BLKÖ:Wratislaw-Mitrowicz, Johann Nepomuk

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 58 (1889), ab Seite: 158. (Quelle)
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22. Johann Nepomuk (geb. 24. Februar 1772, Todesjahr unbekannt), von der II. Hauptlinie, Zwillingsbruder Karls, des Stifters der jüngeren Speciallinie. Ein Sohn des Grafen Franz Karl II. aus dessen Ehe mit Anna geborenen Gräfin Desfours trat er, seiner Lieblingsneigung zum Reiterdienste folgend, in ein kaiserliches Cavallerie-Regiment. Im Feldzuge 1793 war er Rittmeister bei Mack-Kürassieren Nr. 6. Dieses Regiment kämpfte am 14. September g. J. bei Landau, und Rittmeister Wratislaw zeichnete sich daselbst, wie auch einige Wochen später, am 13. October, bei der Einnahme der Weissenburger Linien, durch sein tapferes Verhalten besonders aus. Im Feldzuge 1796 befand sich das Regiment im fliegenden Corps des Erzherzogs Karl und der Graf wird in der Schlacht bei Würzburg (3. September) wieder unter den Ausgezeichneten genannt; ein Gleiches ist der Fall im Feldzuge 1799, in welchem das Regiment im Februar über die bayrische Grenze abrückte. In der Schlacht bei Stockach 25. März führte dasselbe in Gemeinschaft mit Nassau-Kürassieren unter Führung des Feldmarschall-Leutnants Grafen Riesch und des Generalmajors Fürsten Hohenlohe bei Neuhaus an der Duttlinger Straße eine glänzende Attaque auf vier französische Cavallerie-Regimenter aus, welche es vollständig warf und bis Liptingen verfolgte. Unter den in der Relation über diese Schlacht wegen ihres Verhaltens Angerühmten erscheint Rittmeister Wratislaw. 1801 rückte derselbe zum Major im Regimente vor. Aus diesem ward er 1806 als Oberstlieutenant zu Modena-Kürassieren Nr. 2 übersetzt, aus welchem Regimente er noch im nämlichen Jahre in gleicher Eigenschaft zu Sachsen-Teschen-Kürassieren Nr. 3 kam. 1807 wurde er zum Obersten in der Armee befördert, und als solcher ist er noch im Schönfeld’schen Adel-Schematismus von 1825 aufgeführt. [Thürheim (Andreas Graf). Die Reiter-Regimenter der k. k. österreichischen Armee (Wien 1862, Geitler, gr. 8°.) Bd. I: „Die Kürassiere“. S. 83, 98, 151, 153, 154 und 175.] –