BLKÖ:Wrbna-Freudenthal, Johann (Landeshauptmann)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 58 (1889), ab Seite: 180. (Quelle)
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26. Johann, ein Sohn Heinrichs (Hynek) [S. 179, Nr. 18] und Rebeccas geborenen Wrbna und ein Bruder des unglücklichen Georg [S. 177, Nr. 14], lebte in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Er war Bevollmächtigter der Stände zur Regulirung der öffentlichen Einkünfte, zur Wiedererlangung des Fürstenthums Troppau und wurde 1612 einstimmig zum Landeshauptmann gewählt. 1619 schloß er sich der aufrührerischen Bewegung der Stände gegen Kaiser Ferdinand II. an, wurde einer der Directoren der mährischen Stände, ging als ihr Gesandter [181] zu den ungarischen Conföderirten und zu dem Gegenkönig Bethlen Gábor Fürsten von Siebenbürgen, mit dem er das berüchtigte Bündniß schloß. Als dann nach der Schlacht am weißen Berge (8. November 1620) die Rebellion niedergeschlagen worden und Gerichte und Henker ihre blutige Wirksamkeit begannen, wurde Johann gleich vielen Anderen geächtet und seines Vermögens verlustig erklärt. Er zog dann zunächst nach Holland, scheint aber später in Frankfurt a. O. eine Zuflucht gefunden zu haben, wenigstens bekleidete sein Sohn Heinrich, den ihm seine Gattin Helene von Hofmann geboren, daselbst die ansehnliche Würde eines Rector Magnificus der Hochschule. Zuletzt doch dürfte er die Erlaubniß zur Rückkehr in seine Heimat erlangt haben, denn zu Schönhof bei seinem Schwager Skrbensky schrieb er seine Selbstbiographie. –