BLKÖ:Wondraschek, Anton

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 58 (1889), ab Seite: 105. (Quelle)
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2. Anton Wondraschek (geb. um 1758, gest. in Wien 27. September 1798). Er widmete sich anfänglich dem Studium der Medicin und erlangte daraus auch den Doctorgrad. Später aber schlug er die naturwissenschaftliche Richtung ein und wurde Lehrer der Mineralogie bei dem Erzherzog Ferdinand. Als durch Karl Rudczinsky, welcher der erste die kühne Fahrt in die berüchtigte Macocha unternahm [Bd. XXVII, S. 213], auf dem Berge Hradisko bei Rožna im Iglauer Kreise 1785 der Lepidolith, dieses fast ausschließlich Mähren gehörige Mineral, entdeckt worden war, begab sich auch Wondraschek dahin, in der Absicht, es daselbst mit Bergbau zu versuchen. Nachdem er vergebens einen Genossen zu gemeinschaftlicher Unternehmung gesucht hatte, machte er selbst an verschiedenen Stellen Abbauversuche und hoffte den Berg zu durchgraben. Aus Anlaß dieser von Znaim aus unternommenen Reise besprach er mehrere auf derselben im Znaimer Kreise Mährens vorgefundene merkwürdige Steine und Gebirgsarten, deren er ganz besonders interessante bei Namiest, dann im nördlichen Olmützer Kreise fand, beschrieb auch die Fundstätte des schörlartigen Berylls oder Lilaliths oder Lepidoliths auf dem Berge Hradisko und theilte die chemische Untersuchung dieses Steines und Beschreibung und chemische Untersuchung anderer geographischer Funde mit. Die Titel dieser Arbeiten, welche in den neuen Abhandlungen der königlich böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften zum Abdruck gelangten, sind folgende: „Ueber einige merkwürdige Stein- und Gebirgsarten von Mähren und den Geburtsort des schörlartigen Berylls“ [Neuere Abhandlungen [der] königlich böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften. Bd. III, S. 3]; – „Chemische Untersuchung des krystallisirten Lilaliths, Lepidoliths u. s. w. von Rožna“ [ebd., S. 10]; – „Beschreibung und chemische Zergliederung des Meerschaums von Hrubschitz in Mähren“ (ebd., S. 55). Wondraschek war Mitglied der königlich böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften. [Hanuš (Ign. J.). Systematisch und chronologisch geordnetes Verzeichniß sämmtlicher Werke und Abhandlungen der königlich böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften (Prag 1854, 8°.) S. 73.] –