BLKÖ:Young, Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 59 (1890), ab Seite: 58. (Quelle)
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Young, Joseph (Humanist, geb. zu Linz in Oberösterreich am 17. April 1822, gest. in Wien 8. Juli 1877). Ein Bruder des Malers Eduard und des königl. bayr. Hofopernsängers Friedrich Young. Nach beendeten Studien 1852 trat er in den Dienst der ältesten österreichischen, nämlich der k. k. pr. allgemeinen wechselseitigen Brandschaden-Versicherungsanstalt, in welcher er zuletzt Commissär wurde. Mit der Entwicklung und der trefflichen Einrichtung dieses Institutes, das bald als Muster für die anderen Anstalten im Kaiserstaate galt, ist sein Name auf das innigste verknüpft. Vor Young lag das Löschwesen in Oesterreich im primitivsten Zustande, freiwillige Feuerwehren gab es gar nicht; als er aber 1877 sein 25jähriges Dienstjubiläum beging, zählte Niederösterreich allein 400 freiwillige Feuerwehren mit etwa 10.000 Mitgliedern, und an der Gestaltung derselben besaß er nicht geringen Antheil, was diese Freiwilligencorps auch anerkannten, indem sie ihn zum Ehrenmitgliede ernannten. Er gründete auch den ersten niederösterreichischen Feuerwehr-Unterstützungsverein, dann gab er die Initiative zur Gründung der niederösterreichischen Feuerwehr-Pensions- und Krankencasse. Im Fache des Feuerlöschwesens, in welchem er sich auch praktisch mit Furchtlosigkeit und Verachtung aller Gefahren bethätigte, galt er als Specialist ersten Ranges und wurde vom niederösterreichischen Landesausschuß in Feuerwehrangelegenheiten [59] und in Sachen der Feuerpolizeiordnung oft zu Rathe gezogen und als Delegirter zu Feuerwehrversammlungen abgeordnet. Aber auch sonst widmete er seine Thätigkeit humanitären Zwecken, so war er Obmann des Mariahilfer Krankenunterstützungs- und Leichenbestattungsvereines, wirkte über 17 Jahre als Vorstand dieser Körperschaft, deren Vermögen unter seiner Leitung sich versechsfachte; er war Mitgründer der Wiener Schützengesellschaft, Schützenrath und Archivar derselben; Ausschuß des humanitären Vereines „Die Naßwalder“, Censor des Spar- und Vorschußvereines „Die Biene“, Mitglied des Vereines zur Unterstützung erwachsener Blinder u. a. und hat für alle diese Vereine beträchtliche Beisteuern zuwege gebracht. Diese ersprießliche vielseitige Thätigkeit wendete ihm das Vertrauen seiner Mitbürger in solchem Grade zu, daß ihn 1873 der achte Gemeindebezirk der Großcommune Wien zum Gemeinderath erwählte. Aber auch andere gemeinnützige Vereine des In- und Auslandes ehrten ihn durch Verleihung ihrer Ehrendiplome und Ehrenmedaillen. Im März 1877 beging er seine 25jährige Dienstfeier, die er nur wenige Monate überlebte, da er schon im Juli desselben Jahres starb. Seine Gattin war die bekannte Schriftstellerin Betti Young [s. d. S. 54].

Illustrirtes Wiener Extrablatt, 1873. Nr. 85: „Noch ein neuer Gemeinderath“.
Porträt. Chemitypie von Angerer und Göschel, nach einer Zeichnung von Theodor Z(adnik) im „Floh“ ddo. 4. März 1877, Nr. 9.