BLKÖ:Young, Eduard

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 59 (1890), ab Seite: 55. (Quelle)
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Young, Eduard (Genremaler, geb. zu Prag 21. October 1823, gest. in München 12. Februar 1882). Der Sproß einer englischen Familie, welche mehrere Mitglieder zu den Zierden der englischen Bühne zählt. Eduard, dessen Vater, gleichfalls Schauspieler, England verließ und zunächst nach Hamburg, dann nach Oesterreich ging, kam frühzeitig nach Wien, und da er Talent zur Malerei zeigte, wurde er Schüler des seinerzeit stark gesuchten Bildnißmalers Daffinger und bildete sich unter diesem zum Porträtmaler in Miniatur und Aquarell. Bald aber ging er zum Landschafts- und Genrefache über und fühlte sich im gemüthlichen Wiener Treiben ganz behaglich. In diese Zeit, 1840–1848, fallen zahlreiche Lithographien seiner Hand. Das denkwürdige Jahr 1848 wird auch den Namen Young’s bewahren müssen, denn dieser Maler war es, der mit noch zwei anderen Braven die Leiche des schuldlos und so gräßlich hingemordeten Grafen Latour nächtlicher Weile von der Laterne abschnitt. Im folgenden Jahre treffen wir ihn als Adjutanten des Generals Bem in Siebenbürgen und Ungarn. Dann, 1850, machte er in Begleitung des Fürsten Eszterházy eine Reise durch Italien und Frankreich, wie es etliche Blätter seines Skizzenbuches bezeugen, die mit Verona, Genua, Lyon und der Jahreszahl 1851 bezeichnet sind. Nicht lange danach finden wir ihn in Norwegen und Schweden und in Dänemark, wo er Friedrichs VII. Gemalin, Gräfin von Danner, malte. 1856 stellte er im Münchener Kunstverein eine Landschaft: „Norwegische Hochebene“ aus, ein großartiges Bild, wozu er noch einige Aquarelle, kecke Charakterfiguren, Hannaken, Zigeuner, Slowaken hinzufügte. Indessen, 1856, hatte er bei König Friedrich VII. in Kopenhagen eine Stellung gefunden, in welcher er bis zu dessen am 15. November 1863 erfolgtem Tode blieb. Da malte er Alles, Porträts, Landschaften, Genrestücke, und wirkte als Zeichenlehrer des Prinzen von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg. Der König verlieh ihm die goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft und eine lebenslängliche nicht unbedeutende Pension. Die Jahre 1864 und 1865 verlebte Young zu Wien, im Salzkammergut und in Berchtesgaden, und 1866 nahm er seinen bleibenden Aufenthalt in München. Daselbst malte er erst bei Professor C. Raupp, dann in Piloty’s Schule, in welcher sich sein schönes Talent zur eigentlichen Bedeutung entfaltete. [56] Mit dem Bilde „Auf der Alm“, welches er ein Jahr vor seinem nach längerem Leiden erfolgten Tode noch einmal malte, eröffnete er 1868 den Reigen seiner Bilder, die seinen Namen bald in die weitesten Kreise brachten; dann trat er 1870 mit der Kirchenscene „Am Allerseelentag“ [im Holzschnitt im „Daheim“ 1874, S. 805], auf; – daran reihten sich: „Die Schmuggler“, im Besitz des Herzogs von Coburg [im Holzschnitt in „Ueber Land und Meer“ Bd. XXX, 1873, Nr. 33, S. 645] – „Der Hochzeitszug“, im Besitz von H. Duncker in Berlin; – „Der Preisstier“, 1873, wohl angeregt durch Defregger’s prächtiges Bild „Das Preispferd“; – „Just nit“ [in Chromolithographie als Prämie der Wiener illustrirten Zeitschrift „Die Heimat“ und im Holzschnitt nach der Zeichnung von Görner in der „Heimat“ 1879, S. 213]; – „Ertappt“ [im Holzschnitt nach eigener Zeichnung ebenda 1878, S. 511] und „Justament“, Gegenstück zu „Just nit“ [gleichfalls im Farbendruck, und nach einer Zeichnung von Mayerhofer im Holzschnitt in der „Heimat“ 1880, S. 173]. Von anderen Werken des Künstlers erwähnen wir: „Der jodelnde Gemsenjäger“ 1876, „Mutterliebe“ 1881, dann mehrere ideale Frauenporträts, wie die Dame in Weiß, in Schwarz, in Blau, in Violett u. s. w., und für den König Ludwig II. mehrere Miniaturbildnisse auf Elfenbein von äußerst subtiler Durchbildung und minutiöser Ausführung. Eduard Young’s Bruder ist der Sänger Friedrich und Stiefbruder der Schriftsteller Gustav.

Allgemeine Zeitung (München, Cotta, 4°.) 1883, S. 1051: „Nekrologe Münchener Künstler“ (v. Hyac. Holland). – Rechenschaftsbericht der Vorstandschaft des Kunstvereines München (München, 4°.) Jahr 1883, S. 68. – Müller (Hermann Alex. Dr.). Biographisches Künstler-Lexikon der Gegenwart. Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesammtgebiete der bildenden Künste aller Länder, mit Angabe ihrer Werke (Leipzig 1882, Bibliogr. Institut, gr. 12°.) S. 570.