in Böhmen“, zwölf Blätter von Wolf radirt und in Aquatinta ausgeführt Royal-Folio). Wie wir aus Dlabacz’ Werke erfahren, betrieb Wolf auch den Kunsthandel.

Dlabacz (Gottf. Joh.). Allgemeines historisches Künstler-Lexikon für Böhmen und zum Theil auch für Mähren und Schlesien (Prag 1815, Haase, 4°.) Bd. III, Sp. 596. – Nagler (G. K. Dr.). Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1839, E. A. Fleischmann. 8°.) Bd. XXII, S. 49.